FeedAichpfahl
TechnikBau-Lexikon 1881

Aichpfahl, m., auch Mahlpfahl, Sicherpfahl, Heimstock, rz. palplanche, f. hydromètre, margueur, m., engl. water-gauge, marker (Wasserb.), ein Pfahl, welcher den gesetzlich erlaubten Stand des Aufschlagwassers eines Triebwerkes, oder auch die zulässige Höhe der Schützenschwelle angiebt, an dessen, resp. deren Innehaltung der Besitzer des letzteren gebunden ist, um die durch stbermäßiges Anspannen oder Aufstauen bewirkten Überschwemmungen od. Rückstaue in das Unterwasser anderer Triebwerke zu verhindern. Er besteht in einem ca. 16œm. Quadratseite habenden Pfahl, der entweder in das trockene Land fest eingerammt und mit Boden bedeckt, oder in die oder Grabensohle direkt eingestoßen wird. Im ersteren Fall braucht der Pfahlkopf nicht in gleichem Niveau mit der betr. Höhe zu stehen, doch muß der Höhenunterschied gesetzlich geprüft und notirt sein. Steht der Pfahl im Wasser, so giebt sein Kopf zugleich die Standwasserhöhe an. In beiden Fällen wird der Kopf gewöhnlich mit einer „Metallplatte überzogen, auf der sich ein Metallknopf befindet, welcher die Aichhöhe angiebt. S. Art. Pegel und Aichverfahren, n., 1. das Verfahren bei Aichung von „Gefäßen, Mäßen, Schiffen etc. ist gesetzlich geregelt und eine Beschreibung desselben dürfte hier überflüssig sein. — 2. (Hydrotechnik) das Verfahren behufs Regulirung der Vorrichtungen zu Messung durchlaufender Wassermengen heißt ebenfalls N. Zu 2 Bestimmung der Korrektions-Kosffizienten eines Hydrometers — bes. des Woltmann'⸗ schen H. und der tube-Darey — ist zum Theil auch die Benutzung einer bereits bekannten Geschwindigkeit nothwendig. Um dieselbe bei Mangel einer solchen zu erhalten, läßt man Wasser durch ein Gerinne in einen Aichkasten fließen, beobachtet die Zeit bis zu dessen Füllung u. erhält so die Wassermenge () pro e (fast stets pro Sekunde). Da man den benetzten Querschnitt (F) im Gerinne kennt, so ergiebt sich die mittlere Geschwindigkeit V= Aus der Größe der Bewegung der maßgebenden Theile des Instruments (Umdrehungsanzahl der Flügel, Wassersäulendifferenz etc.) und der bekannten Geschwindigkeit ergiebt sich dann das Verhältnis zwischen dieser und den Koäffizienten. Ebenso benutzt man das A. zu Be-Näheres hierüber s. in d. Art. Kosffizientenbestimmung

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 1, S. 63Scan: Universitätsbibliothek Heidelberg · gemeinfrei

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