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NaturlehreBau-Lexikon 1881

Asphalt, m., Erdharz, Erdpech, Indenpech, n., frz. asphalte, m., bitume m. solide, goudron m. minéral, engl. asphaltum, asphaltos, compact bitumen, jew's pitch, griech. AAοαναποε, von οπ·ðοαναο, ich befestige. Festes bis weiches Erdharz; undurchsichtig, schwarz bis braun, spez. Gew. 1, — 1,6 wird durch Reiben negativ elektrisch; mit leuchtender, stark rußender Flamme u. bituminösem Geruch brennend, in siedendem Wasser oder wenig höherer Temperatur schmelzbar, in Alkohol wenig, hingegen in Steinöl, Terpentinöl, überhaupt in fetten und ätherischen Oelen etc. völlig oder nahezu völlig löslich, besteht aus Kohlenstoff, Wasserstoff u. Sauerstoff, zuweilen mit geringem Stückstoffgehalt und Aschenbstandtheilen. Er ist ein Gemisch verschiedener, je nach dem Fundort wechselnder harzartiger Körper. In ausgezeichneter Menge kommt flüssiger A., auch Bergtheer gen., frz. malthe, f. und m., engl. mineral tar, pissasphaltum, am Todten Meer (daher der Name Judenpech) und bes. in dem eine Stunde Umfang habenden Asphaltsee auf Trinidad vor. Ein bedeutendes Lager findet sich bei Limmer unweit Hannover. Andere Fundstätten sind: Velber im Hannoverschen, in der Nähe von Braunschweig, in Lothringen (Soult, Lobsann, Bechelbrunn), Ain-Departement am Rhone (zwischen Seyssel und Perte du Rhöne), Insel Brazza, in Morowizza bei Sebeniev; in großer Menge in Südamerika, Kuba, bei Neapel; in Persien etc.; dagegen in England sehr selten. Schwefel- und Salpetersäure wirken zersetzend auf den A. ein. Aetzkali und Aetznatron lösen einen großen Theil des A.s mit schwarzer Farbe auf. Aetzkalk geht mit ihm eine Verbindung ein. Bei gewöhnlicher Temperatur ist der A. spröde; er bildet schwarze, undurchsichtige, feste Stücke, glänzend, von muschligem Bruch. Die Abscheidung des A.s aus dem begleitenden Gestein, dem sogen. sphaltstein, geschieht am besten (3. B. zu Bechelbrunn und Seyssel) durch Auskochen des gepochten Rohmaterials mit Wasser, wodurch der A. schmilzt und sich oben ansammelt, während die fremden Beimengungen (Grus etc.) niedersinken. Der abgeschöpfte A. wird durch Umschmelzen noch weiter gereinigt. Anderwärts (3. B. bei Venedig) bedient man sich zu Abscheidung des A.s eines Saigerungsprozesses, wobei das rohe Gestein in eigenen Oefen erhitzt und der abfließende A. gesammelt wird. Nicht vollständige Beherrschung des Wärmegrades hat hier leicht Zersetzung und Verschlechterung der Qualität zur Folge. Das Asphaltgestein, welches die Société générale des asphaltes zu Paris verwendet, besteht aus Theilchen von kohlensaurem Kalk, die durch Bitumen (6 — 10/6) verkittet sind. Wenn man es bis zu etwa 100° C. erhitzt, zerfällt es zu Staub. Das Bitumen schmilzt nämlich bei etwa 100° C., fängt bei einer Temperatur von 300e an, sich zu zersetzen, und entweicht gleichzeitig mit der Kohlensäure in Gasform, so daß zuletzt reiner Kalk zurückbleibt. Bei der Gewinnung durch trockne Destillation gehen unverbrennliche Gase, Kohle und brenzliches oder empyreumatisches Oel über, eine große Menge unzersetzten Asphalts mit sich fortreißend. Steigert man aber die Temperatur nur auf 120 — 130° CO. und komprimirt dann den heißen Staub unter starkem Druck, so erhält die Masse nach dem Abkühlen wieder die Härte des unsprünglichen Gesteins. — Setzt man anderseits dem erwärmten Gestein etwas Bitumen, ähnlicher Beschaffenheit wie des im Gestein enthaltenen, zu, so erhält man eine teigartige Masse, die beim Abkühlen erhärtet u. mit Sand gemischt werden kann. Durch dieses Verhalten des Gesteins kam man auf zwie Verwendungsweisen