FeedEcarlate (frz.)
Sport & SpielBrockhaus 1882

Ecarlate (frz.), Scharlachfarbe. oarté heißt ein von zwei Spielern mit Pikettkarten gespieltes Kartenspiel. Jeder Spieler erhält 5 Karten (erst2, dann 3), die 11. Karte wird als Trumpf aufgelegt und kann gegen die Sieben eingetauscht werden, der Rest der Karten bleibt zum Kaufen. Die Vorhand erklärt, ob sie kaufen oder spielen will, der Gegner kann das Kaufen verweigern, indem er den aufliegenden Trumpf umdeckt. Wird gekauft, so darf jeder Spieler so viele seiner Karten ½ und durch Kaufkarten, welche dem Kaufpaket von oben her verdeckt entnommen werden, ersetzen, als ihm gut dünkt. In dieser Weise kann mehrmals gekauft werden. Wer in seinen Karten nach Beendigung des Kaufens den Trumpfkönig hat, legt denselben an ( 1), wer drei Stiche macht, legt ebenfalls 1, wer alle fünf Stiche macht, 2 an. Wer in der Hinterhand das Kaufen von vornherein verbietet, dann aber weniger als drei Stiche macht, berechtigt den Gegner, 2 anzulegen. Beim Spiele muß Farbe bekannt oder, wenn dies nicht möglich ist, getrumpft werden; die Reihenfolge der Karten ist in jeder Farbe: König, Dame, Bube, Aß, Zehn, Neun, Acht und Sieben. Wer im Laufe des Spiels 5 angelegt hat, hat das Spiel beendet und eine Partie gewonnen; die Partie gilt doppelt, wenn der Verlierer nichts angelegt hatte. Ecartieren (frz.), etwas ausschießen, ausmerzen; im Kartenspiel: Karten weglegen, um andere dafür zu kaufen. Eoballium, auch Eebalium Rich., Pflanzengattung aus der Familie der Cucurbitaceen. Der Name 47 daher, daß die reife Frucht von selbst oder bei Berührung sich vom Grunde ihres Stils ablöst und aus dem dadurch entstandenen Loche die im Innern enthaltenen Samen samt dem sie umgebenden breiigen Gewebe in einem Strahle plötzlich ausspritzt. Man kennt nur eine Art dieser Gattung, die in den Mediterranländern vorkommt. Es ist dies E. Elaterium Fich. (E. officinale N. 4 E. oder Momordica Elaterium L.), die sog. Spring⸗, Spritz⸗ oder Eselsgurke. Diese findet sich — als Unkraut auf sandigen und kalkigen Ackern, Schutt u. dgl. in den Umgebungen des Mittelländischen Meers und wird in Deutschland bisweilen als Merkwürdigkeit in Gärten kultiviert. Sie ist eine einjährige Pflanze mit dickem, saftigem, ästigem, auf der Erde ausgebreitetem, weichstacheligem Stengel, herzeiförmigen, langgestielten, scharfhaarigen, unterseits weißfil ih unregelmäßig gezähnten Blättern und ——— leinen, gelblichgrünen Blüten, von denen die männlichen in gestielte Trauben gruppiert sind, die weiblichen —— auf dickem Stil in den Blattwinkeln stehen. Die längliche, grüne, weichstachelige, inwendig dreifächerige und vielsamige Trucht erreicht bis 5 em Länge und enthält in ihren Fächern einen schleimigen, grünlichen, sehr bittern Saft, welcher für giftig gilt und eingedickt das Elaterium (s. d.) liefert. Die Früchte waren früher als Fructus cucumeris asini offizinell. (Vgl. Tafel: Cucurbitaceen, Fig. 7.)

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 5, S. 716Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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