Etsch, bei den Römern Athesis, von den Italienern Adige oder Adese genannt, seiner Wassermasse nach nächst dem Po der bedeutendste Fluß Dsahat entspringt an der Reschenscheideck Col de esca) aus dem in 1491 m Höhe gelegenen Reschensee in Tirol, fließt gerade nach S. über die Malser Heide und bis Glurns, 17 km weit, im Obern Vinstgau (Vintschgau), wendet sich nun nach SO. und dann nach O. durch das 47 km lange Untere Vinstc0 bis Töll, in 493 m Höhe (ist also bis dahin chon um 1000 m gefallen), geht nach O. 5,5 EKm bis zur Passeiermündung bei Meran und fällt dabei um 193 m; darauf südlich und südöstlich 34, kKm weit über die Eisakmündung fort bis Branzoll, wo sie, 78 mbreit, schiffbar wird. Im Unter-Vinst⸗ +*7 ist ihr Thal zum Teil versumpft und weiter is Bozen eine zum Teil von entwässerten Sumpfstrecken eingefaßte Thalebene. Nach S. fließt sie nun durch das Etschland und mündet, nachdem sie einen Teil Tirols, die ital. Provinz Verona durch-Padue und die Grenze zwischen den Provinzen adua und Rovigo gebildet, in mehrern Armen in das Adriatische Meer. Ihre Länge beträgt 377,7km (von denen etwa 300 km schiffbar bis Branzoll, im S. von Bozen), ihr Stromgebiet 13896 gkm. Im Etschlande tritt unterhalb Roveredos die Stromenge Slavini di San-Marco auf, veranlaßt durch einen wahrscheinlich 883 erfolgten Bergsturz, der 1200 ha mit einem unermeßlichen Felsenmeere bedeckte. Bei Serravalle treten beide Thalwände an den Fluß und zwischen Borghetto und Volargne wälzt 0 der Strom zwischen senkrechten Felswänden durch die Chiusa di Verona (Veroneser Klause), wo die Straße links in den Felsen ausgehauen ist, um, 120 m breit, die Alpen zu verlassen und in die Ebene zu treten. Innerhalb dieser gehen von ihr Arme zum parallellaufenden Po, wie bei Legnano und oberhalb Castelbaldo bei Badia, und zahlreiche Kanäle verbinden beide Flüsse. Die 680 m breite Mündung der E. bei Porto-Fossone kann als nördlichster Punkt des Podeltas betrachtet werden, sodaß E. und Po als Zwillingsströme gelten dürfen. Zur Zeit der Römer hatte sie eine mehr nördl. Richtung. Durch ihr Anschwellen und Austreten richtet sie oft große Verheerungen an, so namentlich 1721 und 1774. Eine furchtbare Überschwemmung hat 588 den untern Lauf verändert; 300 Jahre später entstand infolge eines Erdbebens der jetzige Adietto (ein Kanal, welcher sich bei Badia vom Hauptbett löst und über Lendinara und Rovigo, zwischen der untern Etsch und dem Po, fließt); das alte Bett wurde Flumen Vetus genannt. Im 15. Jahrh. bildete die Etsch sich einen Weg zum Tartaro, der 1838 zugeschüttet worden ist. Die Fossa Clodia des Plinius scheint dem Canale di Ponte Lungha zu entsprechen und der Togisonus dem Bacchiglione. Der Medoacus minor und major sollen zwei Arme der Brenta sein. Der schiffbare Adigetto verbindet den Po mit den Kanälen Nuortico, Polesella und Bianco. Die Ufer der E. waren Ur der Kampfplatz in den ital. Kriegen. Unter ihren Nebenflussen ist der Eisak (s. d.) der 9 ersleg