Fangdamm bei Fundierungen ist eine dammartige, wasserdichte Umschließung einer im Wasser gelegenen Baustelle. Nach erfolgter Herstellung des F. wird die Baustelle ausgepumpt, worauf die Gründung, Fundierung und die Ausführung des Mauerwerks im Trocknen vorgenommen werden kann. Fangdämme finden insbesondere bei Erbauung von Brückenpfeilern in nicht zu tiefen Gewässern, bei Herstellung von Ufermauern und Widerlagern Verwendung. Nach Art des Dammkörpers unterscheidet man Fangdämme aus Erde, solche mit einseitiger Begrenzung durch Holzwände, isoliert stehende Spundwände und Kastenfangdämme aus zwei oder mehrern Holzwänden und dazwischen gefüllter Erde oder anderm Dichtungsmaterial (Thon, Lehm, Dünger, Beton). Die Krone der Fangdämme wird 0,3 —055 müber den höchsten Wasserstand, welchen man abhalten will, gelegt. (S. Fundierung.) In Häfen, wo von einer Seite her noch die Flut eindringt, während andererseits der Ebbestrom abfließt, hat man, wie zu Willemsoord und Nieuwediep, in einer bestimmten Entfernung vom Ufer, z. B. 150 m, einen Leitdamm (Leidam) hergestellt und mittels eines sich an diesen unter spitzem Winkel anschließenden Flügels oder F. (Vangdam) das Ebbewasser der See gefangen, hierdurch zum Abflusse zwischen diesem Damme und dem Ufer gezwungen und durch die dabei entstehende Strömung der Versandung des Hafens vorgebeugt. Bei Anlage von Durchstichen an Flüssen endlich pflegt man mitunter als F. auch denjenigen dammartigen Teil zu bezeichnen, welcher zwischen dem neuhergestellten Durchstichgraben und dem alten Flußbette verbleibt, um erst bei der eigentlichen Eröffnung des Durchhanghenf zu werden. Faugheuschrecke, auch Gottesanbeterin + religiosa), heißt eine im südl. Europa äufige, zuweilen aber auch in Süddeutschland bis zum Main vorkommende Art der Gattung Mantis, welche sich vor den verwandten Heuschrecken dadurch auszeichnet, daß der dreieckige, sehr bewegliche Kopf auf einer langen, fast stabförmigen Vorderbrust getragen wird, deren Glieder zu mächtigen Fangarmen umgewandelt sind. Der eiförmige, ziemlich dicke Leib wird von vier langen Gangbeinen getragen, deren Schenkel nicht verdickt und also auch nicht zum Springen geeignet sind. Die Flügeldecken sind fast so lang wie der Leib und häusig pergamentartig, die Unterflügel sind, wie bei allen Orthopteren (s. d.), fächerartig zusammengelegt. Die Fangarme haben ein mächtiges, in einen krummen, scharfen Haken auslaufendes Endglied, das in eine Rinne des Mittelgliedes wie eine Messerklinge in ihr Heft eingeschlagen werden kann und auf der Schneide oft mit spizen Dornen besetzt ist, ebenso wie die Scheide auf beiden Rändern. Die äußerst gefräßigen Tiere sitzen mit aufgerichteter Vorderbrust und erhobenen eingeklappten Fangarmen in einer Stellung da, welche den Volksglauben veranlaßt hat, sie erhöhen die Hände zum Gebet. Sie lauern auf ihren Raub, welcher aus Insekten, bei den größern brasilianischen Arten sogar aus kleinen Eidechsen und Vögelchen besteht und den sie listig beschleichen und mit den Fangarmen packen. Die europäische Art wechselt sehr in der Farbe, ist bald grün, bald braungrau und legt große, in Gefache geteilte ECierhaufen, ähnlich denen der Schaben.