Bilderdijk (spr. Bilderdeik, Willem), niederländ. Dichter, geb. 7. Sept. 1756 zu Amsterdam, studierte zu Leiden die Rechte und praktizierte dann im 4 Bei dem Einbruche der Franzosen verließ er als Anhänger des Erbstatthalters sein Vaterland, begab sich erst nach Braunschweig, später nach London und kehrte 1806 in die Heimat zurück. Nachdem er 5. 5. in Leiden gelebt, ging er nach Harlem, wo er 18. Dez. 1831 starb. B. zeigte in allen Richtungen der Poesie, in der Lyrik, im Epos und dem Drama eine große technische Begabung. Von seinen didaktischen Dichtungen sind die bedeutendsten: „Buitenleveno (Amsterd. 1803), eine Bearbeitung von Delilles L'homme des champso; De ziekte er geleerdeno (Amsterd. u. Haag 1807; 2. Aufl. 1829) und De menscho (1808), eine Umdichtung von Popes Essay on manv. Zu seinen besten lyrischen Dichtungen gehören: „Hollands verlossingo ( Bde., 1 1813—14; 2. Aufl. 1833), die Hymne Willem Frederiko (1815), sein (Wapenmingen (Amsterd. 1815). In den spätern Jahren schrieb B. die Fragment Leblieben? cische Dich tung De ondergang der eerste wereld' (Amsterd. 1820; neue Ausg. von da Costa, Amsterd. 1845— 300 Diesen seinen Hauptwerken schließen sich noch zahlreiche Sammlungen kleinerer Dichtungen an die unter den ver rter Mei Titeln erschienen. Bei schon früh bewunderter Neisterschaft im Technischen zeigen seine Poesien Reichtum an Gedanken und Korrektheit des Ausdrucks, doch fehlt es ihnen an Innigkeit und Frische. Wenig bedeutend sind seine Treurspelen v (eTrauerswickev, 3 Bde. Haag 1808 —9). Ins Ausland ist wenig von ihm gedrungen. De geestenwereldo und «Het Maarachtig goedo, zwei erst nach B.s Tode von David (Amsterd. 1843) herausgegebene Dichtungen, wurden von Quack (Stuttg. 1853) ins Deutsche übertragen. Eine Gesamtausgabe nehtmerkenv (Harl. 1857—60) umfaßt 16 Bände Mit seiner poetischen Thärigkeit verband B. zugleich das theoretische Studium der Muttersprache Von seinen in 9105 Gebiet einschlagenden Schriften sind hervorzuheben: die Verhandeling over de geslachten der naamwoordeno (1805; 1818), Taal-en dichtkundige verscheidenhedeno (4 Bde., 1820 — 23), „Geslachtlijst der Nederduitsche naamwoordeno (2 Bde., 1822; 2. Aufl., 3 Bde., 1832 — 34), Nieuwe taal-en dichtkundige verscheidenhedeno (4 Bde., 1824—25), Nederlandsche spraakleerd (1826). Der vaterländischen Geschichte widmete er in der absolutistisch ac sei. nen Geschiedenis des vaderlandso, die nach seinem Tode von Tijdeman (12 Bde., Leid. 1832—39) lung. — 8.3 wurde, eine ausfu rliche Darstelung. — Bis zweite Gattin, Katharine Wilhelmine B., geborene Schweickhardt, geb. im Haag 3. Juli 1777, gest. in Malern 16. April 1830, widmete sich mit Erfolg der Malerei und Dichtkunst. Unter ihren Be.Lurt welche gesammelt als Dichtwerken (2 Bde., Amsterd. 1859) erschienen, sind die (Overstrooming van Gelderlando (1809), die Gedichten voor kindereno (Amsterd. 1813) und 20 Tragödie «Elfriden geschätzt. Vgl. da Costa, 4„Overzicht van het leven en de werken van B.v (Amsterd. 1844); ten Kate, B. en da Costas (Amsterd. 1862); Gorter, Bilderdijko (Amsterd. 1871).