Figuèras, feste Stadt (Villa) der span. Provinz Gerona in Catalonien, 33 Km im NNO. von Gerona und 20 km von der franz. Grenze, liegt an der großen Heerstraße nach Frankreich unb an der Bahn Tarragona Barcelona-Französische Grenze, im Centrum des Ampurdan, einer weiten, mit Ol- und Obstbäumen bedeckten Thalebene, zwischen den Küstenflüssen Muga und Fluvia. Die Stadt hat düstere Gassen, eine schöne Pfarrkirche, ein Spital, ein Instituto, Seifenfabrikation und (1877) 11739 E. Die auf dem Gipfel des Stadthügels gelegene roße Citadelle (Castillo de San-Fernando), welche für die stärkste Festung Spaniens gilt und dessen Hauptschlüssel auf der Pyrenäenseite bildet, ist in der Mitte des 18. Jahrh. unter Ferdinand VI. ganz in Quadern erbaut und kann nebst gehörigem Proviant 16000 Mann Besatzung und 500 Pferde fassen. Die Festung, deren Erbauung 28½ Mill. Realen gekostet, wurde 27. Nov. 1794 von den Franzosen eingenommen, die dann bei derselben 14. Juli 1795 eine Niederlage durch die Spanier erlitten. Nachdem dieselbe im Juni 1808 abermals von den Franzosen erobert worden, überrumpelten sie 21. April 1811 die Spanier. Die Franzosen schlossen nun die Festung ein, schlugen 3. Mai das Entsatzheer Campoverdas 65 und nahmen sie 19. Aug. unter Macdonald durch Kapitulation, mußten sie aber 18. Aug. 1813 wieder räumen. Seit Frühjahr 1823 von den Franzosen unter Moncey belagert, kapitulierte F. 26. Sept. an Dumas. Im Mittelalter gehörte F. zur Grafschaft Ampurdan (Comitatus Empuritanus).