Finnfische (Balaenoptéra) heißen diejenigen Arten der Walfische, welche zwar, wie der echte grönländ. Walfisch, Barten in dem Oberkiefer statt Zähne tragen, von diesem aber durch tiefe Hautfurchen an der Unterseite des Körpers und durch die Anwesenheit einer Rückenflosse sich unterscheiden. Die F. sind von länger gestreckter Gestalt, rascher und mutiger als die Walfische, haben weit weniger und schlechtern Speck als diese, auch sind ihre Barten kleiner und weniger geschätzt, sodaß man ihnen seltener nachstellt. Sie nähren sich vorzugsweise von Fischen, besonders Heringen. Zu ihnen gehören der Heringswal oder Finnfisch (Sildevhal der Norweger, B. boops, Physalus antiquorum) und der Buckelwal (Blaagohal der Norweger, B. Sibbaldi), die beide bis 30 mlang werden und überall um Norwegen vorkommen. Ihrer Wildheit und ihres geringern Thran- und Fischbeinerträgnisses wegen wurden sie früher nur selten gejagt; jetzt aber gelingt es mittels Geschütze, die auf 40 m Entfernung eine Harpune schleudern, welche mit einem Sprenggeschosse verbunden und an einem armsdicken Tau befestigt ist. Die Bombe tötet den Wal, und die Harpune mit dem Tau verhindert sein Untersinken. Ein F. von 25 m Länge liefert bis 80 t Thran; Fleisch und Knochen werden zu Guano verarbeitet. Der Schnabel- oder Zwergwal rostrata), der ebenfalls an den norweg. Küsten häufig erscheint und durch den schnabelförmig verlängerten Kopf sich auszeichnet, erreicht nur eine Länge von 10 m. Er wird seines wohlschmeckenden Fleisches wegen viel gejagt und wurde früher mit eisernen Pfeilen erlegt, die man durch kolossale Armbrüste abschoß. Der Keporkak der Grönländer (B. longimana) wird von den Eskimos gejagt; er unterscheidet sich durch lange Brustflossen. Finnische Kriege werden die beiden Kriege genannt, welche 1788—90 und 1808—9 zwischen Rußland und Schweden stattfanden. Der erste Finnische Krieg begann 1788. König Gustav III. von Schweden benutzte, während Rußland gegen die Türken Krieg führte, eine geringfügige Grenzverletzung als Kriegsanlaß und ließ eine schwed. Brigade aus Finland gegen Nyslot, ein stärkeres Heer gegen Fredrikshamn vorrücken. Die schwed. Flotte errang zwar 17. Juli einen kleinen Erfolg über die russische, wurde jedoch bald, nachdem Verstärkungen von Kronstadt her eingetroffen, von der letztern, welche Admiral Greigh (. d.) führte, völlig in Schach gehalten. Da sich im schwed. Offizierkorps eine bedenkliche Gärung zeigte, so verließ der König das vor Fredrikshamn stehende Heer, dessen Oberbefehl Herzog Karl von Södermanland übernahm. Man vereinbarte zunächst einen längern Waffenstillstand, und erst im Juni 1789 eröffneten die Russen die Feindseligkeiten, überschritten die Grenze, wurden aber bei Parosalmi von Oberst Stedingk geschlagen. Nach dem Eintreffen von Verstärkungen drangen jedoch die Russen abermals im nördl. Finland vor und trieben die Schweden zurück. Inzwischen waren im südl. Finland zwei schwed. Kolonnen auf russ. Gebiet gerückt, von denen die eine unter General Platen bei Davidstad ein glückliches Gefecht bestand, während die andere unter General Siegroth die Festung Fredrikshamn einschloß. Zur Einnahme dieses Platzes vereinigten sich beide Kolonnen unter des Königs Befehl und schlugen bei Likala ein zum Entsatz herankommendes russ. Korps. Bald darauf erfocht auch Stedingk, welcher inzwischen Verstärkungen erhalten hatte, bei Paskumaki einen entscheidenden Sieg, während die Russen unter Orlow-Denisow bei Kaipas dem schwed. General Kaulbars eine Niederlage beibrachten und dadurch das schwed. Hauptheer in der linken Flanke bedrohten. Der König zog sich deshalb unter Aufgebung der errungenen Vorteile hinter den Kymmene-Elf