FeedExplosionsgeschosse
TechnikBrockhaus 1882

Explosionsgeschosse heißen solche für Gewehre bestimmte Geschosse, welche durch ein in denselben befindliches explosives Präparat zündend auf das Ziel wirken oder selbst, ähnlich den Sprenggeschossen der Geschütze, sich am Ziele zerteilen und so ihre Wirkung vervielfältigen. Durch die internationale Konvention von Petersburg (1868) wurde aus Rücksichten der Humanität die Anwendung der E. im Kriege ausgeschlossen. Bis dahin waren E. beim preuß. Zündnadelgewehr in Gebrauck gewesen. Dieselben hatten die Form des gewö hnlichen Geschosses (Langblei); in der Spitze baand sich eine cylindrische Aushöhlung, in welche beim Schießen ein kupfernes Sprenghütchen gesteckt wurde. Dasselbe explodierte beim Durchschlagen eines harten Gegenstandes, z. B. der Wand eines Munitionskastens und brachte das darin befindliche Pulver zur Explosion. Dreyse (s. d.) hatte ein Granatgewehr konstruiert, welches ausschließlich eiserne E. schießen sollte; die Einführung desselben unterblieb infolge gedachter Konvention. Die Anwendung von CE. bei Gewehren würde gegenwärtig völkerrechteswidrig sein. Die Anschuldigungen franz. Blätter, die Deutschen hätten 1870/771 CE. benutzt, waren gänzlich grundlos.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 6, S. 484Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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