Friedländer (Friedr.), österr. Genremaler, ge zu Kohljanowitz in Böhmen 1825, war Schüler Waldmüllers in Wien und begann seine Laufbahn 1818 mit einem Bilde: Mönche am Grabe eines Märtyrers, dem des Malers Traum, Tod des Torquato Tasso, Friedrich II. der Hohenstaufe und Peter de Vinea, Hans Hemling und ähnliche Darstellungen der histor. Anekdote folgten. Nach einer 1850 unternommenen Reise nach Italien und längerm Iach Wie in Düsseldorf und Paris kehrte er 1853 nach Wien zurück und wendete sich nun mit Entschiedenheit der Darstellung des Volks- und Familienlebens zu. So mannigfalkig F. sich auch auf allen Gebieten dieser Richtung hervorgethan, so hat ihn doch hauptsächlich die Schilderung des Lerbens österr. Invaliden zur allgemeinen Beliebtheit ngebracht. Zu seinen hervorragendsten Bildern gehören: Scene beim Juwelier, nach der Lottoziehung, Kirchweihfest in Mariabrunn, der Brandstifter (pra⸗ „ger Museum), der neue Kamerad (Akademische Gale⸗ „rie), Erdbeerlieferanten, Invaliden in der Cantine 1cheide in der Galerie des Belvedere), das Leihhaus n(Eigentum des Herzogs von Coburg), der Toast, die Weinverteilung (beide Eigentum des Kaisers Franz Joseph). Zahlreich sind kleine Bildchen, welche zumeist Liebe, Wein, Politik u. dgl. in naiv humoristischer Weise zur Anschauung bringen. riedländer (Julius), Numismatiker, geb. 1813 in Berlin, besuchte das Gymnasium zum Grauen Kloster daselbst, studierte in Bonn und Berlin, reiste 1838 und 1839 in Italien, arbeitete seit 1840 in der königl. Sammlung der antiken Münzen und ordnete dieselbe neu. Von 1844 bis 1847 reiste er wieder in den klassischen Ländern, um Ankäufe für das Münzkabinett zu machen (3400 griech. Münzen); verwaltete seit 1854 die Sammlung der antiken Münzen, und vereinigte endlich 1864 die beiden bis dahin getrennten Sammlungen der antiken und neuern Münzen, welche erst von da an als „Münzkabinetto eine Abteilung der Museen bilden. Im J. 1873 besorgte er in London und 1875 in Gratz den Ankauf der großen Sammlungen 1. Münzen des Generals Fox und des Grafen Prokesch; durch diese wie durch eine lange Reihe anderer angekaufter beträchtlicher Sammlungen und Einzelkäufe ist das berliner Münzkabinett zu einem der größten in Europa geworden (nahe an 200000 Stück: 60000 griechische, 35000 römische, 7000 Privatmedaillen, 70000 mittelalterliche und neuere, 20000 orientalische). Außer zahlreichen kleinern numismatischen Schriften und Abhandlunich: «Die oskischen Münzeno (Lpz. 1850, mit 10 Tafeln), „Die ital. Schaumünzen des 15. Jahrh. v 4 Hefte, Berl. 1880 —82, mit 42 heliograph. Lafeln), Das königl. Münzkabinett. Geschichte und 2. Aush. der Sammlungv Rar Alfred von Sallet, 2. Aufl., Berl. 1877), «Markgraf Karl Philipp von Brandenburg und die Gräfin Salmouro (Berl. 1881; ins Italienische übersetzt von V. D'Ercole, Turin 1883).