FeedBettstellen
BaukunstBau-Lexikon 1881

Bettstellen sehr oft dem Ungeziefer zum Aufenthalt dienen, so wendetman jetzt überall da, wo sorgfältig auf Fernhaltung von Ungeziefer gesehen werden muß, Bettstellen von Eisen an, bes. in Gasthäusern, Krankenhäusern, Kasernen. Auch in Privathäusern kommen gußeiserne u. schmiein allgemeinen Gebrauch. Bettstellen haben in der Regel eine hölzernen; nämlich massive volle Häupter, welche oft sehr reich ornamentirt, bronzirt, lackirt oder vergoldet sind. Londoner Gewerbeausstellung vom Jahr 1851 bot sogar Muster, bei denen die Häupter u. Seitenwangen aus durchbrochenen Verzierungen bestanden, hinter welchen Glasspiegel angebracht waren. Solche Bettstellen sind aber schwer, kalt, theuer u. unpraktifch, indem die Ornamente Staub⸗ u. Schmutzwinkel bilden u. dem Ungeziefer Schlupfwinkel bieten. Scharftantige, stark vortretende Verzierungen von Metall bringen überdies leicht Gefahr für die entblösten Körpertheile des Schläfers. Es empfiehlt sich daher, die Bettgestelle möglichst glatt, ohne scharfe, vorstehende Ecken und Spitzen zu machen, und dem Eisen als gutem Wärmeleiter möglichst wenig Masse und Oberfläche zu geben. Schmiedeeiserne Bettgestelle werden von kantigem, besser von Rundeisen hergestellt. Wo Leichtigkeit besonders erfordert wird, wie 3. B. bei zusammenlegbaren Reisebetten, kann man auch Eisen⸗ oder Messingröhren verwenden. Bei feststehenden Bettgestellen werden die Verbandstücke meist vernietet, doch auch verschraubt. Wo, wie in Gasthäusern, Krankenanstalten, Kasernen etc., dasselbe B. von verschiedenen Personen benutzt wird, muß man die Maäaße nach großen Personen bemessen. Oben am Kopf und unten an den Füßen sollen vom Körper bis zur Bettlade noch 10—15 em. frei bleiben. Bei eisernenBettstellen ist dies besonders nothwendig. Zweischläferige Betten sollen mindestens 1½½ m. breit sein. Kinderbetten werden für die verschiedenen Lebensalter in verschiedenen Größen gefertigt. Man versieht dieselben gern, um das Herausfallen zu verhindern, mit erhöhten Galerien, und bei eisernen Bettgestellen häufig mit geflochtenen Wänden. Diese Wände können feststehend od. zum Abnehmen eingerichetet sein. Statt mit Drahtgeflecht, werden häufig auch, u. ganzzweckmäßig, die eisernen Rahmen mit Rohrgeflechten od. mit Schnurennetzen versehen. Bei den B.en für Erwachsene ist wenigstens an dem Kopftheil eine vertikale Wand od. ein Rahmen erforderlich, gegen welchen das Kopfkissen oder die Kopfrolle sich anlegt. Gewöhnlich wird auch am Fußende ein solcher Rahmen, zuweilen niedriger als der am Kopfende, angebracht. Zu Ornamentirung durch eingelegte od. plastische Arbeit bieten die Rahmen ein weites Feld. Soll das B. mit Vorhängen (Gardinen) versehen werden, so kann man die 4 Eckpfosten etwas stärker nehmen, verlängern, als Säulchen behandeln u. oben durch horizontale Stangen, woran die Vorhänge befestigt werden, verbinden. Oder man führt, graziös, aber minder zweckmäßig, von den Eckpfosten der gewöhnlichen Bettstelle, in gebogenen Linien aufwärts u. nach der Mitte zu, eiserne Drähte, die oben unter sich, etwa in Form Fig. 553. Schmiedeeiserne Bettstellen. einer Krone etc., durch einen Eisenreif verbunden werden. In die Bettstelle wird nun zunächst der Bettboden ge-Fig. 554. Eiserne Reisebettstelle. legt; bei hölzernen Bettstellen sind meist zu diesem Behuf an die Seitenbreter unten Leistchen befestigt, auf die sich Latten oder Breter (Bettbreter) legen. Angenehmer ruht sich's, wenn die Matratze etc. nicht auf solchen Bretern, sondern auf einem mit Gurten bespannten Rahmen, Bett. rahmen, liegt; bei eisernen Bettstellen wird der Rahmen meist dadurch entbehrlich, daß man zwischen die Beine Eisenstäbe einspannt und diese mit flachgelegten Eisenschienen überdeckt. Gewöhnlich läßt man analog den Gurten eine Gruppe von parallelen Bandschienen der Länge nach und eine zweite der Breite nach laufen u. zwar so, daß sie eine Art Geflecht bilden, worauf das Unterbettwerk (Strohsack, Matratze u. Federunterbett) gelegt wird. Man kann die Rahmen aber auch hier mit leinenen Gurten überspannen. An englischen Betten sahen wir eine Ueberspannung mit einer Art Stahlfedern, die jedoch keine bemerkenswerthen Vortheile bot, was eher von dem ringpanzerähnlichen Drahtgeflechte gilt. Fig. 552 zeigt eine schmiedeeiserne Bettstelle, in ½% der natürlichen Größe, aus vierkantigen Stäben. Die 4 aufrechten Stäbe à a haben einen quadratischen Querschnitt von 17 mm. Seitenlänge und sind 0,½ m. hoch.! Die horizontalen Seitenschienen bbestehen aus Flacheisen von 8 mm. Breite und 19 um. Höhe und sind in die aufg rechten Stäbe mit Zapfen eingesetzt und vernietet. Die Bettträger oe