Erethismus nennt man in der Medizin einen Zustand von Reizung (erhöhter Erregung), dem eine krankhaft gesteigerte Reizbarkeit (Erregbarkeit) der Nerven zu Grunde liegt, sodaß einwirkende Reize stärkere und intensivere Reaktionen bedingen als im normalen Zustande. Bei E. der Sinnesnerven findet Lichtscheu, Funkensehen, Ohrenklingen, Widerwille gegen Gerüche u. s. w. statt. Ein erethisches (erethistisches) Geschwür ist hochrot, sehr empfindlich und schmerzhaft, aber ohne die zur Heilung notwendigen plastischen Ausschwitzungen. Das erethistische Stadium mancher Fieber ( B. des Typhus) kennzeichnet sich dadu „daß die Kranken durch die leisesten . adhx (Licht, Geräusch, Anreden, Berührung u. Izu Irrereden, Herumwerfen, Zuckungen u. dgl. veranlaßt werden, im Gegensatz zu dem torpiden Stadium, wo sie betäubt und schwer erregbar daliegen. Erctria, eine der ältesten und ansehnlichsten Städte der Insel Euböa, auf der Westküste am Euripos 18 Em südlich von Chalkis gelegen, ursprünglich von Minyern gegründet, zu denen dann ionische Ansiedler hinzukamen, gelangte durch Schifffahrt und Handel bald zu solcher Bedeutung, daß es mit Chalkis um den Besitz der zwischen beiden Städten gelegenen fruchtbaren lelantischen Ebene und um die Suprematie auf der Insel kämpfte, mehrere von den Cykladen unter seine Oberherrschaft brachte und eine Anzahl Kolonien in Unteritalien, Sicilien und auf der Halbinsel Chalkidike gründete. Im ersten Perserkriege wurde die Stadt 490 v. Chr. von den Truppen des Darius I. unter Datis und Artaphernes durch Verrat erobert und zerstört, die Bewohner zu Sklaven gemacht und nach Susa, von dort in das Land der Kissier abgeführt; bald aber wurde sie, wahrscheinlich mit Hilfe der Athener, wiederhergestellt und blieb bis in die röm. Kaiserzeit nächst Chalkis die bedeutendste Stadt der Insel. Seit dem frühen Mittelalter ist sie verschollen; ein in der neuern Zeit zwischen ihren Ruinen angelegtes Städtchen, in welchem die griech. Regierung die 1824 aus ihrer Heimat vertriebenen Bewohner der Insel Psara angesiedelt hatte, ist wegen des ungesunden Klimas (infolge der Versumpfung der Meeresküste) fast ganz wieder verödet.