FeedFencibles (engl.)
Bildende KunstBrockhaus 1882

Fencibles (engl.), Küstenwächter, Strandverteidiger. in Wien 4. Sept. 1796, wo er die Akademie besuchte. Seine Richtung hat indes gleich derjenigen der besten österr. Künstler jener Zeit mit der leeren Schablonenhaftigkeit des damaligen Schulwesens nichts gemein, sondern ist vielmehr ein gesunder Protest volkstümlicher Realistik gegen die Hohlheit des Unterrichts der klassizistischen Lehrer. F. stieg ähnlich wie Danhauser, Waldmüller u. a. in die Tiefe des nationalen Volkslebens und förderte köstliche Proben innigster Gemütlichkeit und anspruchslosester Schönheit zu Tage. Besonders Frauen- und Kindergestalten weiß er mit rührender Naivetät darzustellen, auch liebt er es besonders, sich in genrehaften Motiven aus dem Leben des Landvolks zu ergehen. Seine Zeichnungen übertreffen seine Gemälde, deren Kolorit der Kraft ermangelt. Zu seinen besten Schöpfungen gehören das Gewitter, die Bekränzung des Marienbildes, das Mädchen vor dem Lotteriegeschäft (1829, jetzt in der kaiserl. Galerie), die Niete (Gegenstück zum vorigen, 1830); unter den Zeichnungen: der Künstler mit seiner Mutter spazieren gehend, die spielenden Kinder, Naturalia non sunt turpia. Neben dieser künstlerisch-selbständigen Thätigkeit F.s ist diejenige, zu welcher ihn Amt und Broterwerb brachten, die nebensächliche, obwohl sein feiner Stift, seine sorgfältige Manier auch darin Treffliches leistete. F. war nämlich Zeichner an dem damaligen k. k. Antikenkabinett und lieferte viele archäologische Arbeiten. So die ausgezeichnete Kopie des Amazonenarkophags, der Gemma Augusteèa, des röm. Moaikbodens aus Salzburg. Auch Illustrationen gingen häufig aus seiner Hand hervor, z. B. zu Hormayrs «Geschichte Wiens v», Dibdins Bibliographical tour in France and Germanyy. Er starb in Wien 28. Aug. 1842.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 6, S. 671Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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