zurück. Zwischen den beiderseitigen Flotten kam es in diesem Jahre nur einmal, 26. Juli bei Sland, zu einem heftigen, aber unentschiedenen Kampfe, worauf die schwedische nach Karlskrona zurückkehrte. Auch die schwed. Schärenflotte konnte nichts ausrichten, da die Russen den Porkalapaß besetzt hielten und deren Verbindung mit der Feldarmee dadurch verhinderten; ein Teil derselben unter Admiral Ehrensvärd wurde 24. Aug. bei Svensksund von der dreifach stärkern russ. Flotte unter dem Fürsten von Nassau angegriffen, entzog sich geschickt dem überlegenen Gegner, mußte jedoch auf Befehl des Königs umkehren und selbst zum Angriff schreiten und wurde hierbei vernichtet. Im J. 1790 eröffneten die Schweden schon im April den Feldzug und brachten den Russen bei Walkiala eine Niederlage bei, mußten sich jedoch wieder zurückziehen, worauf Waffenstillstand geschlossen wurde. Die schwed. Flotte griff 13. Mai die russische vor Reval an, wurde jedoch mit großem Verlust abgeschlagen. Vom 3. bis 5. Juni fand ein heftiger Kampf der schwed. Flotte gegen die bei Kronstadt liegende Abteilung der russischen statt; doch mußten die Schweden zurückgehen, da das bei Reval liegende russ. Geschwader herankam, und wurden in der Bucht von Wiborg blockiert. Am 3. Juli gelang es der schwed. Flotte, sich durchzu300 Cen die große Huren ging nach Sweaborg, die 300 Segel starke Schärenflotte, auf welcher sich der König mit 20000 Mann Landtruppen befand, nach Syensksund. Die Russen folgten der Schärenflotte griffen dieselbe 9. und 10. Juli an, fanden jedoch verzweifelten Widerstand und wurden mit großem Verlust zurückgeschlagen. Danach wurde zu Werela Frieden geschlossen und der Territorialbestand beider Reiche blieb unverändert. ö Ein zweiter Finnischer Krieg brach 1808 aus, als nach dem Tilsiter Frieden Kaiser Alexander IJ. von Rußland auf Antrieb Napoleons beschloß, sich des schwed. Finland zu bemächtigen. Unter General Burhöwden rückten 21. Febr. 1808 16000 Russen über den Kymmene-Elf, schlugen die Schweden unter General Klingspor in mehrern kleinen Gefechten bis nach Uleaborg zurück, wurden jedoch 27. April bei Revolax geschlagen und zogen sich nach Gamla-Karleby zurück. Am 8. Mai wurde jedoch Sweaborg den Russen übergeben, auch traf ein russ. Division unter Barclay de Tolly als Verstärkung ein, doch erfochten die Schweden 13. Juli bei Lappo abermals einen Sieg. Die schwed. Schärenflotte ging im Juni mit einem Landungskorps von den Alandsinseln nach der Küste ab, landete bei Abo, wurde jedoch von Bagration demnächst zurückgewiesen. Zwei ähnliche Unternehmungen hatten ebenfalls keinen Erfolg, und eine dritte endete damit, daß die gelandeten Truppen, bei denen sich König Gustav IV. befand, 27. Sept. bei Helsinge eine vollständige Niederlage erlitten. Dagegen erfocht die schwed., mit der englischen vereinigte Flotte 6.Aug. bei Hangö Udd einen Sieg und blockierte die nach Baltischport zurückgegangene russische. Zu Lande hatte sich die Kriegslage für Schweden inzwischen verschlimmert; in Finland standen 85000 Russen gegen 17000 Schweden, und 14. Sept. erfochten die Russen bei Oravais einen großen Sieg, worauf Waffenruhe eintrat und Finland von den Schweden geräumt wurde. Im März 1809 ging ein russ. Korps unter Kulnew über den gefrorenen Bottnischen Meerbusen nach den Alandsinseln über, deren Besatzung über das Eis nach Schweden abzog, verfolgt von russ. Husaren und Kosaken. Ebenso ging Barelay de Tolly über die Bottnische Bucht nach Umea vor und vertrieb die dortige Besatzung. Während des Sommers fielen noch mehrere Gefechte in Westerbotten vor, worauf 17. Sept. 1809 au Fredrikshamn Friede geschlossen wurde; ganz Finland verblieb darin Rußland.