Holz (künstliches), im allgemeinen ein dem natürlichen H. in Zusammensetzung und techni— schen Eigenschaften ähnliches Material. Am häugsten bezeichnet man damit eine Masse, die aus eingepulverten Sägespänen mit Hilfe eines pasenden Bindemittels durch Pressen in Formen her-Rach einen (S. Bois durci und Holzeement.) Nach einer andern Methode dient hierzu ein feiner Holzstoff, wie er in der Papierfabrikation benutzt wird. Derselbe gibt, mit einer Leimlösung imprägniert, gepreßt und getrocknet, eine feste Masse, die durch mehrere heiß aufgetragene Anstriche mit Leinölfirnis vor der Einwirkung der Nässe geschützt wird. In neuerer Zeit werden aus solchen Holzpasten meist Galanterie- und Bijouteriewaren, Reliefornamente für Möbel, Bilderrahmen u. s. w. als wohlfeiler Ersatz der Holzschnitzerarbeiten hergestellt. Ein mit Rücksicht auf Naturähnlichkeit wesentlich vervollkommnetes Verfahren ist das von B. Harraß in Böhlen (bei Rudolstadt). Nach demselben bildet den Hauptbestandteil der Paste die durch chem.⸗mechan. Auflösung des H. in feinster Gestalt Hrontem Cellulose (Holzfaser), welcher in betimmtem Verhältnis diejenigen Klebestoffe (Fett, Gummi, Zucker, Eiweiß u. s. w.) zugesetzt werden, durch deren Vorhandensein im natürlichen H. der innige Zusammenhang der Fasern bedingt wird. Durch Beizung erhalten dergleichen Gegenstände das Aussehen irgendeiner Holzart, während die Fähigkeit des Materials, sich sägen, feilen, hobeln, bohren, schneiden, schleifen, polieren, lackieren und vergolden zu lassen, alle für H. gebräuchlichen Formen und Dekorationsarten gestattet. Um in noch höherm Grade die eigenartige Schönheit des natürlichen H. in Textur und Färbung zu erreichen, werden die so hergestellten Ornamente u. s. w. mit einer Fournierung von Naturholz überzogen. Die ohne Fournierung in «Roh- oder Schwarzmasse v ausgeführten Holzpressungen werden öfters als künstliches ½½½ bezeichnet.