Feith (Rhijnvis), einer der vorzüglichsten Dichter Hollands und nächst Bilderdijk der Wiederhersteller der verfallenen holländ. Poesie, geb. 7. Febr. 1753 zu Zwolle in Oberyssel, zeigte schon früh die glücklichsten Anlagen zur Dichtkunst. Nachdem er in Leiden die Rechte studiert hatte, lebte er seit 1776 in seiner Vaterstadt seiner Lieblingsbeschäftigung. Er versuchte sich fast in allen Formen der Dichtkunst; in frühern Zeiten neigte er sich sehr zu dem besonders von Bellany angestimmten empfindsamen Tone, der in seinem Romane Ferdinand und Konstantiav (1785) vorherrscht. Nach dem Wiederaufleben der Poesie Hollands schrieb er das Lehrgedicht Het Grafe (Amsterd. 1792; deutsch von Eichstorff, 1821), durch welches bei guter Anlage und vielen trefflichen Stellen doch noch immer jener empfindsame Ton durchklingt. Frei davon, aber ohne bestimmten Plan ist De ouderdom o (Amsterd. 1802). Unter seinen lyrischen Gedichten 4Oden en gedichten (4 Bde., Amsterd. 1796— 1810) sind mehrere Hymnen und Oden durch Schwung und Gefühl ausgezeichnet. Von seinen Trauerspielen wurden besonders Thirzay (Amsterd. 1784), Johanna Grays (Amsterd. 1791 und „Ines de Castrop (Amsterd. 1793) geschätzt. In Verbindung mit Bilderdijk gab er van Harens berühmtem Gedichte De Geuzeno eine glattere Form. Seine Brieven aan Sophie over den geest van de Kantiaansche wijsbegeerter (Amsterd. 1806) sind ein schwaches Werk. Unter seinen prosaischen Werken zeichnen sich seine Prieven over verscheiden onderwerpen (6 Bde., Amsterd. 1784—94) durch gebildeten Stil und feine Bemerkungen aus. Er starb zu Zwolle 8. Febr. 1824. Eine Gesamtausgabe seiner Werke (11 Bde., Rotterd. 1824) ist nach seinem Tode erschienen.