Guß nach Maßgabe der Eisensorten, welche man verwendet, aber auch nach Beschaffenheit der Form. In Formen aus sehr guten Wärmeleitern bildet sich durch die schnelle Wärmeentziehung eine Kruste von weißem, außerordentlich hartem Eisen (daher der Name Schalenguß, s. 4.); diese soll nun allmählich in den Kern von grauem Eisen übergehen, weil sie sonst leicht sich abschält, dies erreicht man durch richtige Bemessung der Stärke der Metallform, durch Anwärmen derselben etc. bes. gut nach dem System von Gnuson in Buckau. Kunstguß wird in feineren Sandsorten geformt, die Formen werden dann gebrannt od. getrocknet und mit Ruß angeschwärzt. V. Anlage von Gießereien. Der Hauptraum der Gießerei, welche nichtgut weniger alszwei Kupolöfen haben darf, damit bei Reparatur des einen der andere gangbar ist, boder um bei schweren Stücken in zwei Oefen schmelzen zu können, muß mindestens einen Flächenraum von 60 bis 70 qm. halten, hell und möglichst hoch sein, um die starke gefahr, da bei großen Herdgüssen bei zu großer Nähe des Gebälkes dasselbe sich leicht entzünden kann. Unbedingt dazu gehörig ist eine Schmiede-und eine Tischlerwerkstatt, in welcher die Modelle verfertigt werden. Wenn auch nicht unumgänglich erforderlich, doch den Verhältnissen nach fast unentbehrlich, sind Schlosserei u. Dreherei dazu. Für den Betrieb des Gebläses ist Dampf⸗, Wasser⸗ od. Pferdekraft erforderlich, und das für Kupolöfengießereien gewöhnliche Gebläse ist der Ventilator (s.d.). Neuerdings benutzt man für gewisse Arten der Formerei, z. B. für das Formen von Zahnrädern, besondere Maschinen, für welche also Aufstellungsraum zu disponiren ist. V.I. Eigenschaften des Gußeisens. Ueber Gewicht und „Festigkeit des G.s vergl. die betr. Art. sowie d. Art. Eisen, Eisenbrücke etc. Das G. hat sehr geringe Biegsamkeit und wird durch theilweises oder gänzliches Verbrennen seines Kohlenstoffes in Stahl oder in Schmiedeeisen (s. Puddeln) umgewandelt. Durch anhaltende vibrirende Erschütterung verändert es seine Textur, was z. B.zu Achsenbrüchen vielfach Anlaß gegeben hat. Gußeiserne Platten, einer lebhaften Flamme oder schnellen Erhitzung ausgesetzt, springen sehr leicht. VII. Behandlung des Gußeisens. 1. Ueber das Bronziren des Gußeisens s.Bonziren D. u. Bronzefarben. — 2. Ueber das Verfahren, Gußeisen mit Eisenblechzusammenzulöthen, s. d. Art. Blech. — 3.Vergolden u. Versilbern des Gußeisens. Gußu. Schmiedeeisen wird nach dem Abbeizen in einem Kupfervitriolbad mittels der galvanischen Batterie mit einer Kupferschicht überzogen, dann gehörig erhitzt u. zugerichtet, wonach man das Blattgold od. Blattsilber auf den Gegenstand aufbringt und es mit dem Polirstahl poliren kann, ohne daß es zerreißt. — 4. Verfahren, Gußeisen zu verzinnen. Nach einer vorhergehenden oberflächlichen Entkohlung des G.s bringt man die gußeisernen Gegenstände in einen verschlossenen Behälter aus G. oder feuerfestem Thon, mit Stoffen umgeben, welche den Kohlenstoff des Roheisens zu absorbiren vermögen. Dahin gehören alle Sauerstoff enthaltenden u. entwickelnden Substanzen, namentlich rothes Eisenoxyd. Dieser Behälter wirdeinige Tage, od. bis die hinreichende Entkohlung vorgegangen ist, in lebhafter Glühhitze erhalten. Die Oefen sind so eingerichtet, daß die in Glühkästen oder Kesseln eingeschlossenen Gegenstände gleichartig erhitzt werden. Die Gegenstände lassen sich nach Abkühlung des Ofens und nach sorgfältiger Reinigung u. Abbeizung leicht und durch dieselben Mittel verzinnen, wie geschmiedete eiserne Artikel, indem man die Gegenstände in flüssiges Zinn steckt, dessen Oberfläche zur Abhaltung der Luft mit Fett oder Talg belegt ist. — 5. Schweißen des Gußeisens. Das zerbrochene Stück wird durch Kohksfeuer stark erhitzt u. an den Bruchstellen mit einer Gußform umgeben, in welche man sehr heißes, flüssiges Roheisen einfließen läßt, so daß es aber durcheine Seitenöffnung der Form wieder ausläuft, so lange, bis die obere Schicht an der Bruchfläche flüssig zu werden anfängt; dann verschließt man die Austrittsöffnung miteinem Lehmpfropfen; wenn die Form gefüllt ist, läßt man erkalten, worauf man das angeschweißte Stück abdrehen oder sonst abarbeiten kann. — 6. Um Gußeisen von großer Festigkeit zu erzielen, muß man den Siliciumgehalt desselben zu verringern suchen, weil dieser hauptsächlich die Festigkeit vermindert. Dazu benutzt man das Fein⸗ oder Reineisen, welches von Silicium frei ist u nicht viel weniger Kohlenstoff enthält als das graue Roheisen, der jedoch darin in gebundenem anstatt in graphitartigem Zustand vorhanden ist. Dieses Feineisen schmilzt man mit guten Quantitäten grauemRoheisen in Verhältnissen zusammen, welche für die verschiedenen Zwecke durch Versuche ermittelt werden müssen. Bei der Darstellung des Feineisens darf man den Raffinirprozeß nichtlänger fortsetzen, als es nothwendig ist, damit so wenig Kohlenstoff als möglich verloren geht. Bezüglich des Roheisens zieht man das mit kaltem Wind erblasene vor. Wenn man Roheisen und Feineisen, beide mit Anwendung von Steinkohlen erzeugt, in geeignetem Verhältnis zusammenschmilzt, so erhält man G. (sowohl graues als halbirtes) von einer Qualität, welche bisher nurdurchunwendung von Holzkohlen erzielt werden konnte; ein Gemisch von Roheisen und Feineisen, beide mit Holzkohlen erzeugt, liefert G. von sehr großer Reinheit. VIII. Berschiedenes. Um Bohr⸗ und Drehspäne von G. nochmals zum Guß verwenden zu können, läßt man sie im Freien auf Haufen oxydiren u. zusammenrosten, hackt Brocken daraus u. bringt diese in den Hochofen ein. Besser noch ist folgendes Verfahren: Nach dem Abfallen der Späne bringt man sie in einGefäß vonSalzwasser (Chlornatriumlöfung, welche nicht konzentrirt zu sein braucht) und formt daraus Ziegel von circa 1½ kg. Gewicht, welche in der Luft getrocknet werden. In 2—3, höchstens 4 Tagen sind die Steine hart u. werden nun im Kupolofen geschmolzen. Der Abfall beträgt 13—14%. Ueber gußeiserne Räder Schienen, Balken, Säulen etc. s. d. Art. Eisenbalken, Eisendachung, Eisenkonstruktion, Säule etc.