FeedBorkleiter
TechnikBau-Lexikon 1881

Borkleiter, f., frz. echelle f. double, pliante, engl. double-ladder, Leiter, deren Bäume durch zwei Streben derart gestützt sind, daß man sie frei aufstellen kann. Man hat deren zwei Arten; bei der einen ist der der Leiter als Stütze dienende Theil auch unten durch Riegel fest mit derselben verbunden, während er bei der andern Art oben durch eine eiserne od. hölzerne Achse, welche durch die vier Standbäume hindurchgeht, mit der eigentlichen Leiter drehbar verbunden ist und beliebig weit gestellt werden kann; an der Seite befindet sich dann gewöhnlich eine Kette, mittels welcher beide Theile zusammengehängt werden. Bockmühle, f., 1. Blockmühle, Sterzmühle, auch deutsche Mühle gen.,frzmoulin m. à tréteau, moulin à pile, engl. post-mill, german wind-mill, ist diejenige Art von Windmühlen, bei welcher sich das ganze Gebäude nach der Richtung des Windes um den Zapfen einer vertikal stehenden festen Säule, den Ständer, Standbaum oder Hausbaum, frz. poteéau, engl. post, drehen läßt. Dieser Ständer ist 6? 71em.ins◻stark u. steht auf der Durchkreuzung zweier 40—45 em. starken Schwellen, neben denen er mit Klauen hinabgeht und mit denen er außerdem noch durch Strebebänder verbunden ist. Er trägt zunächst den Sattel, der ebenfalls aus 2 sich durchkreuzenden, wägerecht liegenden Hölzern besteht, welche mit den Kreuzschwellen durch anderweite Strebebänder verbunden sind. Dieses ganze Gerüst heißt der Bock und hat dieser Windmühlenart den Namen gegeben. Der Sterz oder Stert, ein gekrümmtes Holz von 6—8 ½ m. Länge, das ziemlich wägerecht aus dem Gebäude hervorragt, dient durch seine Länge hebelartig zur Drehung der Mühle. Näheres s. im Art. Windmühle. — 2. s. v. w. Bokemühle (s. d.). Vockshorn, n., 1. (Schiffsb.) auch Bocksohr, n., Bockshornbolzen, m., gen., frz. Cheville f. à boucle et à croc, engl. bolt with ring and book, eine Art Bolzen (s. d.) mit Haken und Ring. — 2. (Mythol.) Attribut der Satyrn, des Pan, auch wohl des Baechus. Bockshornband, n., eine Art Thürbänder; s. d. Art. Band,‚ S. 247, und Fig. 408. Bockstein, m., s. v. w. Stinkstein (s. d.). Bocktau, n., auch Schwanztau gen., frz. corde de mouton (Wasserb.), das Seil des Rammklotzes. Bockwerk, n. (Deichb.), s. v. w. Schränkwerk (s. d.). Borcoholz, n., frz. bois de boco, Rebhuhnholz, sehr dichtes und schweres geflecktes Holz von bräunlichgrauer Farbe, das von Bocoa pronacensis 4½5. (Fam. Hülsengewächse), einem Baum Guagyana's, stammt, schöne Politur annimmt u. des halb in der Kunsttischlerei sehr geschätzt ist. Boden, m., 1. frz. plancher, m., engl. floor, oft gebraucht für Fußboden (s. d.). — 2. Für Balkenlage nebst Decke u. Fußboden, bes. in Oesterreich, vgl. d. Art. Decke; davon abgeleitet auch für Geschoß, Oberboden für Zwischendecke. — 3. Auch Böhne, Bühne, Oken, Hyla, Söller, frz. galetas, grenier, m., engl. loft, granary, garret, für Dachgeschoß, Oberboden für Kehlbalkengeschoß, wenn solche nicht zu Wohnungen ausgebaut sind. Die Benutzung der im Dach gewonnenen Räume ist sehr verschieden, und nach ihr richtet sich die Einrichtung derselben, oft auch die Konstruktion des Daches selbst; etwas Allgemeines darüber zu