Entern, ein fremdes (wahrscheinlich aus dem ital. entrare gebildetes) Wort, das der Seemannssprache angehört und allgemein für den Akt in Gebrauch gekommen ist, wo man mit einem Schiffe einem andern feindlichen an die Seite läuft, sich dort befestigt und es mit den Waffen in der Hand zu erobern sucht. In frühern Zeiten, als es nur Segelschiffe gab und die Artillerie sich noch sech. entwickelt hatte, war in Seeschlachten oder Gefechten das E. allgemein, und man suchte dadurch die Entscheidung des Kampfes herbeizuführen. In der Neuzeit, seit Einführung des Dampfes und Vervollkommnung der Artillerie, ist es selten geworden. Die furchtbare Wirkung der modernen Geschosse zwingt den Besiegten, auch ohne Enterung, sich zu ergeben, und außerdem macht die gegen Geschoßwirkung gesicherte Maschine das E. sehr schwierig, indem eine sehr überlegene Geschwindigkeit des Feindes erforderlich ist, um die Enterung gelingen zu lassen. Bei Panzerschiffen nützt ohnehin die Enterung nichts, da deren Luken im Kampfe durch (afker Eisengitter geschlossen sind und alle Mannschaften und Geschütze sich unter Deck oder in Türmen gegen Enterangriff gesichert befinden.