Halbflügler, Hemiptêren oder Rhynchoten heißt eine große Ordnung der Insekten, zu welcher unter den bekanntern die Wanzen, Cicaden, Blatt-, Schild- und die echten Läuse gehören. Sämtliche H. sind saugende Insekten und besitzen meist einen starren, aber gegliederten Rüssel, auch Schnabel genannt, der von Kinn und Lippe gebildet wird, die zu einer Röhre umgeformt sind. In dieser Röhre liegen die zu Stechborsten und zu dem eigentlichen Saugrüssel umgewandelten übrigen Mundteile. Die Augen sind meist klein, die Fühler mittellang, Brust und Hinterleib ihrer ganzen Breite nach miteinander verwachsen. Zuweilen fehlen die Flügel. Gewöhnlich aber sind vier vorhanden, wovon die vordern, wenigstens am Grunde, lederartig und fest sind, sodaß sie den Körper ganz oder zum Teil decken können, während die hintern stets hell, häutig und gewöhnlich nur von wenigen Adern durchzogen sind. Die Verwandlung ist unvollkommen; bei vielen kommen außergewöhnliche Fortpflanzungsarten (s. Parthenogenesis) vor. Die H. kriechen meist in ihrer vollendeten Gestalt aus dem Ei (bei nur wenigen, z. B. den Cicaden, findet sich eine verschiedene Larvengestalt) und bilden nie eine ruhende Puppe, sondern erhalten nur bei der ersten Häutung die Ansätze, bei einer spätern die vollständigen Flügel. Die H. sind teils Raubtiere, die mit ihrem spitzen Schnabel andere Tiere anfallen und aussaugen, wie die meisten Wanzen, teils leben sie äußerlich parasitisch, wie die Läuse, teils saugen sie, wie Cicaden, Blatt⸗ und Schildläuse, Pflanzen aus und werden dadurch schädlich. Fossile Reste treten zuerst in der Kreide auf. Über H. schrieben Burmeister in seinem Handbuch der Entomologiev, J. Hahn und H. Schäffer und endlich F. X. Fieber.