FeedErdharz
NaturlehreBau-Lexikon 1881

Erdharz, u., frz. bitume, m. engl. bitumen, I.gelbes, s.Bernstein.—2.Schwarzes, darunter gehören der Asphalt „(s. d.), das Federharz und das Naphtha. Das E. kommt „in verschiedenen Konsistenzen vor; zuerst istes (frz bitume 1liquide) flüssig, fett und schlüpfrig anzufühlen, leicht und „schon in gewisser Entfernung von der Flamme zu entzün⸗ „den. Ein Theil ist vollkommen klar, durchsichtig, nur ge⸗ )ring gelblich oder grünlich gefärbt, dies ist Naphtha; das liglit / mothes 1882bd2/0272 andere, undurchsichtig, zähflüssig, gelb oder braun, heißt Erdöl. Länger in Berührung mit Luft wird es dunkler, trübe, dickflüssig und heißt dann Bergtheer, engl. gondron mineral pisasphalt, endlich bei gänzlicher Erhärtung Erdpechod.Asphalt,frz.bitume solide, elastique, engl. elastie bitumen. Die bauliche Anwendung der Erdharze s. unter Asphalt. Zur heliographischen Gravirung (. d. Art. Gravirung) ist dasjenige E. am besten, auf welches die Luft und das Licht am langsamsten einwirkt, d. h. das aus Judäa. Es hat glasigen, wie Gagath glänzenden Bruch, besitzt kalt fast keinen Geruch; erwärmt riecht es schwach wie die sogen. mineralische Mumie. Pulverisirt kastänienbraun. Es ist für die Einwirkung von Luft und Licht das empfindlichste. Im Handel kommt in kleinen Stücken ein E. vor, welches auch sehr empfindlich, röthlichschwarz, von muscheligem Bruch, sehr glänzend u. trocken ist. Es giebt ein rothbraunes Pulver und hat den Geruch des Asphalts, Dichtigkeit 1,1½, schmilzt bei 170—175C. Bei der Destillation giebt es fast gar keine ölige Substanz, löst sich in Benzin vollständig, in Terpentinöl langsam auf. Das verbreitetste ist gelblichschwarz, kommt in großen Stücken vor, von mattem Bruch, harzig, schwarz pichend, giebt ein gelbbraunes Pulver, riecht stark nach Asphalt; Dichtigkeit 1,6, schmilzt bei 90° C. Bei der Destillation liefert es über die Hälfte seines Gewichts ein klares, auf dem Papier Flecken hervorbringendes Oel, löst sich in Benzin und Terpentinöl vollständig auf und färbt letzteres sogleich braun. Neuerdings ist namentlich das flüssige Erdöl sehr verbreitet und wird auch künstlich, bes. durch Destillation von Braunkohlen u. Steinkohlen, gewonnen.

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 2, S. 262Scan: Universitätsbibliothek Heidelberg · gemeinfrei

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