Fanuo, Name mehrerer jüd. Gelehrten aus der gleichnamigen ital. Stadt, unter welchen der bekannteste ist Menachem Asarga (auch Immanuel) F., reichbegüterter kabbalistischer Schriftsteller in Reggio und Mantua, wo er hochbetagt 1620 starb. Von seinen zahlreichen Arbeiten ist nur ein Teil während seines Lebens, überhaupt aber nicht alles im Druck erschienen. Fanö, dän. Insel an der Nordseeküste, südlich von der Hjertingbucht und durch den Graadyb von der Halbinsel Skallingen getrennt, gehört zum Amt Ribe und zählt auf 5364 ha (1880) 3228 E. Der bei weitem größte Teil der Oberfläche besteht aus Dünen, Flugsand und Heide; nur in unmittelbarer Nähe der Wohnplätze gibt es kultivierten Boden; auch der Wiesenbau ist unzulänglich. Die Einwohner treiben nur spärlich Fischerei, aber bedeutende Frachtfahrt; ohne die Boote von weniger als 4 t zählt man (1881) 131 Schiffe von 15893 t Tragfähigkeit. Eine Navigationsschule ist im Dorfe Odden eingerichtet worden. Die Frauen von F. tragen eine sehr eigentümliche Tracht. Fänö, bedeutendes Landgut im südl. Upland, am Mälarsee, Geburtsort des Reichskanzlers Axel Oxenstjerna (s. d.). Fanon (frz., vom althochdeutschen fano, Fahne), in Frankreich Name der kleinen, nicht als Feldzeichen geltenden Fahne, welche auf den Lagerplätzen dazu diente, den Standort der einzelnen Kompagnien zu markieren. Jetzt wird dafür der Ausdruck guidon gebraucht. F. heißt ferner das kleine Handtuch (manipulum) der kath. Priester so- wie der Schleier, unter welchem der Subdiakon die Patene hält, sodann der feine seidene Schleier, welchen sich der Papst nach Anlegung der Alba und des Gürtels zur Abhaltung einer feierlichen Messe über das Haupt hängt, dann über die Schultern zieht und vorn zusammenwickelt (auch Orale genannt). Auch dient F. zur Bezeichnung des Bandstreifens (zudarium) an den einwärts gebogenen Stäben der Abte und der Bänder, welche zu beiden Seiten der Krone der deutschen Kaiser herabhingen. In der Chirurgie ist F. eine Art Schrein (Strohlade), deren man sich früher bei Beinbrüchen bediente; sie bestand aus einem geraden, mit Stroh gepolsterten Stocke, der mit einer Binde umwickelt wurde. Falscher F. (kaux fanon) war eine Leinwandkompresse, welche zwischen Strohlade und Bein gelegt wurde. ant (ital. fante), junger Bursche, mit dem Nebenbegriff des Unreifen und Leichtfertigen. Fantasia, als Fremdwort in die neuern orient. Sprachen aufgenommen, bedeutet alles, was auf höhern Lebensgenuß Bezug hat, wie z. B. Gesang, Tanz, Tummeln des Rosses u. dgl.; dann aber eine an Waffen und Gerät angebrachte Verzierung, Blumenschmuck im Haar und auf der Speisetafel, kurz jeden über das Notdürftige hinausgehenden Luxus. Insbesondere bezeichnet man jedoch mit F. im Orient öffentliche Festaufzüge, Produktionen von Künstlern, die von Musik begleiteten mimischen e Tänze und Gesänge der Almees (s. d.), ebenso auch in Spanien die Scheinkämpfe, welche bei verschiedenen Festen zwischen Christen und Mauren aufgeführt werden. Fantasie, Schloß bei Donndorf (s. d.) im bayr. Regierungsbezirk Oberfranken. Fanti, ein Negerstaat an der afrikan. Goldküste üdlich von Aschanti), an dessen Küste der Hauptpunkt der engl. Macht in diesen Gegenden, Cape Coast Castle, gelegen ist. Die Bewohner von F. sind mit den Bewohnern von Aschanti gleicher Abstammung und sprechen eine und dieselbe Sprache (das Odschi oder Tschi); beide Staaten führten zu