Forbes (Edward), engl. Naturforscher, der Schöpfer der Zoogeologie, geb. 12. Febr. 1815 zu Douglas auf der Insel Man, unternahm, nachdem er zu Edinburgh mediz. und naturwissenschaftliche Studien getrieben hatte, 1833 eine Reise nach Norwegen, stellte Beobachtungen der Gletscher an und beschrieb sie in den KNotes of a natural history tour in Norwayn. Die Ergebnisse eines Ausflugs nach dem Mittelländischen Meere legte er in der Abhandlung 4On the mollussa of Algiers and Bougias nieder, der sich die Malacologia Monensisv (Lond. 1838) anschloß, in der er ein Verzeichnis der in den Gewässern der Insel Man befindlichen Weichtiere gab. Ein umfangreicheres Werk war seine History of British starfisheso (Lond. 1841), dem er selbst die Zeichnungen lieferte. Zur Erangung der Naturgegenstände aus größern Wassertiefen hatte er zuerst das Dredge oder Schleppnetz in Anwendung gebracht, wodurch er der Konchyliographie und der Naturgeschichte überhaupt ein neues und weites Feld eröffnete. Auf seine Veranlassung wurden von der British-Association Dredge-Komitees errichtet, deren Arbeiten man die Entdeckung zu verdanken hatte, daß, wie es Zonen des tierischen und vegetabilischen Lebens auf den verschiedenen Höhen der Erdoberfläche gibt, sich ähnliche Zonen in den Tiefen des Meers finden. Der Expedition beigegeben, welche 1841 nach der Küste von Kleinasien abging, um die von Fellows zu Tage geförderten Skulpturen 1200 England zu bringen, fand F. auch hierbei Gelegenheit, seine speziellen Forschungen mit Erfolg zu betreiben. Eine Beschreibung der Expedition wurde von ihm und seinem Reisegefährten Spratt unter dem Titel &Travels in Lycia, Milyas and the Cibyratis (2 Bde., Lond. 1847) herausgegeben. Während seiner Abwesenheit hatte er den Lehrstuhl der Botanik in Kings-College erhalten; bald darauf wurde er zum Professor der Natureschichte an der königl. Bergschule und 1846 zum Paläontologen des Museums der ökonomischen Geologie in London ernannt. Er war die Seele der unter Leitung De La Beches veranstalteten geolog. Aufnahme Englands, in deren Memoirsv er die wichtigsten Untersuchungen über die Verteilung der Fauna und Flora auf den brit. Inseln veröffentlichte. Außerdem fertigte er eine geolog. und paläontolog. Karte Großbritanniens sowie eine Weltkarte an, in der er zum Teil nach seinen eigenen Ermittelungen die Phasen des oceanischen Lebens und die Grenzen der homöozootischen Zonen erläuterte. Eine Loology of the European seass erschien erst nach seinem Tode (Lond. 1859). Nachdem er 1852 zum Präsidenten der Geologischen Gesellschaft in London erwählt worden, erhielt er eine Professur der Naturgeschichte an der Universität Edinburgh. Hier starb er 18. Nov. 1854. Vgl. Wilson und Geikie, «Memoir of Edward F.v (Edinb. 1861)).