FeedIndium
NaturlehreBrockhaus 1882

Indium, chem. Zeichen In, Atomgewicht 113,4, ein in der Natur nur spurenweise auftretendes und nur in zinkischen Erzen und daraus dargestellten Produkten aufgefundenes Metall, von Reich und Richter 1863 entdeckt. Man Siuren es beim Auflösen von freiberger Zink in Säuren und Digestion der Lösung mit überschüssigem Zink, wobei es neben andern Metallen, Blei, Kupfer, als schwammiger, grauer Niederschlag abgeschieden und dann durch weitläufige chem. Operationen von jenen Metallen zu trennen ist. Das durch Glühen mit Natrium aus seinem Oxyd abgeschiedene Metall ist weiß und glänzend, dem Platin und Zink ähnlich, nicht krystallinisch, weicher als Blei, leicht dehnbar, von 7,4 spezifischem Gewicht, wird durch Hämmern nicht verdichtet, schmilzt bei 176², weniger flüchtig als Cadmium und Zink. Bleibt an der Luft, selbst beim Schmelzen unverändert glänzend, bei starkem Glühen entzündet es sich an der Luft und verbrennt mit blauer Flamme und braunem Rauch zu gelbem Oryd. Von verdünnten Säuren wird es unter Entwicklung von Wasserstoff gelöst, das Gas verbrennt beim Entzünden mit rötlichblauer Flamme. In seinen Verbindungen verhält es sich wie ein vierwertiges Element. Die Indiumsalze zeigen im Spektralapparat eine äußerst intensive blaue und eine schwächere violette Linie.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 9, S. 578Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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