FeedErlkönig
MusikBrockhaus 1882

Erlkönig heißt in der deutschen Poesie und Musik der König der Waldgeister, welcher den Menschen durch schmeichelnde Verlockungen Unheil und Verderben bereitet. Das Wort ist durch Herder bei uns eingeführt. Dieser mißverstand das dän. «Ellekongen o (in dem von ihm aus dem Dänischen übersetzten Volksliede Erlkönigs Tochtere), welches auf volksetymologischem Wege aus dem richtigen Elvekongen », d. h. Elfenkönig, entstanden ist und in dieser Form noch jetzt in Dänemark und als «Elletroldo in Norwegen fortlebt. Das ursprüngliche Lied weiß nur von Erlkönigs Töchtern, d. i. den Elfen zu erzählen, erst Goethe hat in der bekannten Ballade auch ihren Vater zur Sagengestalt gemacht (1781). Komponiert wurde Goethes Gedicht von Reichardt, Karl Löwe, am ergreifendsten von Schubert. tend mit Heiland (s.d.) als Beiname Christi in Beziehung auf seinen Opfertod, s. unter Erlösung. Erlöserorden, königl. griech. Verdienstorden, gestiftet 1. Juni 1834 von der Regentschaft des Staats im Namen des noch unmündigen Königs Otto zur Erinnerung an die Erlösung des Landes vom türk. Joche; derselbe besteht aus sanf Klassen: 1) Ritter des silbernen Kreuzes in willkürlicher Zahl; 2) Ritter des goldenen Kreuzes nur 120; 3) Komture nur 30; 4) Großkomture 20; 5) Großkreuze 12. Auf dem Ordenszeichen, einem weißen, achtspitzigen Kreuze mit der Königskrone, befindet sich ein Kranz von Eichen- und Lorbeerblättern, auf der Vorderseite das griech. Kreuz mit dem Herzschilde und der Umschrift: «Herr, Deine rechte Hand ist verherrlicht mit Kraftv, auf der Rückseite früher das Brustbild des Königs mit der Namensunterschrift, seit 7. Aug. 1863 die Inschrift: 4Gestiftet von der IV. griech. Nationalversammlung in Argos 1829.v Der König als Großmeister verleiht den Orden an verdiente Männer aller Stände. Der E. wird an einem blauen, weiß eingefaßten Bande getragen, von den beiden untersten Klassen auf der linken Seite der Brust, von den zwei Bande von der linken Schulter zur rechten Hüfte.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 6, S. 298Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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