des A.s, nämlich a) als gegossener mit Kalk u. Stein vermischter sog. Mastirasphalt, Asphaltmastix, Asphaltteig (mastio m. d'asphalte, mastie de bitume), u. liglit / mothes 18815bd1/0176 2. als komprimirter reiner Mastirasphalt (asphalte Com- 1 primé). Während der reine A. auf eine der oben angeführten Weisen, durch Auskochen, Aussaigern, Ausschmelzen re., erhalten wird, gewinnt man den Asphaltmastixd entweder einfach durch Zerkleinerung des Asphaltgesteins oder, dafern dies mehr Bitumen enthält als nöthig ist, durch theilweises Herausschmelzen reinen A.s, oderendlich, i dafern das Gestein zu wenig Bitumen enthält, durch Zu-d schmelzen von anderweit gewonnenem reinen Die Zerkleinerung des Gesteins kann auf verschiedene Art geschehen. Der rohe A. wird zuerst gestoßen oder f in nußgroße Stücke zerschlagen u. hierauf in eine Mühle gebracht, die ebenso eingreichtet ist, wie die Mühlen zum Zerkleinern des Gipses, der Ziegelsteine und der Puzzo-l lane, s. d. Art. Disintegrator. Die Mühle muß aber mit einem Schaber u. einem Rechen versehen sein, um d. Zusam⸗( menbacken des A.s u. das Anhängen an die Wände der l Mühle zu vermeiden. Wenn der A. trocken und weniger bituminös ist, kann man auch Quetschwerke oder Quetschwalzen von Gußeisen anwenden, oder Mühlen, welche die Einrichtung der Kaffeemühlen haben. Mittels Wärme kann man den A. ebenfalls zerkleinern, in dem man die nußgroßen Stücke in einen-Ofen einträgt. Dieser Ofen wird von Ziegeln aufgeführt, u. es befindet sich in der Mitte eine starke gußeiserne Platte, auf die der A. zu liegen kommt. Ist eingetragen, so wird der Ofen fest verschlossen, damit die entstandenen Dämpfe sich wieder niederschlagen können und nicht entweichen. Nach Verlauf einer halben Stunde mäßigen Feuers wird die ganze Masse umgerührt u. mit hölzernen Schlägeln so lange geschlagen, bis sie durch ein Sieb geschlagen werden kann. Dies dauert kürzere oder längere Zeit, je nachdem die Wärme den Zusammenhang der Asphaltstücke mehr oder weniger aufgehoben hat. Die Stücke, welche nicht durch d. Sieb gehen, werden nochmals mit dem hölzernen Schlägel zerschlagen u. damit so lange fortgefahren, bis Alles gekleint ist. Stücke, die sich nicht zerschlagen lassen, müssen abermals in den Ofen kommen. Die Zerkleinerung durch Mühlen ist der durch Wärme vorzuziehen, da hierbei stets etwas von den Substanzen verbrennt und die Oele theilweise sich verflüchtigen. Nachdem das Asphaltgestein zu Pulver verwandelt ist, kann die Bereitung des Asphaltteiges geschehen. Erfordert der spezielle Zweck eine gewisse Elastizität, so muß die Mischung reicher an Bitumen hergestellt werden; das Gegentheil muß aber stattfinden, wenn man harte u. dichte Oberflächen haben will. Der Zusatz von reinem A. hängt auch noch davon ab, ob das Präparat als Kitt oder Bindemittel angewendet werden soll oder nicht. Zuerst schmilzt man nun in einem eisernen Kessel mit gewöhnlicher Feuerung den reinen A. bei mäßigem Feuer und setzt hierauf das Asphaltgesteinpulver zu, welches recht trocken sein muß. Man bringt gewöhnlich ¾/ Ctr. von dem Pulver auf einmal in den Kessel, breitet es auf der flüssigen Asphaltlage recht gleichmäßig aus und rührt es fortwährend um, um Anbrennen des Teigs, Anhängen desselben an die warmen Kesselwände u. Zusammenbacken zu verhindern. Sobald sich das Pulver mit dem flüssigen A. vermengt hat, muß man das Feuer gehörig verstärken, so daß die Temperatur von 180 C. bis auf 216 steigt. Ist d. Kessel gefüllt, so muß man d. Ganze bis 2 Stunden noch auf d. Feuer lassen, damit Alles gehörig schmilzt und alles Wasser völlig daraus entfernt werde. Geschieht