FeedFathipur (Fatehpur)
ErdkundeBrockhaus 1882

Fathipur (Fatehpur), ein Distrikt der Division Allahabad der brit.⸗ind. Lieutenant-Gouverneurschaft der Nordwestprovinzen, mit einem Areal von 4108 dm und einer Bevöltkerung von (1872)663 81⁵ E., in dem Doab (s. d.) des Ganges elegen, wird nördlich von letzterm, südlich von der D westlich von dem Distrikt Cawnpore und östlich von dem Distrikt Allahabad begrenzt, welche letztere beide gleichfalls zu der Division Allahabad gehören. Das Land ist fruchtbar, gut angebaut und mit Städten und Dörfern überdeckt. F. wurde 1194 von den mohammed. 1 Peherr unter Shahabuddin-Muhammed, dem Beherrscher von Ghizne, erobert. Diese befestigten ihre Macht daselbst in dem Maße, daß sie erst von Humayan, dem Sohne von Baber, unter dem Befehle von Sher-Shah von dort wieder vertrieben werden konnten. Nachdem Akbar den Sitz der Regierung des Großmogulats von Delhi nach Agra verlegt hatte, gelangte der angrenzende Teil des Doab und somit auch F. zu großem Aufschwung und polit. Bedeutung. Im J. 1659 fand 32 km von der Stadt F. bei Kudjon ein blutiges Zusammentreffen von Aurengzeb und seinem Bruder Shuja in ihrem Streite um die Herrschaft statt, worin der letztere gänzlich unterlag. Durch Traktat vom 16. Aug. 1765 zwischen der engl.⸗ostind. Kompagnie und Shuja-ud-Dawlah, dem Nabob von Oude, wurde bestimmt, daß F. dem Kaiser von Delhi zuerteilt werden solle. Shah-Allam trat seine Ansprüche auf den betreffenden Teil des Doab indessen 1772 an die Mahratten ab. Die ostind. Kompagnie nahm hieraus Veranlassung, 1. Mai 1775 den Vertrag vom 16. Aug. 1765 rückgängig zu machen und F. dem Nabob von Oude wieder zu überliefern. Dieser trat dasselbe 10. Nov. 1801 aber schließlich wieder an die ostind. Kompagnie ab. Die Hauptstadt Fathipur, gelegen unter 25 57, nördl. Br. und 80 54 östl. L. (von Greenwich), Sitz der Distriktsbehörden, ist eine große und betriebsame Stadt mit 20478 E.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 6, S. 601Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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