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Sitten & ModeBau-Lexikon 1881

Baldachin, m., frz. baldaquin, mu., früher baudequim, engl. baldachin, früher baudekyn, 1. reichgestickter seidener Stoff, von Baldak, wie Babylon im Mittelalter hieß, oder von Bagdad, ital. baldaccho, so genannt, daher ein aus solchem Stoff hergestellter Prachthimmel, Prunkhimmel (s. d.), über einem Altar, Expositionsthron, Bischofsstuhl, Thron, Kanzel, Bett, Grab, Katafalk etc.; auch die Traghimmel, Frohndächer wurden so genannt, daher Manche das Wort B. von Walldach ableiten wollten, s. d. betr. Art., vgl. auch d. Art. B. in M. M. a. W. — 2. Nicht ganzkorrekt nennt man so auch die festen Altarüberbauten, s. d. Art. Ciborium und Altarüberbau. — 3. Das von Konsolen getragene Dächlein über einer Statue, s. d. Art. Obergehäuse.

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 1, S. 228Scan: Universitätsbibliothek Heidelberg · gemeinfrei

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