FeedFinlay (George)
Sagen & MythenBrockhaus 1882

Finlay (George), engl. Philhellene und Geschichtschreiber, geb. 21. Dez. 1799 zu Faversham in Kent, von schott. Abstammung, studierte in Glasgow, dann in Göttingen Jurisprudenz und begab sich, von philhellenischer Begeisterung erfüllt, 1823 nach Cephalonia, wo er sich an Lord Byron anschloß. Mit diesem traf er später auch wieder in Missolonghi zusammen und verließ ihn in polit. Geschäften erst wenige Tage vor seinem Tode. Nicht lange nachher nötigte eine gefährliche Erkrankung am Sumpffieber ihn, Griechenland zu verlassen. Den Winter von 1824 bis 1825 brachte er in Italien zu. Von dort ging er nach Edinburgh, um sein jurist. Eramen zu absolvieren, wurde jedoch durch seine philhellenischen Sympathien bald nach Griechenland zurückgezogen. Hier nahm er 1827 teil an Lord Cochranes erfolglosen Operationen zum Entsatz von Athen. Nach der Unabhängigkeitserklärung kaufte F. 1829 ein Landgut in Attika, dessen Bewirtschaftung als Muster für die Griechen dienen sollte; allein unter den obwaltenden ungünstigen Zeitverhältnissen mißlang dieser Versuch und nach dem Verluste seines Vermögens wendete F. sich von nun an in Athen litterarischen Arbeiten zu. Als erstes Resultat seiner Studien veröffentlichte er 1836&The Hellenic Kkingdom and the Greek nationo. Hierauf folgten Remarks on the topography of Oropia and Diacria (1838) und von 1844 sein Hauptwerk: 4Greece under the Romanso. Zum Zwecke fernerer Studien bereiste er die Levante, worauf 1847 zunächst seine Schrift &On the site of the Holy Sepulchren erschien. Als Fortsetzung seines Hauptwerks erschien 1851 «The history of Greece from its conquest by the Crusaders to its conquest by the Turks and of the Empire of Trebizondo; 1853—54 cistory of the Byzantine and the Greek Empires from 713 to 1453• (2 Bde.); 1856 4«History of Greece under the Ottoman and Venetian dominationo und 1861 (MHistory of the Greek Revolutiono. F. starb 26. denr 1876 in Athen. Sein Hauptwerk, das sich ebenso sehr durch Gelehrsamkeit und kräftigen Stil als durch philos. Geist und staatsmännische Einsicht auszeichnet, wurde nach seinem Tode unter dem Titel A history of Greéece from its conquest by the Romans to the present times (7 Bde., Orf. 1877) von Tozer herausgegeben. inmarken, der nördlichste Teil Norwegens (s. d.) und Europas überhaupt, bildet ein eigenes l Amt, das norweg. Lappland, und besteht aus einem schmalen, plateaureichen, von zwar durchschnittlich nur 3—600 m hohen, aber mit ewigem Schnee und Eis bedeckten Gebirgen durchzogenen, von uneladen Buchten durchschnittenen, mit steilen Felsgestaden zum Eismeer abfallenden und von gleichartig gebildeten Inseln umkränzten Küstenlande. Unter den Buchten sind die bedeutendsten der Alten⸗,i Porsanger⸗, Laxe⸗, Tana⸗ und Warangerfjord, unter den Flüssen der Alten und die Tana. Das Klima ist, wenn auch unter dem mildernden Einflusse des hier eisfreien Oceans nicht so excessiv kalt wie in andern Ländern gleicher geogr. Breite, doch immer sehr kalt und rauh. Dies gilt namentlich auch von dem Nordkap Europas, welches unter 71 10 15 nördl. Br., gegenüber dem Kap Nordkyn oder Kinerodden, der 300 m hohen nördlichsten Spitze des H * auf der wild zerklüfteten Insel Magerso iegt. Hier ist die Sonne von Mitte November bis Ende Miarß nicht sichtbar; dagegen sinkt sie von Mitte Mai bis Ende Juli gar nicht unter den