dies nicht, so erfolgt bei eintretendem Frost leicht ein Zerbröckeln. Rother Dampf ist ein Zeichen, daß die unterste Schicht angebrannt, also nicht genug gerührt worden. Man muß sogleich das Feuer wegnehmen u. bis auf den Grund rühren. Weißer Dampf dagegen ist ein Zeichen, daß die Masse den gehörigen Grad der Gare besitzt und man sofort zum Herausnehmen schreiten kann. Zweckmäßiger ist das Kochen des A.s in verschlossenem Kessel nach Baboneau. Der Kessel hat eine cylindrische Form und der untere Theil ist ganz vom Ofen umschlossen, d. aus Ziegeln gebaut ist und Wärmekanäle enthält, so daß der Boden u. die Wände d. Kessels möglichst gleichmäßig erwärmt werden können. Der obere Theil, der Deckel, ist mit einem Trichter versehen, durch den man das Asphaltpulver nach und nach einbringt. An der dem Herd zugekehrten Seite ist eine blecherne Röhre befestigt, damit alle sichentwickelnden Dämpfe wieder in das Feuer geleitet werden und dort die Verbrennung unterhalten. In der Mitte des Kessels liegt horizontal eine Welle mit Schaufeln, die bei langsamem Umdrehen die Masse im Kessel fortwährend umrühren. Man gießt den Mastix nun in Formen aus Holz, besser aus Schwarzblech, die, um das Anhängen zu verhüten, mit dünnem Brei von Thon oder in Wasser aufgelöster Kreide bestrichen und mit trockenem Asphaltpulver bestreut werden. Die Masse muß in den Formen bleiben, bis sie ganz abgekühlt ist, worauf die so erhaltenen Asphaltteigbarren transportirt werden können. Der Kbm. Asphaltteig wiegt 3540 Eg. Künstlichen Asphalt, sogenannten Gastheerasphalt, stellt man dar, indem man Steinkohlentheer der Gasfabriken in offenen Pfannen so weit eindampft, bis eine zähe, pechartige Masse zurückbleibt, welche nahezu 70 ⅛ des angewandten Theers ausmacht. Zu diesem Rückstand mischt man scharf getrockneten Sand, gemahlene Kreide oder auch feingepulverten Kalkstein und kann dann dieses Gemisch, welches nach dem Erkalten sehr hart wird, wie den natürlichen A. zu wasserdichten Ueberzügen, Trottoirs u. s. f. verwenden. Der Gebrauch des A. ist sehr alt; man vermuthet, daß schon die Israeliten denselben verwendeten; die Aegypter, Assyrier etc. wendeten ihn beim Bauen und zu Einbalsamirung der Mumien an. Die Verwendung des Asphalts ist sehr vielfältig; nur die hauptsächlichsten Arten seiner Benutzung können hier aufgeführt werden. J. Trottoirs, Malztennen u. sonstiger Astrich. Es wird vor allem der Boden geebnet und festgestampft, dann mit einer etwa 6—10 cm. hohen Schicht von Béton oder sehr gutem Kalkmörtel und darauf mit einer Mörtelschicht aus hydraulischem Kalk bedeckt, welcher mit feinem Sand vermengt ist, damit man eine recht ebene Oberfläche erlangt. Etwa nöthige Neigung oder Rundung müssen hierbei gleich berücksichtigt werden. Auch kann man als Unterlage eine Schicht Ziegelpflaster benutzen, nur muß man die Ziegelsteine auf Mörtel legen, die Fugen gut ausfüllen und dann ebenfalls eine Kalkmörtelschicht darüber gießen. Der A. wird mit Sand oder bituminösem Kalk etc. vermengt, und zwar erfolgt das Zubringen des trockenen Zuschlags, nachdem der A. auf obige Art in dem Kessel eines transportablen Ofens geschmolzen ist, portionenweise unter stetem, gutem Umrühren. Mit einmaliger Füllung eines solchen als stehender Cylinder von 0½ m. Durchmesser bei 1,5 m. Höhe konstruirten Kessels mit Röhrenwerk, welcher 850 Kg. Mastix faßt, kann eine Fläche von 25 gcm. bedeckt werden. Ist die Unterlage vollständig vorbereitet u. ausgetrocknet, so werden eiserne Lineale oder Richtscheite von der Höhe der aufzugießenden Schicht in Entfernungen von höchstens 1 m. aus einander aufgelegt, u. nachdem