Fideris, Dorf und Bad im Bezirk Ober-Landquart des schweiz. Kantons Graubünden. Das Dorf liegt 902 meüber dem Meere, 17 km nordöstlich von Chur, 12 km nordwestlich von Klosters auf einer waldigen Anhöhe an der linken Thalseite des Prättigau und zählt (1880) 391 meist deutsche und reform. E. Das Bad, mit dem Dorfe durch eine Fahrstraße verbunden, liegt 1,5 km südlich von demselben, 1056 m über dem Meere, von Wiesen und Tannenwäldern umgeben, in der Schlucht des Fiderisbachs an der Vereinigung der Wildbäche Ariesch und Ratschitscha, besteht aus zwei ältern Kurgebäuden und einem 1874 errichteten Neubau nebst mehrern Nebengebäuden und besitzt drei eisenhaltige Natronsäuerlinge, deren Wasser namentlich bei allgemeinen Ernährungsstörungen, Chlorose und Anämie mit Erfolg an⸗⸗ gewendet wird. Schon 1464 urkundlich erwähnt, war das Bad F. vom 16. bis 18. Jahrh. einer der besuchtesten Kurorte der Schweiz. Infolge einer Zerstörung durch Wildwasser von 1804 bis 1806] geschlossen, geriet es etwas in Vergessenheit, bis 1863 das Bad in den Besitz einer Aktiengesellschaft uberging, welche die jetzige Straße herstellte, die gefährlichen Wildbäche eindämmte und durch zweckmäßige Neubauten und Kureinrichtungen dem altberühmten Kurort einen neuen Aufschwung gab. Vgl. Gsell-Fels, «Die Bäder und klimatischen Kurorte der Schweizo (Zür. 1880).