Enthymem (grch.) nennt Aristoteles die in der Rhetorik übliche Beweisführung, insofern dieselbe ihre Schlüsse entweder nur auf Wahrscheinliches oder auf Indizien stützt, wobei zwar die wissenschaftliche Korrektheit fehlt, aber mit desto größerm Erfolge an die allgemeine Anschauungs- und Empfindungsweise appelliert wird. Neuere Logiker haben den Ausdruck für die abgekürzten Schlüsse angewendet, bei denen nur eine Prämisse ausgesprochen, die andere stillschweigend vorausgesetzt wird, wodurch eben die Erschleichung verdeckt werde.
Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 6, S. 196Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei