Fere (La), Stadt und Festung vierter Klasse im franz. Depart. Aisne (Picardie), Arrondissement Laon, am Zusammenfluß der Serre und der Oise, 25 km im Nordwesten von Laon und an der Linie Tergnier-Laon der Französischen Nordbahn in 53 m Höhe über dem Meere gelegen, hat ein schon 1666 errichtetes, sehr bedeutendes Bauarsenal und die älteste Artillerieschule Frankreichs, die 1719 gegründet ist. Der Ort zählt (1876) 4895 (Gemeinde 4914) E., welche Handel mit Mehl, Ol, Seife und Leder treiben. In dem nach der Stadt benannten Walde liegen viele Glashütten, besonders zu St.⸗ Gobain, Endpunkt einer Zweigbahn, welche bei Chauny von der Hauptlinie (Paris-Erquelines) der ½½. abzweigt. Die Stadt F. erscheint zuerst im 10. Jahrh. als einer der festen Plätze der Bischöfe von Ladn unter dem Namen Fara im Pagus Laudunensis; im 12. Jahrh. gehörte der Ort zur Herrschaft Couci, im 15. Jahrh. zur Grafschaft Marle; sie wurde 1579 von Condé, 1580 vom Marschall Matignon erobert, 1589 von den Ligisten überrumpelt und 1595 von Heinrich IV. durch Kapitulation gewonnen. Am 1. März 1814 fiel sie ohne Widerstand der preuß. Brigade Thümen des Bülowschen Korps nebst reichen Vorräten zu; 1815 aber leistete sie den Verbündeten tapfern Widerstand. Im Deutsch-Französischen Kriege kapitulierte F. nach zweitägiger Beschießung 27. Nov. 1870. Nach dem Friedensschlusse ist F. durch mehrere Forts an der Somme verstärkt worden und bildet jetzt in Verbindung mit Laon eine leicht zu verteidigende Aufnahmestellung, in welcher gegen einen durch die Trouée de Chimay vorgedrungenen Feind die Schlacht angenommen werden kann. ere Champenoise (La), ein Städtchen im franz. Depart. Marne (Champagne), Arrondissement Epernay, am Flüßchen Pleurs, 37 km im Süden von Epernay gelegen, 120 m über dem Meere, Station der Lokalbahn Oiry-Romilly (im Betriebe der Ostbahn), zählt 1969 C., welche Transithandel treiben. Die Stadt ist durch das Gefecht vom 25. März 1814 berühmt geworden, in welchem die in drei Kolonnen auf Paris vorrückenden verbündeten Heere die Korps der Marschälle Marmont und Mortier zurückwarfen. Von den Verbündeten fochten in diesem Treffen nur Kavallerie und Artillerie gegen überlegene, aus allen Waffen zusammengesetzte Kräfte, welche sich mit äußerster Tapferkeit schlugen. Die Verbündeten waren 14000 Mann stark und verloren 1500 Mann, die Franzosen büßten gegen 10000 Mann bei 29000 Mann Gesamtstärke ein.