Elf (schwed., norw. Elv), der Fluß. El-Fascher, Hauptstadt von Darfor (s. d.). Elfdal, Kirchspiel in Schweden, im nördl. Dalekarlien, etwa 2500 qkm groß mit nur 3490 E. (1881); bekannt wegen der schönen Porphyrarbeiten. Auch der nördliche Teil von Wermland am obern Klarelf wird E. genannt. Elfeld, Stadt, s. Eltville. — Elfen oder Elben sind nach dem Glauben des deutschen Heidentums göttliche Wesen niedern Ranges, Verkörperungen der vielgeteilten Naturkräfte, deren Erinnerung noch die heutige Volksmeinung und Volkssage sehr lebendig bewahrt. Sie wurden bald schön und glänzend gedacht, und führten dann den Namen Lichtelfen, bald klein und übelgestaltet, und hießen dann Schwarzelfen. Die letztern sind identisch mit den Zwergen und wohnen wie diese in Steinen und Höhlen. Die erstern, Lichtgeister, wohnen dagegen in Alfheim, im Reiche des Glanzes, welches die Asen dem Sonnen⸗ und Licht-⸗ gott Freyr als Zahngeschenk gaben. Diese Lichtelfen waren von besonders verführerischem Reize. Darum erzählt die Sage und die aus ihr schöpfende spätere Dichtkunst manches von der Gewalt der Elbinnen über die Jünglinge der Menschen. Die E. lieben Musik und Tanz sehr; die verlockende Elbenmelodie (alpleich) kennt die Sage Deutschlands und des Nordens. Ihr eigentliches Element ist die Luft. Elbische Geister ziehen in der Wilden Jagd, und zu E. werden die abgeschiedenen Seelen. Wie der Gott des Lichts, so ist auch die Göttin desselben, Holda oder Berchta, Königin der Elfen und von ihr führen sie den Namen Holdenvolk (nord. Huldrefolk). In der spätern deutschen Sage wird Oberon als ihr Fürst geschildert, während Alberich Fürst der Schwarzelfen ist. Zu diesen Luftelben gehören auch die seligen oder wilden oder Deuchtender Fräulein der Alpensagen, welche sich in euchtender Schöne vor den Felshöhlen zeigen, ihre hellen Lieder weit über das Gebirge üngen und Hirten und Herden schützen. Erzürnte E. schießen ihre Waffen auf die Menschen und treffen sie mit bösem Schlage. Es sind dies dieselben E., welche Olaf in dem bekannten Volksliede Herders den Todesschlag versetzen, als er ihnen auf seinem Hochzeitsritte begegnete. Ein solcher böser Geist ist der Alp (Nachtmahr, Trud) des Aberglaubens. Auch die Wasser⸗, Feuer⸗, Feld⸗ und Waldgeister sind elbischen Geschlechts. Die Wasser⸗ und Waldgeister halten sich den Menschen am fremdesten, die Feuer- oder Herdgeister am vertrautesten. Eine Sagenfülle lebt noch von ihnen allen unter unserm Volke. Das ganze Geschlecht findet sich in ganz entsprechender Weise auch bei den Kelten und Slawen. Die jetzt allgemeine Form E. ist aus dem Niederdeutschen bei uns eingedrungen und hat allmählich die echt oberdeutsche Elbeis verdrängt. Elfenbein ist im weitern Sinne die Bezeichnung für mehrere große Tierzähne, wie des Elefanten, des Walrosses und des HDanne im engern Sinne aber nur für die Stoßzähne, welche ö neben dem Rüssel des männlichen Elefanten stehen, ö gewöhnlich 1,0 bis 1)6 m lang sind und bis zu 90 kg wiegen. Bei jüngern Tieren sind die Zähne fast bis zur Spitze hohl, sie füllen sich erst in späterm Alter, und aus diefem Grunde sind die Zähne der ausgewachsenen Elefanten besonders geschätzt. Der Hauptmarktplatz für E. ist London, wo dasselbe in den Docks in Auktionen verkauft zu werden pflegt. Es gibt weißes und gelbes C., und auch ersteres vergilbt sehr leicht, wenn es der Luft ausgesetzt wird; doch kann es durch die Einwirkung der Sonnenstrahlen wieder gebleicht werden. Alles gelbliche oder gelb gewordene E. wird durch Einlegen in Chlorkalklösung (ohne Anwendung von Saure) ebleicht. Das aus den Zähnen gewonnene E. hat ein spezifisches Gewicht von 1,8 bis 1,9, ist ziemlich elastisch und von bedeutender Härte. Die chem. Bestandteile des E. sind vorherrschend phosphorsaurer Kalk (über 60 Proz.) und Knorpelsubstanz (gegen 40 Proz.). Außer den Zähnen der lebenden Elefantenarten werden auch noch die Zähne von antediluvianischen Elefantenarten, des Mammut und Mastodon, zu dem E. gerechnet, die unter anderm aus Sibirien unter dem Namen gegrabenes E. in den Handel kommen. Das meiste E. stammt aus Asien (Ceylon, Siam, Bombay) und aus Centralafrika, vom Kap, vom Senegal und von Neuguinea. Durch Verkohlen des E. bei Abschluß der Luft erhält man das sog. gebrannte E. oder Elfenbeinschwarz, das schon von Apelles als Farbe benutzt wurde; das heute unter diesem Namen im Handel sich findende Material ist jedoch niemals aus E., sondern stets aus ewöhnlichen Knochen dargestellt. Durch Kochen in Darbenbemhen läßt sich das E. schön und dauerhaft färben. Verarbeitet wird E. zu Staubkämmen, Billardbällen, Falzbeinen, Würfeln, Schachfiguren, Dosen, Stockknöpfen, Tastenbelegungen