FeedIndigschwarz
NaturlehreBrockhaus 1882

Indigschwarz, s. Indigo lschwarzer). Verbindung, welche sich von Indigblau durch einen Mehrgehalt von zwei Atomen Wasserstoff unterscheidet und aus diesem hervorgeht, indem Indigblau in alkalischen Flüssigkeiten mit irgend welchen Reduktionsmitteln zusammengebracht wird. Es ist der wesentliche Bestandteil der Indigküpen der Blaufärber. (S. Blaufärben.) Buv Darstellung bringt man 1 Teil auf das feinste gepulverten Indigo, 2 Teile Kalkhydrat, 1½ Teile Eisenvitriol mit 150 Teilen Wasser in eine gut verschließbare Flasche und schüttelt häufig um, bis in dem Niederschlag keine blauen Körnchen mehr wahrnehmbar sind, und läßt dann zum Absetzen ruhig stehen, worauf die rötlichgelbe Flüssigkeit mittels eines Hebers abgezogen wird. Hierbei ist jeder Luftzutritt sorgsamst zu vermeiden. Das Gefäß, welches zur Aufnahme der Flüssigkeit bestimmt ist, wird zur Hälfte mit ausgekochtem und erkaltetem Wasser, dem Salzsäure zugefügt ist, gefüllt, aus dem obern Teil wird die Luft durch Kohlensäure verdrängt. Die Indiglösung enthält eine Verbindung von Indigweiß mit Kalk. eri diese mit der Säure zusammen, so wird sie zersetzt und es wird in Wasser unlösliches Indigweiß in krystallinischen Flocken abgeschieden, welche durch Waschen mit ausgekochtem Wasser von fremden Stoffen befreit werden können. Das J. ist ungemein leicht zersetzbar. Aus der Luft absorbiert es mit größter Begierde Sauerstoff und geht unter Abgabe von zwei Atomen Wasserstoff in Indigblau über. Es ist daher auch nur unter Anwendung besonderer Leien Remglokane (Filtrieren in einer sauerstofffreien Atmosphäre, Trocknen in luftleeren Räumenh zu entwässern. Getrocknet bildet es eine weiße, meist etwas graue, seidenglänzende Masse, die in Wasser und verdünnten Säuren ganz unlöslich ist, sich dagegen in Alkohol, Ather und allen alkalischen Flüssigkeiten leicht löst. ö

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 9, S. 567Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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