Beginn des 19. Jahrh. blutige Kriege miteinander, infolge deren die Macht F.s, das bisher mit Aschanti rivalisiert hatte, gebrochen wurde. Seit 1864 ist das Land völlig unter brit. Oberhoheit geraten. Fanti (Manfredo), ital. General, geb. 24. Febr. 1808 zu Carpi im Modenesischen, trat als Kadett in die Militärschule seines Geburtslandes und verließ dieselbe als Genieoffizier. Anfang 1831 schloß er sich der revolutionären Bewegung an, welche die Vertreibung des Herzogs von Modena und die der Osterreicher aus Oberitalien zum Zweck hatte. Nach dem unglücklichen Gefecht zu Rimini 25. März wandte er sich mit seinen Schicksalsgenossen nach Ancona und schiffte sich hier ein, fiel aber den Österreichern in die Hände und ward nach Kufstein abgeführt. Nach seiner Freigebung trat er erst in Frankreich, dann in Spanien in militärische Dienste und brachte es daselbst bis zum Obersten im Generalstabe. Als 1848 die Revolution in Italien ausbrach, kehrte er in sein Vaterland zurück, wurde von der provisorischen Regierung in Mailand zum Generalmajor ernannt und leitete in Gemeinschaft mit Maestri und Rastelli die Verteidigung der Stadt gegen die OÖsterreicher. Im Feldzuge von 1849 befehligte F. eine Brigade in der lombard. Division, an deren Spitze der General Ramorino stand, und als dieser wegen seines Verfahrens zur Rechenschaft gezogen ward, übernahm er das Kommando über das ganze Korps. Nach der Niederlage der Piemontesen bei Novara blieb zwar F. der sardin. Armee einverleibt, wurde jedoch in Disponibilität und auf Halbsold gestellt. Erst 1855 trat er wieder in Aktivität, indem er den Befehl über eine der vier Brigaden übernahm, welche zur Unterstützung der Westmächte in die Krim abgingen. Nach seiner Rückkehr wurde er zu Nizza-Monferrato in die sardin. Kammer gewählt. Im Kriege von 1859 erhielt F. den Grad eines Generallieutenants und befehligte die 2. piemont. Division, an deren Spitze er im Verein mit Cialdini an der Sesia Demonstrationen gegen die Österreicher machen mußte, um den Flankenmarsch der Franzosen auf Novara zu maskieren. Am 30. Mai überschritt er die Sesia, vertrieb den Feind aus Confienza und schlug am 31. einen Gegenangriff des Generals Weigl ab. Weder bei Magenta noch bei Solferino konnte F. wirksamen Anteil an der Schlacht nehmen. Im Oktober desselben Jahres boten ihm die Staaten Mittelitaliens (Toscana, Parma, Modena und Romagna) den Oberbefehl über ihre sämtlichen Streitkräfte an. Er trat nun aus der sardin. Armee und nahm jene Stellung an, in welcher er energisch und erfolgreich für die Organisierung und Disciplinierung der jungen Kriegsmacht thätig war. Nachdem Graf Cavour im Jan. 1860 wieder ans Ruder getreten, wurde F. in das neue Kabinett als Kriegs- und Marineminister berufen, und im Februar erfolgte seine Ernennung zum Senator. Als solcher bereitete er die Expedition der Piemontesen in den Kirchenstaat vor und entwickelte unter den größten Hindernissen eine beispiellose Thätigteit, um das ital. Heer nach dem Maßstabe der neuen Erwerbungen 5 reorganisieren. Der König ernannte ihn damals zum Armeegeneral (Marschall). Als nach Cavours Tode Ricasoli im Juni 1861 ein neues Kabinett bildete, legte F. das Kriegsministerium nieder. Dafür übernahm er im H Jahre das Kommando des 5. Militärepartements zu Florenz. Hier starb er 5. April 1865. Sowohl in seiner Vaterstadt als in Florenz hat man ihm ein Denkmal errichtet.