Exkremente, Auswurfstoffe (Excrementa, Exereta), nennt man diejenigen Stoffe, welche der lebende Körper als unbrauchbare durch seine Ausscheidungsorgane von sich absondert und der Außenwelt zurückgibt (Exkretion, Ausscheidung). Sie bestehen hauptsächlich aus den durch den Umsetzungsprozeß im Organismus verbrauchten und einer rückbildenden Umwandlung (Metamorphose) unterworfenen Bestandteilen der Gewebe und des Blutes; dahin gehören Harn und Schweiß, sowie das gasförmige E. der Lunge, die Kohlensäure. Außerdem bestehen diese Ausscheidungen aus gewissen, befonders mit den Nahrungsmitteln in den Körper gelangten, aber für dessen Zwecke nicht verwendeten Aufnahmestoffen, z. B. den Darmexkrementen, die man auch im engern Sinne E. oder Kot (faeces) nennt und deren Menge und Bes . in hohem Grade von der Art der Ernährung abhängt. Die Darmexkremente bestehen im allgemeinen aus den unverdaulichen Bestandteilen der Nahrungsmittel, besonders der pflanzlichen Speisen, aus derbfaserigem Pflanzenzellgewebe, Cellulose, Stärkepartikelchen und unverdautem Fleisch, zuweilen auch Eiweiß, Käsestoff, sehnigen und äutigen Teilen, aus Darmepithelien und Darmchleim, Gallenbestandteilen, denen sie ihre Färbung verdanken, Salzen, besonders phosphorsaurer Ammoniakmagnesia u.dgl. Die chem. Zusammensetzung der menschlichen E. ist natürlich je nach der genosse⸗( nen Nahrung außerordentlich verschieden, nach einer e Analyse von Berzelius fanden sich im Menschenkot 75,3 Teile Wasser und 24, Teile feste Bestandteile: die letztern bestanden aus 0, Teilen gallensauren Salzen, 14,0 Teilen Schleim und Gallenharzen, 0,9 Teilen Albumin, 5,7 Teilen Extraktivstoffen, 7/0 Teilen natürlichen Speiseresten und 1,½2 Teilen Salzen. Der Wassergehalt des normalen Kotes beträgt durchschnittlich 75 Proz., doch kann der letztere durch Zurückhaltung im Darm viel an Wasser verlieren oder bei rascher Entleerung noch weit wasserreicher sein. Die Menge der festen Stoffe, welche der Mensch in den Darmerkrementen entleert, beträgt täglich im Durchschnitt etwa 30 g. Mehr oder minder ist der Kot immer in hulichen ersetzung begriffen, weshalb die gewöhnlichen äulnisprodukte organischer Körper teils seine Beandteile bilden (Buttersäure, Essigsäure), teils sich ½ ausscheiden (Kohlensäure, Wasserstoff, tickstoff, Kohlen⸗ und Schwefelwasserstoff). In Krankheiten erfährt der Kot hinsichtlich seiner Frbung und Zusammensetzung vielfache Veränderungen, die dem Arzte wichtige diagnostische Anhalteunkte geben können. So sind bei den katarrhalischen Erkrankungen der Darmschleimhaut den Darmentleerungen so massenhaft abgestoßene Epithelzellen beigemischt, daß der wässerige Stuhl dadurch fast ein milchiges Aussehen erhält; auch die reiswasserähnliche Beschaffenheit der Choleraentleerungen wird durch die Beimengung zahlloser Epithelzellen des Dünndarms bedingt; bei der Ruhr sind in den Stühlen reichlicher Schleim, Blut, Eiter und un ahlige niedrigste Organismen und Infusorien entha ten; bei der Gelbsucht hat der Kot infolge der Verhinderung des Gallenabflusses in den Darm eine weißgraue Farbe, riecht faulig und ist ungemein fettreich; beim Typhus sind die Stuhlentleerungen dünnflüssig, blaßbraun bis gelblich gefärbt und oft von erbsenbrühähnlicher Beschaffenheit; die hellgelben, mitunter grünlichen Exkremente der Säuglinge enthalten viel Fett, unverdauten geronnenen aebrauch und unveränderte Galle. Nach Kalomelgebrau nimmt der Kot eine grüne, nach Eisenpräparaten eine schwärzliche Färbung an, letztere auch nach dem reichlichen ben ih von Heidelbeeren; Rhabarber und Safran färben ihn lichtgelb, Blut rot oder rotbraun; bei den Grasfressern rührt die grüne Farbe von Chlorophyll her. Die rechtzeitige und vollständige Entleerung der Erkretionsstoffe ist eine wesentliche Bedingung der Gesundheit und ihre Zurückhaltung eine häufige Quelle von Krankheiten. Nicht minder bildet in den Städten die Anhäufung und leichte Zersetzung der menschlichen Auswurfstoffe und ihre Ausbreicued in dem Boden und in den Brunnen eine Hauptquelle der ansteckenden Krankheiten, weshalb die Entfernung und Beseitigung der tierischen und menschlichen Abfälle eine der wichtigsten Fragen der Hygieine und Sanitätspolizei geworden ist. (S. Städtereinigung.) Üüber die Verwertung der E. in der Landwirtschaft, s. unter Dünger.