Feedausspringender Winkel
BaukunstBau-Lexikon 1881

ausspringender Winkel, m. frz. angle saillant, engl. salient angle, 1. ausgehender Winkel, eine mit der Spitze des Winkels nach außen gehende Brechung der Umfassungslinie einer Figur. — 2. (Kriegsb.) auch Bollwerkswinkel, flankirter Winkel etc., eine mit der Spitze des Winkels nach der Außenseite liegende Brechung der Feuerlinie einer Befestigung; diese Winkel dürfen nie kleiner als 60 sein, weil sonst die Spitze zu leicht vom feindlichen Feuerzerstört und der innere Raum zu Aufstellung von Streitmitteln zu gering wird. Man muß den ausgehenden Winkel der Feuerlinie einer Befestigung abstumpfen, wenn man hinter ihm ein Geschütz aufstellen will, das in Richtung der Kapitale des Winkels feuert. Mäß der Abstumpfung 9—12 rh. oder 2, —3, m. Das Abrunden der Bastionsspitzen und Schultern wird angewendet, weil etwa von der Seite treffende Projektile die scharfen Ecken schneller zerstören als runde. Pte. aauusspüälen, frz. dégravoyer, engl. to blow-zup. Ufer, Uferbauten etc. sind dem allmählichen Aushöhlen u. Unterhöhlen durch das fließende Wasser immer mehr od. minder ausgesetzt. Nur stete Aufmerksamkeit und sofortige Ausbesserung kleiner Schäden kann vor größeren Beschädigungen schützen; s. übr. Art. Uferbau.

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 1, S. 201Scan: Universitätsbibliothek Heidelberg · gemeinfrei

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