sind 6 m. breit, 19 m. hoch und mit den Seitenschienen bh vernietet. Die an den Häuptern angebrachten Stäbe dd, ebenfalls aus 6ö6mi.breiten u. 19mm. hohen vierkantigen Stäben, sind in die Vertikalstäbe à mit Zapfen eingesteckt u. vernietet. Die gebogenen Wangenstäbe ęe sindg am. auf 19mm.stark, oben mit Zapfen eingesteckt, vernietet u. unten an den inneren Seiten der Schienen bangenietet. Das ganze Gestell wiegt 44 —45 Kkg. In Fig. 553 ist eine schmiedeeiserne Bettstelle aus Rundeisen, in /½% der natürlichen Größe, dargestellt. Die 4 Eckstäbe a a haben 17 mm. Durchmesser, die horizontalen aber 12 mm. und die schwächeren Vertikalnur 6 mm. Ueber die unteren horizonzunächst quer die Flachschienen dd.... Länge nach zum Tragen des Bettwerks, gelegt. Hebt man die Schienen dàd und sich die Bettstelle flach zusammenklappen, Verbindung der horizontalen Stäbe beb mit den a nicht fest ist, sondern aus Oesen besteht, Umdrehung zulassen. Die unteren Stäbe b Ansätzen (Gesenken), die sich an den vertikalen befinden. Die Einklappbarkeit gestattet beque-Transport, hat aber den Nachtheil, daß das B.nicht in seinen Verbindungen steht. die Ansicht einer eisernen Reisebettstelle, eigentlich Faltbett, mit Himmel dar, welche zusammengelegt und samt Bettwerk in einen mäßig elegantes Aussehen gewünscht, so 44 fertigt man solche Bettstellen aus deingenäht wird, das dem Bettwerk als Unter-Man sieht leicht, wie sich dieganze Bettstelle zusammenlegen läßt. Das Unterbett besteht aus einer Luftmatratze und eben solchem Kissen, welche je mit luftdicht schließenden, verstellbaren sind, durch die man die Luft ein⸗ u. ausdie Kautschukmatratze kommt, als Unter-Ruhenden, eine wollene Decke und Leintuch. benutzt man ebenfalls eine wollene Decke. noch (in ½/% der natürlichen Größe) eine dargestellt, welche ein beliebiges Erhöhen des gestattet, indem beim Drehen der kleinen Kurbel der Bettstelle die am Ende der Kurbelstange Schraube ohne Ende in einen Trieb einder Welle « festsitzt und diese somit dreht. Welle sind noch zwei andere Triebe aufgedie Zahnbogen ddeingreifen u. dieselben heben od. senken. An den Zahnbogen ist oben ein Theil des Lattengerüstes befestigt, welcher sich bei e um Charniere dreht u. so gehoben od. gesenkt wird (Lond. Ausst. 1851). Bei aus Hohleisen konstruirten Bettstellen bestehen die Röhren aus Bandeisen, mit Hülfe einer mechanischen Vorrichtung um einen Dorn gebogen. Die Verbindung der Röhrenstäbe nach ihrer Länge, oder auch in einem Winkel, wird dadurch bewerkstelligt, daß man in die zu verbindenden Röhren an der Verbandstelle einen entsprechenden Dorn steckt und diesen mit beiden Röhren vernietet. Wo zwei Röhren von ungleichem Durchmesser auf einander treffen, wird die dünnere in die dickere gesteckt. Auch Röhren von viereckigem Querschnitt kann man in dieser Weise herstellen und zu eisernen Betten verwenden. 2. (Wasserb.) Bett eines Flusses etc., franz. lit, m., engl. bed, channel. Das Wasser fließt entweder in einem natürlichen Bett (Ströme, Flüsse, Bäche) od. in einem künstlichen Zett (Kanäle, Gräben, Gerinne). Das Flußbett besteht aus der Sohle (franz. fond du lit, engl. bottom of the channel) u. den beiden Ufern (frz.bords, engl. shores). Legt man eine Ebene senkrecht gegen die Stromrichtung, so ergiebt sich der Querschnitt (frz. section transversale, engl. lateral section). Soweit der Umfang desselben im Wasser liegt, nennt man diesen den benetzte n Umfang. Eine Vertikalebene in Richtung des fließenden Wassers giebt das Längenprofil, frz. section longitudinale. Ueber Abhang, Gefälle etc. des Bettes s. betr. Art. Vgl. auch Flußbett, Flutbett re. — 3. (Mühlb.) Bett eines Gerinnes 2c., frz. radier, m., engl. trough, channel, s. v. w. Boden in einem Gerinne, auch in den Kästchen oder Zellen an oberschlächtigen Wasserrädern, in einer Schleuse od. dgl. — 4. (Bergb. u. Steinarb) s. v. w. Gesteinsschicht. — 5. (Kohlenb.) Holzschicht im Meiler, 1—2 m. hoch. — 6.(Hüttenw.) die auf die Sohle der Röststätte bei Erzrösten gelegte Schicht von Reis- oder Scheitholz. — 7. (Ziegler) die Gänge, welche man zwischen den Thonhaufen, um Erweichung u. Auflockerung des Thones bequemer vornehmen zu können, offen läßt. — 8. B. einer Maschine, franz. table, k. plateau, m., engl. bed, table s. v. w. Fundamentplatte, obere Fläche der Untermauerung od. dergl. — 9. B. einer Hobelmaschine, s. Schlitten. — 10. B. einer Drehbank, s. Wange. — 11. B. eines Docks, s. Dockboden. — 12. B. des Pflasters, frz. aire de pavé, s. d. Art. Pflaster.

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 1, S. 360Scan: Universitätsbibliothek Heidelberg · gemeinfrei

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