Horizont. Die mittlere Temperatur des kurzen Sommers ist daselbst 5 R. Erst im August schwinden die letzten Schneefelder, und nun öffnen sich die Blumen dieses nördl. Klimas und ungeheuere Schwärme von Mücken bedecken das Land. Schlimmer als die Kälte des Winters, dessen mittlere Temperatur 4 R. unter Null, sind die Winterstürme, deren Wut alle Beschreibung übersteigt. Die einzigen wilden vierfüßigen Tiere sind auf der Insel Magerö wilde Renntiere und Hermeline. Je weiter im Norden, desto mehr erstirbt die Vegetation F.s. Dem Mangel an Holz helfen hier reiche Torflager ab. Nur an geschützten Stellen gewinnt man etwas Sommerroggen, Gerste, Kartoffeln und Küchengewächse. Der Graswuchs ist während des kurzen Sommers in den Flußthälern außerordentlich üppig und erreicht oft Mannshöhe. Kühen und Schafen gewährt das auf der dünnen Erdschicht am Abhange der Felsen auch im Winter unter der Schneedecke fortvegetierende Gras hinreichende Nahrung. Der Hauptreichtum der Einwohner aber sind die Renntiere. Der Phfang ist von Bedeutung und wird mit großer Rührigkeit betrieben. Auch das Einsammeln von Eiderdunen und die Jagd lohnt die Beschwerden. Am Kaafjord wird ein reiches Kupferbergwerk ausgebeutet. Die Bevölkerung besteht im nördl. Teile vorzugsweise aus Lappen (s. Lapplan d), einem finn. Volksstamme, und betrug 1878 auf 47 287,1 ꝗkm nur 26293 Seelen (0,8 auf 1 qkm), darunter 8100 Lappen und 5800 Finnen oder Kvänen, der Rest rein norweg. oder auch gemischter Rasse. Das Amt zerfällt in fünf Vogteien: Alten, Hammerfest, Tanen, Wardö und Waranger, von denen die zwei erstern West⸗, die übrigen Ost-F. bilden. Außer Magerö gehören zum Amte mehrere hohe Gestade-Inseln, von welchen Sörö, Seiland und Stiernö die größten sind. Das Amt zählt 13 Pfarreien und 20 Kirchspiele (Sogne). Es gibt drei Kaufstädte: Hammerfest (. d.), die nördlichste Stadt der Erde; Wardö, auf dem gleichnamigen Eilande, die östlichste Stadt Norwegens, mit (1876) 1322 C. und der nördlichsten, freilich unbedeutenden Festung Europas, Wardöhus; Wadsö, am Warangerfiord gelegen, mit (1876) 1764 CE., gutem Hafen (Ziel der Küstendampfschiffahrten) und etwas Handel. Außerdem sind bemerkenswert: Altengaard amAltenfjord, früher Hauptort und Amtssig von F., ein aus wenigen Häusern bestehendes Gut, mit einem von schönen Gängen durchzogenen Fichtenwalde, mit herrlicher Aussicht auf das Gebirge und das Meer, seit 1844 mit einem meteorolog.⸗ magnetischen Observatorium, dem nördlichsten der Welt. Dabei liegt der Hafenort Elvebakken, im Sommer der Sammelplatz vieler Schiffe, die getrocknete Fische gegen Kaufmannsgüter umtauschen. Talvikszam Altenfjord, 120 Em von Hammerfest, ist Hafenort, Handelsplatz und Dampfschiffahrtsstation. Nahe südlich davon liegt Kaaf jord, ebenfalls Dampfschiffahrtsstation mit einem wichtigen Kupferbergwerk. Die See gewährt beinahe das einzige Verkehrsmittel; die Gesamtlänge der Wege beträgt im ganzen Amte nur 116 km. ½½¹ altirische Kriegerkaste, s. u. Fenier. inne oder Akne nennt man eine in Verschwärung übergegangene verstopfte Talgdrüse oder Hautsalbendrüse. (S. Akne.) Auch heißt F. ein Blasenwurm, aus welchem bei Tieren und Menschen der Bandwurm entsteht. (S. Bandwurm und Blasenwürmer.)

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 6, S. 822Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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