FeedHüttenwerk
TechnikBau-Lexikon 1881

Hüttenwerk, u. frz. usine, f. engl. Work, die zu Bearbeitung der durch den Bergbau gewonnenen Fossilien bestimmten Etablissements, bes. die Schmelzwerke auf Zinn, Kupfer, Blei u. Silber. Das Hüttenwerk soll man so nahe als möglich an das Bergwerk und womöglich an ein fließendes Wasser legen, da meist die Hüttenmaschinen durch Wasserräder bewegt werden, und man nur, wo kein Wasser vorhanden ist, zu Dampf seine Zuflucht nimmt. hDie Schmelzhütten müssen auf trockenem Boden angelegt werden. Nachähren Bestimmungen theilt man die Hre ein ⁰in Eisen⸗, Mesfing⸗, Blei⸗, Blech⸗, Silber⸗ u. Gifthütten, wozu auch die verschiedenen Hammerwerke, Drahtmühlen etc. gerechnet werden; s. d. betr. Art. Anforderungen an „Anlage u. Größe der Räume sind bei allen Hütten ziemlich „stark verschieden, daher ist es schwer, allgemeine Bestimemungen zu geben; am meisten ausgebildet ist bis jetzt die nAnlage der Eisenhütten; s. d. Art. Gußeisen, Hochofen etc. Aber auch die Hie für Gewinnung von Blei, Silber und „Kupfer haben im letzten Jahrzehnt mächtigen Aufschwung genommen, welcher theils in den Fortschritten der Chemie, theils darin seinen Grund hat, daß man Versuche machen nmußte, auch ganz arme Erze trotz der erhöhten Gewinnungskosten derselben immer noch mit Nutzen zu verhütten. Ein Beispiel hiervon geben die Silberschmelzhütten in ider dortigen Schmelzöfen seit dem Anfang der 40er Jahre 2151. Durchschnitt nach od. cqN annte man nur die in Fig. 2149 Wken Sh. außerden Zuschlägen höchstens auch mußte der Ofen alle 7—8 Tage ausgebrannt u. neu porgerichtet werden. Ende der 40er Jahre führte dann der damalige Oberhüttenmeister Wellner die nach ihm benannten zweiförmigen Oefen ein, in denen mit Hülfe etwas höherer Windpressung pro Tag 120 — 200 Ctr. Erz vöverschmolzen werden konnten (Fig. 2151—2154). Anfang der 60er Jahr schritt man zu Erbauung vierförmiger Oefen (Fig. 2155—2157), in denen man pro Tag 200 bis 400 Ctr. Erz (ohne die nöthigen Zuschläge) verschmelzen konnte. In allen bisherigen Oefen wurde der Wind nur von einer Seite eingeführt. Endlich konstruirte aber Hüttenmeister Pilz im Jahre 1867 einen Schmelzofen nach Art der Eisenhochöfen, Fig. 2158 u. 2159, mit besonderer Aufgebevorrichtung (s. d. und Fig. 277), bei welchem der Wind durch acht Düsen glerchmäßig von allen Seiten in den Ofen eingeführt und die Formen mittels besonderer tätsbibliothe Heidelberg Vorrichtungen durch Wasser gekühlt wurden. In einem h solchen Ofen werden außer eben so viel Zuschlägen eirea u 1000 —1400 Etr. Erz pro Tag verschmolzen, auch braucht der Ofen bei guter Führung eigentlich nie auszubrennen. u Man war demnach in Zeit von 30 Jahren dahin gekommen, die cirea 20fache Menge Erz gegen früher in einem si Ofen zu verschmelzen, und es war auf diese Weise möglich se geworden, selbst die sehr armen Erze aus dem Freiberger u Bergrevier, gemengt mit überseeischen Erzen, die jetzt 2 massenhaft nach Europa gebracht werden, noch mit Nutzen zu verhütten. Seitdem sind wiederum bedeutende Fortschritte gemacht worden. Alle solche Fortschritte nun be-kdingen auch Modifikationen in der banlichen Anlage. Außer u dem in den oben angezogenen Artikeln betreffs dieser b Anlage gegebenen Winke bedarf es also immer im einzel-E Fig. 2156. Grundriß nach no. nen Fall eines besonderen Programms. Zu den Hüttenwerken werden auch die Walzwerke etc. gerechnet; s. d. betreffenden Artikel. Hyncinth, m. (Miner.), frz. zircon, jargon, un. engl. hyacinth, ein Mineral, welches sich in einzelnen Krystallen in Gebirgs⸗, Lager⸗ und Gangmassen vorfindet. Es ist gewöhnlich hyaeinthroth gefärbt, zuweilen bräunlichroth, grün und grau. Der H. ist ein Silikat von Zirkonerde.

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 3, S. 69Scan: Universitätsbibliothek Heidelberg · gemeinfrei

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