Eliot (George) Autorname der engl. Romanschriftstellerin Mary Anne Evans. Geboren am 22. Nov. 1820 in dem Dorfe Griff bei Nuneaton in Warwickshire als die Tochter eines Zimmermanns, erhielt sie ihre erste Erziehung in einer Privatschule in Coventry und wohnte dann in Griff, bis ihr Vater 1841 nach Coventry zog. Hier lernte sie Griechisch und Lateinisch, Deutsch und Französisch, Italienisch und Hebräisch und ver-Ichen de 1846 eine Uübersetzung von Strauß' „Leben Jesu v. Seit 1849 unternahm sie Reisen aut dem Festland und ließ sich 1851 auf die Veranlassung Dr. Chapmans, des Herausgebers der Westminster Rexiewo, in London nieder, um 1 bei der Redaktion jener Vierteljahrsschrift behilflich zu sein. Sie selbst lieferte zu derselben mehrfache Beiträge, unter anderm eine vorzügliche Arbeit über Heinrich Heine. e uberdez desselben Zeitraums veröffentlichte sie eine Übersetzung von Feuerbachs (Wesen des Christentums » (Lond. 1854). Als Schriftstellerin wurde sie indessen zuerst bekannt durch die ursprünglich in „Blackwood's Magazine erschienenen und dann gesammelten Novellen Scenes of clerical life 5 (2 Bde., Edinb. 1858), meisterhafte Charakterbilder aus dem Leben der engl. Landgeistlichkeit, besonders der Dissenters. Größere Aufmerksamkeit noch erregte ihr Roman «„Adam Beden (3 Bde., Lond. 1859), der die nanschristn sofort in die erste Reihe der engl. Romanschriftsteller erhob. Seine Vorzüge sind echt epische Kraft und Fülle, eine ebenso tiefe als glänzende Charakterentwickelung und große Kunst in der Schilderung der mittlern und niedern Kreise des provinziellen engl. Volkslebens. In denselben Kreisen bewegte sich mit noch reiferer Dichterkraft der Roman «The Mill on the Floss (3 Bde., Lond. 1860). Weniger umfangreich und bedeutend, aber in ihrer Art nicht minder vorzüglich war die novellistisch-psychol. Studie „Silas Marner, the weaver of Raveloes (Lond. 1861). Hierauf folgte der großartige Roman Romolav (3 Bde., Lond. 1863), in welchem sie den heimischen Boden verließ und auf der Grundlage umfassender Studien ein Bild der florentin. Renaissancezeit der zweiten Hälfte des 15. Jahrh. ausführte. In dem drei Jahre später erscheinenden Roman „Pelix Holt, the radicalo (3 Bde., Lond. 1866) kehrte sie jedoch mit geringerm Erfolg wieder in die früher geschilderten Kreise des engl. Provinziallebens zurück. Demnächst veröffentlichte sie mehrere Romane und Novellen in Versen. Von diesen war der erste und umfangreichste KThe Spanish gipsys (Lond. 1868; 5. Aufl. 1875), eine Geschichte aus der jüd.⸗maurischen Welt Spaniens. Dann folgten die kürzern Dichtungen Agathay (Lond. 1869), The legend of Jubalo (1870) und „Armgart, a dramatic poem „ (Lond. 1871). Die Form dieser Dichtungen, in denen alle poetischen und stilistischen Vorzüge der Verfasserin hervortreten, ist meist der ungereimte fünffüßige Jambus. In Prosaform veröffentlichte George E. dann wieder die Romane «Middlemarch »„ (4 Bde., Lond. 1874) und Daniel Deronda o (4 Bde., Lond. 1876), von welchen das erstere neben Romola v ziemlich allgemein als ihre bedeutendste Leistung anerkannt wird. Daniel Derondav ist besonders merkwürdig durch die jüd. Nationalität des Helden und die mit diesem verknüpften Gruppen jüd. Charaktergestalten, bei denen die anerkennende Bewunderung der roßen Eigenschaften des Judentums sich gelegentich zur Schwärmerei steigert. Im J. 1879 erschien aus ihrer Feder eine Sammlung von Essays unter dem Titel Impressions of Theophrastus Suchv. Am 30. Nov. 1878 starb George Henry Lewes (s. d.), mit dem sie viele Jahre in den intimsten Verhältnissen gelebt hatte, ohne, da Lewes' Gemahlin noch, obgleich im 1 6. Ra18 lebte, mit ihm verheiratet zu sein. Am 6. Mai 1880 verheiratete sie sich mit einem alten viel erprobten Freunde, John Walter Croß starb aber nach kurzer Krankheit schon am 22. Dez. 1880. Auszüge aus ihren Werken er-Rem u in: „Wise, witty and tender sayings om the works of George E. », von A. Main (Lond. 1872; 4. Aufl. 1880). „Eliot (John), Missionar, der Apostel der Indianer, geb. 1603 in England, studierte zu Cambridge und ging 1631 als Seelsorger einer Indedemrteh er dio Beie nach Neuengland. Seit 1648 etrieb er die Bekehrung der Bidel in mit großem der Mohikaner. E. starb 1690. Vgl. Brauer, „Johann C.y (2. Aufl., Altona 1847).