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VerkehrBrockhaus 1882

Matrosen nennt man die Seeleute, welche unter dem Befehl von Schiffsoffizieren ein Schiff bemasten, betakeln, beladen oder stauen, über See führen und entlöschen und auf der Reise alle Reparaturen an Tauwerk und Segeln besorgen. Ein befahrener M. muß steuern und rudern (rojen) können und nüchtern, verständig, gehorsam und entschlossen in Gefahren sein. An Bord von Kriegsschiffen werden sie vollständig militärisch mit dem Geschütz, Gewehr und Torpedo ausgebildet, da sie im Gefecht die eigentlichen Kämpfer sind. In frühern Zeiten bedienten sie im Kampfe nur die Takelage, während Soldaten fochten, jetzt gibt es in einigen Marinen, wie z. B. in der französischen und russischen, gar keine Seesoldaten mehr. In der deutschen Marine werden letztere nur noch auf den großen Panzerschiffen in der Stärke von einem Zehntel der ganzen Besatzung eingeschifft, nehmen im Kampfe aber nur Nebenposten ein und werden allmählich ebenfalls gänzlich durch M. ersetzt, wie dies bereits bei der Seeartillerie, welche die Küstenbefestigungen der Kriegshäfen bedient, geschehen ist.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 524Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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