Elis (nach der ältern einheimischen Aussprache und Schreibung, wie die ältern Münzen und Inschriften bezeugen, Valis, die Bewohner Valeioi), die westl. Küstenlandschaft des Peloponnes, wird im N. von Achaja, im S. von Messenien, im O. von Arkadien (dem sie ihrer geogr. Beschaffenheit nach als eine Art Vorland angehört, daher auch einige alte Geographen sie nicht als eine besondere Landschaft betrachteten, sondern zu Arkadien rechneten), im W. vom Jonischen Meer bedie Tr Sie zerfällt in drei Teile, deren südlichster, die Triphylia (das Land der drei Stämme), sich von der Neda, dem Grenzflusse gegen Messenien, bis zum südl. Ufer des Alpheios erstreckt, ein fast ganz von Gebirgen (die wichtigsten darunter sind das Minthe⸗ und das Lapithasgebirge, beide dem Gebirgssystem des südwestl. Arkadien angehörig), vor denen sich nur eine ganz schmale, sandige Küstenregion mit zwei großen Lagunen hinzieht, eingenommener Landstrich, ursprünglich von Kaukonen und Minyern bewohnt, die aber frühzeitig von den Bewohnern des nördlichen E., den Epeiern, unterworfen wurden und sich nur zeitweise durch engen Anschluß an Arkadien von der Herrschaft derselben frei machten. Der mittlere Teil der Landschaft, vom Alpheios bis zu den das Thal des Ladon, eines Nebenflusses des elischen Peneios, im S. begrenzenden Anhöhen reichend, wird im O. von den westl. wohlbewaldeten Terrassen des arkad. Pholoegebirges eingenommen, an die sich im W. eine fruchtbare Strandebene anschließt. Dieser Teil hieß im Altertum Pisatis nach einer alten, von den Achäern gegründeten, aber frühzeitig von den Bewohnern des nördlichern Landes zerstörten Stadt Pisa. Hier lag am nördl. Ufer des Alpheios das heilige Waldthal von Olympia (s. d.) mit dem berühmten Tempel des Olympischen Zeus, der Schauplatz des alle vier Fahre gefeierten allgemeinen griech. Nationalfestes, der Olympischen Spiele, durch welches die ganze Landschaft in den Augen der übrigen Griechen den Charakter einer gewissen Heiligkeit erhielt. Der nördlichste und größte Teil der Landschaft endlich wurde das Hohle E. (Koile Elis) genannt, wegen der großen fruchtbaren Ebenen, die sich zu beiden Seiten des Flusses Peneios bis zu dem den östlichsten Teil des Kantons bildenden Skollisgebirge hinziehen. Hier lag am äußersten Rande des Berglandes gegen die Ebene, hart am Peneios, die Ten Anlagen Elis, reich an Tempeln und öffentlichen Anlagen, unter denen namentlich das sehr umfangreiche Gymnasion hervorzuheben ist. Gegenwärtig bildet die Landschaft mit Achaja zusammen einen Kreis (Nomarchie) des Königreichs Griechenland.