FeedCsengery(Anton)
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Csengery(Anton), ungar. Publizist und Staatsmann, geb. 2. Juni 1822 in Großwardein, absolvierte die jurist. Studien teils in seiner Vaterstadt, teils in Pest, worauf er sich der polit. Laufbahn zuwandte, für die er sich zuerst im Komitat, dann am preßburger Medact vorbereitete. Von 1845 bis 1848 war C. Redacteur des «Pesti Hirlapo (Pester Journaly), folgte Ende 1848 der —— Regierung nach Debreczin und war einige zu inisterialrat, Ende 1849 kehrte er nach Peß urück. Im J. 1851 erschien unter seiner Redaction Magyar szönokok és stätusférfiako (deutsch: «Ungarns Rednerv, Lpz. 1852), eine Reihe meisterhafter Charakteristiken ungar. Staatsmänner; 1853 übersetzte er Macaulays «Englische Geschichtes (neue Aufl. 1874), eine der vollendetsten übersetzungen in ungar. Sprache; 1857 gründete er die Budapesti Szemlep (Budapester Revuev), welche er bis 1869 redigierte. Auch auf sozialem Gebiete entfaltete er eine rastlose Thätigkeit, wirkte für die Gründung landwirtschaftlicher und Gewerbevereine, schrieb über Volksbanken und Sparkassen, und hatte einen Hauptanteil an der Schöpfung des ungar. Bodenkredit-Instituts, an dem er bis an seinen Tod als Direktor wirkte. Im J. 1861 ins ungar. Parlament gewählt, war er eins der einflußreichsten Mitglieder der Deäk-Partei. Die wichtigsten Agenden des Reichstags wurden Jahre hindurch zum großen Teil auf Grund seiner EClaborate entschieden. Von seinen litterarischen Arbeiten sind noch hervorzuheben: Histor. Studien und Charakteristikend (2Bde., Pest 1870), (Geschichtdie Akademien, insbesondere die Ungarische » (Pest 1878), eine Denkrede auf Franz Deak (Pest 1877; deutsch von Heinrich, Lpz. 1877) und eine Sammlung seiner auf das Unterrichtswesen bezüglichen Reden und Studien (Budapest 1880). C. starb 13. Juli 1880. Er war einer der glänzendsten Stilisten und einer der bedeutendsten Essayisten der neuern ungar. Litteratur. Seit 1854 war er Mitglied, zuletzt seit Jahren zweiter Präsident der Ungarischen Akademie. Esepel (auch Räc Ioe e genannt), eine durch einen Donauarm gebildete, sehr fruchtbare Insel in Ungarn, im Komitat Pest-Vilis-Solt (Klein-Kumanien), hat ein Areal von 330 akm und mehrere volkreiche Ortschaften. In alten Zeiten war die Herrf der Sommeraufenthalt der magyarischen errscher und pflegte den ungar. Königinnen zum Brautschatz gegeben zu werden. Von Karl VI. wurde sie 1721 dem Prinzen Eugen geschenkt, dessen prächtiges Schloß noch heute im Hauptorte Raczkeve (Marktflecken mit 5463 E.) steht; doch fiel sie 1825 wieder an das österr. Regentenhaus zurück, zu dessen Familiengütern sie jetzt gehört. Im Herbst 1848 als militärische Position gewählt, um Jellachichs übergang auf das linke Donauufer zu hindern, wurde die Insel namentlich durch die hier auf Befehl Görgeis 2. Okt. vollzogene standrechtliche Hinrichtung des Grafen C. Zichy bekannt. Die Insel 5 in neuester Zeit durch wiederholte ÜUberschwemmungen großen Schaden gelitten.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 4, S. 698Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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