für Pianos, zu Galanteriewaren, Nippgegenständen u. s. w. „Das E. ist zu allen Zeiten ein beliebtes Material in der Kunst, besonders in der Kleinkunst gewesen. Es empfiehlt sich zugleich durch den angenehmen warmen Ton, wie durch seine plastische Eigenschaft, welche die feinste Behandlung zuläßt. Daher spielt es auch in der Kleinkunst eine besondere Rolle. Die Griechen verwandten es aber auch zu großen Statuen, indem sie die Fleischteile daraus fertigten, Gewand und Haar aber von Gold bildeten. Diese Verbindung ist die chryselephantine Technik, in welcher unter anderm die Kolossalstatue des Zeus zu Olympia von Phidias ausgeführt war. Elfenbeinarten aus dem griech. und röm. Altertum sind nachweisbar so gut wie gar nicht erhalten, wenn man die letzte Kaiserzeit ausnimmt. Mit der Zeit Konstantins beginnen als älteste Denkmale die sog. Konsulardiptychen Tafel: Elfenbein, Zar 1), Platten, die auf ihren äußern Seiten die arstellung der Konsuln nebst andern Sceenen, 3z. B. öffentliche Spiele und Kämpfe, zeigen, auf den innern aber, mit Wachs überzogen, zum Schreiben als Notizbücher dienten. Diesen Konsulardiptychen folgen verschiedene Tafeln mit religiösen Darstellungen (besonders aus der Passionsgeschichte), Klosterarbeiten des 10. und 11. Jahrh., z. B. aus St. Gallen, die sich als Buchdeckel erhalten haben (Fig. 2). Im spätern Mittelalter wuchs die Vorliebe für E. sowohl zum religiösen wie profanen Gebrauch. Aus den Diptychen wurden die Triptychen, welche die Zierde der Haus-Hen Rlel bildeten, ausgefüllt mit kleinen figürlichen Reliefs religiöser Art. Auch Statuetten sind noch zahlreich erhalten. Den religiösen Gegenständen traten Schmuckkästchen, Spiegelkapseln (Fig. 3, 4) u. dgl. zur Seite, die mit figürlichen Scenen aus dem Leben oder erotischer Art verziert waren, Scherzturniere zwischen Rittern und Damen, Erstürmungen der Minneburg u. dgl., oft mit Ritte Lns a ausgeführt. Gegen das Ende des Mittelalters und während der besten Zeit der Conversations-Lexikon. 13. Aufl. VI. Renaissance scheint der Gebrauch des E. in der Kunst nachgelassen zu haben. Allerdings finden sich vortreffliche Werke, Statuetten wie Reliefs, die zum Teil ganz polychromiert sind, aber sie sind minder zahireich als diejenigen des Mittelalters und der nachfolgenden Zeit. Mit dem Beginn des 17. Jahrh. lebt die Vorliebe für E. wieder auf, und Deal in verschiedener Weise. Einmal findet dasselbe als kunstvolle Einlage bei größern oder kleinern Ebenholzmöbeln (Kästchen und Kabinetts) eine ausgedehnte Anwendung, Arbeiten, die vorzugsweise in Italien (Mailand, Venedig), aber auch in Deutschland (Nürnberg, Augsburg) und sonst fabriziert wurden. Sodann wurde es von einer eigentümlichen, höchst geschickten Kunstdrechslerei verarbeitet (Passigdrechslerei), welche daraus Becher und viele andere Gefäße zum Teil von höchst bizarren Formen, schuf (Fig. 6 Das E. wurde dabei auf das dünnste und feinste abgedreht. Verwandt damit sind andere künstliche Arbeiten dieser Zeit, wie ineinander bewegliche Kugeln, künstliche bewegliche Augen u. dgl. aus einem Stücke. Zum dritten aber wurde es auch von der eigentlichen Kunst erneuert wieder aufgenommen und zu wunderschönen, äußerst fein und vollendet durchgeführten Figurenreliefs benutzt, die teils selbständig sind, teils als Einlagen dienen, teils Pokale und Becher verzieren (Fig. 5). Sie tragen vorzugsweise den Charakter der Rubens-Schule, sind aber keineswegs alle in den Niederlanden entstanden. Auch in Italien wurde damals (17. Jahrh.) das E. wieder häufig zu figürlichen Kunstwerken gebraucht, sowohl zu Statuetten wie zu Reliefs, insbesondere zu religiösem Dienste. Mit diesem Zwecke ging es auch vorzugsweise in das 18. Jahrh. hinüber, aber diese kleinen Heiligenfiguren und Heiligentafeln tragen auch den barocken und manierierten Zeitcharakter, sodaß sie uns heute wenig Interesse bieten; sie sterben damit aus. Man versuchte sich noch ein wenig in überaus künstlich feinen Landschaftsdarstellungen mit den winzigsten Figürchen, aber es war das nur vorübergehende Spielerei. Von der heutigen Kleinkunst ist die Elfenbeinschnitzerei mannigfach wieder versucht worden, meist aber nur zu kleinen und billigen landeseigentümlichen Schmuckartikeln oder zu Fächern u. dgl. Ein höheres oder allgemeines Interesse hat sie noch nirgends zu erwecken vermocht. Dagegen hat sie in Indien und ganz besonders in China sich eine gewisse Blüte bewahrt. Die chines. Arbeiten, Kästchen, Becher, Fächer und viele andere Dinge sind ebenso vollendet fein wie zahlreich, und Anaäno trotz der Bizarrerie ihrer Art und Gegenstände, doch ein eigentümliches Interesse. beitung.