Entlebuch, eine Landschaft im schweiz. Kanton Luzern, im südlichsten Teile desselben zwischen Obwalden und Bern gelegen, umfaßt die obern Thalstufen der Kleinen Emme und der Ilfis und bildet einen eigenen Bezirk mit 401 qkm Areal und (1880) 16358 meist kath. E. (475 Protestanten). Im engern Sinne wird als E. das Hauptthal der Kleinen Emme von der Wasserscheide 230i die Ilfis bis zu der scharfen Umbiegung bei Wohlhusen bezeichnet. Die Landschaft trägt ähnlichen subalpinen Charakter wie die Oberstufe des benachbarten Emmenthals, ist aber ärmer und einförmiger. Die Nagelfluhgebirge, welche das Hauptthal einschließen, links der Napf (1408 m) mit seinen Ausläufern, rechts die Bäuchlen (1741m), die Farneren (1574 m) und die Bramegg, sind langgestreckte bewachsene Bergzüge von zahmen Formen, reich an Alpweiden und Waldungen; wilder und malerischer sind die südl. Seitenthäler, welche von den Kalk- und Flyschkelten, der Schattenfluh (2040 m), der Schafmatt (1980 m), des Feuersteins (2042 m), des Schymbergs und des Gnepfsteins überragt werden. Die Bevölkerung ist in Abstammung und Sitte derjenigen des Emmenthals nahe verwandt. Der nationale Ringkampf, das Schwingen ist auch hier üblich, ebenso der Kiltgang (s. d.). Die Haupterwerbsquellen, die Alpenwirtschaft, der Käse⸗ und der Holzhandel, sind dieselben wie im Emmenthal und wie dort bestehen die Gemeinden aus weithin über die Berge zerstreuten einzelnen Weilern und Höfen, deren Mittelpunkt die in der Thalsohle gelegenen Pfarrdörfer bilden. Die wichtigsten Wohnplätze sind Escholzmatt (853 m über dem Meere), im Gebiete der Ilfis mit 3163 E., Schüpfheim (728 m), an der Kleinen Emme, der Hauptort der Landschaft mit einer stattlichen Kirche, einem Kapuzinerkloster und 2873 CE., Entlebuch (722 m), bei der Mündung des Entlen, mit 2941 E. Von den zahlreichen Kurorten des CE. ist zu erwähnen das Schymbergbad (1425 müber dem Meere), mit kräftiger alkalischer Schwefelquelle. Mit Luzern und Bern ist das E. durch die Linie Bern-Langnau-⸗Luzern der Bernischen Jurabahn verbunden. Früher österr. Besitz, gelangte die Landschaft 1405 an Luzern, gegen dessen Herrschaft sie sich mehrmals vergeblich auflehnte. Der größte Aufstand war derjenige von 1653, wo im schweiz. Bauernkriege die Entlebucher unter ihrem Feldhauptmann Christian Schybi von Escholzmatt Luzern belagerten, aber nachdem die andern Bauern-Zuri⸗ bei Wohlenschwyl und Herzogenbuchsee von ürich und Bern geschlagen worden waren, wieder fre Unterwerfung gezwungen wurden. Die Bereiung von der städtischen Herrschaft erlangte das E. erst 1798 beim Umsturz der alten Eidgenossenschaft und 1831 bei der luzernischen Verfassungsrevision. Eutmannung, s. Castration.