man mit einer eisernen Kelle den Teig aufgegossen hat, der Raum zwischen beiden Linealen geebnet; mit dem zweiten Streifen verfährt man ebenso etc.; doch ist es gut, bei längeren Strecken ein Feld um das andere zu belegen und erst nach Erkalten dieser die freigebliebenen Felder auszufüllen. Soll die Oberfläche körnig werden, so überstreut man sie gleichmäßig mit gewaschenem und gesiebtem Sand, den man mit einem hölzernen Klöpfel oder Stößer eintreibt, wobei man durch Verwendung von Porzellanscherben, Smaltepulver etc. Muster bilden kann. Die Ränder des Trottoirs nach der Straße zu müssen vorher von allem Staub gereinigt und bibliothek Heidelberg dann die Kanten mittels heißer Streifen, die man nachher wieder wegnimmt, getrocknet werden; ebenso müssen die Stellen, wo man aufgehört hat, wieder mit heißem Teig angewärmt werden. Die Asphaltschicht wird 10—15 mm. dick gemacht und es sind dann zu 1ꝗm. 20 - 23 kg. Mastix und 12 —15kg. Sand erforderlich; s. üb. d. Art. Astrich. Fahrwege etc. aus komprimirtem A. wurden zuerst vom schweizer Ingenieur Merian 1849 im Val de Travers hergestellt. 1854 folgte die Herstellung eines Fahrwegs in Paris, wo gegenwärtig diese Konstruktionsweise auf mehr als 200 000 ꝗgm angewendet ist. Nachdem das Asphaltgestein in einem Brechapparat und dann in einem Disintegrator (s. d.) gekleint ist, fällt das Pulver in eine trichterartig geformte, aber unten durch eine vertikale Scheidewand in zwei Hälften getheilte eiserne Pfanne, aus welcher es in darunter geschobene Wagen entleert wird. Während die eine Abtheilung des Apparats entleert wird,‚ füllt sich die andere. Der zu Erwärmung des Staubes dienende Apparat hat die Form einer großen, mit einem Ofen versehenen u. auf vier Rädern ruhenden Kaffeetrommel von 2minnerem Durchmesser, welcher 3500 Kg. Pulver faßt. Das erwärmte Pulver wird auf Wagen geschüttet und an den Ort der Bestimmung transportirt. Auf den gehörig profilirten und gestampften Grund wird eine Bétonschicht von 10 em. Dicke ausgebreitet, welche man nach d. Festrammen gehörig austrocknen lasse; man nehme diese Vorbereitung nur beitrockenem, warmem Wetter vor, wenn der Boden nicht feucht ist, weil sonst der A. Risse und Sprünge bekommt und kostspielige Reparaturen nöthig werden. Auf den trockenen Béton breitetman d. warme Asphaltpulver aus, welches man mit besonders konstruirten Rammen an den Rändern des Weges festschlägt, während man über die Mitte des Weges eine inwendig durch ein Kohksfeuer geheizte gußeiserne Walze von etwa 0,83a m. Durchmesser und 250Kkg. Gewicht führt. Das Erwärmen dieser Walze erfolgt deshalb, damit sich das Asphaltpulver nicht daran hängt. Kleine Unebenheiten werden miteinem schaufelähnlich geformten erwärmten Eisen geschlagen. Die Krompression wird zuletzt, wenn die Masse beinahe kalt geworden ist, mittels einer doppelten, aus zwei Rollen von 1,¾5 m. Durchmesser und 0, m. Breite bestehenden gußeisernen Walze vollendet. Literatur: Noté sur l'asphalte, son origine, sa préparation, ses applications, par M. Léon Malo, chez Dunod, Editeur, 49, quai d. Augustins Paris. Ferner: Noté sur les chaussées enasphalte comprimé, von demselben Verfasser. II. Pferdestallfußböden. Man stampft den Boden gehörig fest, versieht ihn dann mit einer Schicht von Asphaltmörtel, die etwa 12—15 mum. stark ist und aus 40 Thln. Asphaltmastix, 60 Thln. Quarzsand von der Größe einer Haselnuß und 4 Thln. Steinkohlentheer besteht. Auf diese Mörtellage, die ebenfalls gehörig geschlagen wird, gießt man eine Schicht von gewöhnlichem Asphaltmastix. Auch kann man gewöhnliche Pflasterung in Pferdeställen, nachdem