FeedEnglischblau
AllerleiBrockhaus 1882

Englischblau, Nemode des eine jetzt kaum welt angewandte Methode des Zeugdrucks, bei welcher das Zeug mit einer Mischung von Indigo und Eisenvitriol bedruckt, dann zunächst durch ein Kalkbad, darauf durch verdünnte Schwefelsäure genommen und endlich der Luft ausgesetzt wird. Der aufgedruckte Indigo wird dabei im Kalkbade durch den Eisenvitriol in Indigweiß verwandelt, welches durch die Wirkung der Säure auf der Faser fixiert wird, während diese zugleich das entstandene Eisenoxyd und den Überschuß des Kalks fortnimmt; durch das Lüften wird dann endlich das Indigweiß wieder in Indigblau verwandelt. Mit dem Namen C. werden außerdem Mischunen von Berlinerblau mit Indigo, auch wohl Berglau, bezeichnet. Englisch-deutsche Legion. Nach Auflösung des kurhannov. Heeres im Juli 1803 begann England sogleich, die entlassenen Offiziere und Mannschaften anzuwerben. Schon 25. Juli 1803 erhielten Oberstlieutenant von der Decken und bald danach Oberst Colin Halkett Werbebriefe, und eine Proklamation des Königs von England vom 10. Aug. 1803 forderte dessen frühere deutsche Unterthanen zum Eintritt in derartige Truppenteile auf. Am 19. Dez. 1803 wurden die vorerwähnten Werbebriefe zurückgezogen und dem Herzog von Cambridge allein ein solcher erteilt für ein 5000 Mann starkes, aus allen Waffengattungen zusammengesetztes Korps, dessen Stärke späterhin auf 18000 Mann erhöht wurde. Briten, Franzosen und Italiener durften in diese King's German Legion nicht eingestellt werden; dieselbe bestand fast nur aus Deutschen und größtenteils aus Hannoveranern. Die Franzosen bedrohten Werber wie Geworbene mit dem Tode und versuchten, eine franz.- hannov. Legion zu errichten, doch hatte dies Unternehmen keinen Erfolg. Schon im September waren viele Offiziere und Mannschaften für die engl.⸗deutsche Legion angeworben; man stellte 2 schwere Dragonerregimenter, 3 Husarenregimenter, 2 leichte und 8 Linien-Infanteriebataillone, 2 reitende und 4 Fußbatterien, sowie 1 aus Offizieren bestehendes Ingenieurkorps auf. Die Stärke der Legion betrug am 1. Sept. 1807 13 322 Mann und 3773 Pferde, die Etatsstärke von 18000 Mann ist nie erreicht worden. Die engl.⸗deutsche Legion ist niemals im Felde als selbständiger Verband aufgetreten, ihre Truppen wurden vielmehr den brit. Heeren auf verschiedenen Kriegstheatern abteilungsweise zugewiesen. So waren Teile der Legion 1805 bei Lord Cathcarts Unternehmen gegen Hannover, 1806 in Gibraltar, 1807 auf Rügen und in Stralsund unter Lord Roßlyn, sowie in Kopenhagen, Lissabon, Gibraltar und auf der Insel Sicilien, 1808 in Gotenburg, Spanien und Portugal, 1809 an der Schelde, 1813 beim Korps des Generals Wallmoden in Deutschland, 1808—14 in Spanien, Portugal und dem südl. Frankreich unter Lord Wellington, 1815 bei Waterloo. Überall, namentlich aber im Halbinselkriege und bei Waterloo, focht die engl.⸗deutsche Legion mit hoher Auszeechnung, bei Waterloo trat sie in Stärke von 7004 Mann und 2858 Pferden auf und verteidigte La Haye sainte. Die Verdienste der Legion sind in den Berichten der brit. Generale und vielen Tagesbefehlen Lord Wellingtons anerkannt und seitens der Regierung durch materielle Vorteile und äußere Ehren anerkannt worden; nach der Schlacht von Salamanca erhielten alle Offiziere der engl.⸗deutschen Legion bleibenden Rang in der brit. Armee. Die Legion wurde 24. 1816 in Hannover aufgelöst und als Stammtruppe für das neuzuerrichtende hannov. Heer verwendet. Vgl. Beamisch, «Geschichte der königl. deutschen Legiono (Hannov. 1832).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 6, S. 146Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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