sie gehörig gestampft u. getrocknet ist, mit A. übergießen, wodurch man einen schon vorhandenen Fußboden vollkommen fest u. für d. Urin der Pferde undurchdringlich machen kann. III. Terrassen, Plattformen und Altane lassen sich vortheilhaft mit A. belegen; sind dieselben gewölbt, so ebnet man die Oberfläche des Gewölbes u. gießt dann eine Asphaltschicht darüber, die mit der Hälfte Sand vermengt wird. Besteht aber die Decke unter der Terrasse aus Holz, so legt man auf dieselbe einen gut genagelten Breterboden, von wenigstens 2, em. starken Bretern, deren Kanten genau an einander schließen. Dabei müssen unter der Decke auf den Seiten Luftlöcher sein, damit der hölzerne Boden OTHgK starke Schicht von Kalkmörtel mit Häcksel oder Moos, damit er elastisch wird. Ist diese trocken, so wendet man die Asphaltschicht, wie bereits angegeben, an, körnt ihn recht dicht mit Sand und schlägt ihn fest. Liegt die Terrasse an der Mittagsseite, so streue man weißen Sand, besser noch Pulver von Porzellanscherben darüber, damit die weiße Oberfläche die Sonnenstrahlen zurückwirft, weil sonst der A. zu leicht weich wird. Für Terrassen ist /½% Fall hinreichend. Auf eine solche Terrasse kann man unbesorgt eine Erdschicht bringen u. auf diese Weise hängende Gärten bilden. Zu 1 qm. Terrassenboden braucht man etwa 100 kg. Asphaltmastix und 50 kg. Sand. IV. Gewölberücken von Tunnels, Kellern, Brückenbogen, Kasematten etc. überzieht man zum Schutz gegen Feuchtigkeit mit A., nachdem man sie zuvor mit einem Mörtelüberzug versehen hat. Auf diesen bringt man 4—10 em. breite, 8—15 mm. erhöhte Streifen, die 7 —12 m. aus einander entfernt sind, damit der A. sich besser anhänge, und gießt dann die Asphaltmasse darüber. Es ist zweckmäßig, die Arbeit auf dem höchsten Punkt des Gewölbes zu beginnen u. sie in der Richtung der Länge auszuführen. Sollen die Gewölbekappen hierauf mit Erde überschüttet werden, so ist über den A. zuerst eine Schicht Lehm zu bringen u. dann erst die Erde darauf zu schütten. Die Zusammensetzung der verschiedenen Schichten auf Gewölbe richtet sich danach, ob sie stark oder schwach aufgetragen werden sollen. Den Bedarf betr., rechnet man: Ada. bei höchstens 15 mm. Stärke: Schicht von reinem Asphaltmastix, 20 —23 kg. pro qm.; Hb. bei 20 mm. Stärke: Schicht von reinem Mastix, 27 — 28 Kg. pro qm.; C. bei 25 mm. Stärke: Schicht von reinem Mastix, die zu 2 Malen aufgetragen wird und von denen die untere etwas schwächer als die oberste ist, 32 Kg. pro 1m V. Keller, die man gegen das Eindringen der Feuchtigkeit von unten sichern will, muß man folgenden Arbeiten unterwerfen: man stampft den Boden zuerst fest und versieht ihn mit einer Mörtelschicht von etwa 2 m. Stärke. Nachdem diese trocken ist, überdeckt man sie miteiner Schicht Asphalt. Kommt das Wasser ebenfalls durch die Seitenwände herein, so versieht man die Mauern mit einer Bekleidung aus Ziegelsteinen, die in Asphaltmastix gesetzt worden sind. Je nachdem der Druck des Wassers schwächer oder stärker ist, stellt man die Ziegelsteine entweder auf die hohe Kante od. legt sie auf die flache Seite. Noch besser ist folgendes von der Firma C. F. Weber in Leipzig eingeführtes und garantirtes Verfahren: auf den aus Ziegeln bestehenden oder aus solchen herzustellenden Fußboden so- wie auf die bis zu geeignet erscheinender Höhe des Putzes beraubten Wände bringt man eine thunlichst schwache, aber doch zu Füllung der Fugen genügend starke Schicht von

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 1, S. 164Scan: Universitätsbibliothek Heidelberg · gemeinfrei

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