sagen, ist kaum möglich; man sehe aber d. Art. Dach, Schüttboden, Getreideboden etc. — 4. frz. terrain, sol, m., terre, f., engl. soil, earth, Erdboden, Baugrund (s. d.). In der Agrikulturphysik bezeichnet man mit Boden die aus Untergrund und Vegetationskrume (s. d.) bestehende Erdoberflächenschicht. Hinsichtlich der Entstehung unterscheidet man solchen durch Anschwemmung oder Meeresablagerung und solchen durch Verwitterung eines Grundgebirges gebildeten. Erkennbar ist ersterer durch diekugelige Gestalt der ihm beiwohnenden Sandkörnchen, welche bei dem Verwitterungsboden scharfe Ecken oder auch Krystalle aufweisen. [v. Wd.] — 5. frz. fond, enfongure, cul, engl. bottom, head, untere Fläche eines Gefäßes, Bettes etc. — 6. frz. revers, linke Seite, Rückseite getriebener Arbeit. Bodenarten. A. In Bezug auf die Bestandtheile des Bodens unterscheidet man 1. Thonbodengruppe, 2. Sandbodengruppe, 3. Lehmbodengruppe, 4. Kalkbodengruppe, 5. Mergelbodengruppe, 6. Humusbodengruppe und 7. Gruppe der eisenschüssigen Bodenarten. B. In Bezug auf die Beschaffenheit, frz. nature des terrains, engl. nature of the ground, unterscheidet man Auenboden, Verwitterungsboden etc.; s. d. betr. Art. v. Wgy. Bodenbewegung, k.; frz. travaux de terrassement, engl. earth-clearing, die Erdarbeiten im Straßenbau, Eisenbahnbau etc. bestehen hauptsächl. in Bodenbewegung, und zwar wird entweder, wenn das Terrain erhöht, ein Auftrag beschafft werden muß, Boden herzugeschafft, oder, wenn es vertieft werden, ein Abtrag erzeugt werden soll, weggeschafft. Man benennt die Arbeiten mit demselben Namen wie das Resultat. Die B. geschieht mittels Wagen oder Karren. Näheres s. im Art. Erdarbeiten. Bodenblech, n., frz. koncet, m. engl. coverplate, eines Kastenschlosses; s. d. Art. Schloß. Bodenbohrer, un., s. d. Art. Bohrer. Bodenbret, m., 1. (Ziegel.) der untere Theil der Dachziegelform, in welchem sich die Vertiefung für die Nase befindet. — 2. frz. fonçaille, goberge, f., s. v. w. Bettbret (s. d.). — 3. frz. burette, f., engl. bottom-board, Wagenbret, Bret, welches den Boden eines Rüstwagens bildet. 4. frz. planche f. de fond, engl. flooring-board, Fußbodenbret eines Boots, Pontons etc. Bodeneisen, n., 1. frz. plaque de navire, engl. boat-Pplate, auch Bodentafel, Bodenblech gen., s. v. w. Pontonblech; s. Blech. — 2. Gebogenes Dreheisen zum Ausdrehen des Bodens hohler Gefäße. — 3. Meißel, mit welchem die Schiffe kalfatert werden. Bodenfenster, n., s. Dachfenster. Bodenfries, m., s. Fries. Bodengeschoß, n., 1. frz. étage m. en galetas, engl. garret-story, s. v. w. Dachgeschoß. — 2. In manchen Gegenden für Erdgeschoß (s. d.). Bodengeschwindigkeit, f., s. v. w. Geschwindigkeit des fließenden Wassers an der Sohle eines natürlichen oder künstlichen Wasserlaufs; s. d. Art. Geschwindigkeit. Bodengips, m., scharfgebrannter, grobgemahlener Gips, zu Gipsästrich (s. d.) dienend. Bodenhaspel, m., s. v. w. Kreuzhaspel, Erdhaspel. Bodenholz, n., 1. (Forstw.) s. v. w. Unterholz. — 2. frz. fongaille, f., traversin, m., engl. heading-wood, auch Bodenstücke, Bodenstäbe, Bodenfeld genannt, Stabholz, welches bibliothe& Heidelberg DFC ken zum Belegen des Grundes von Schleusen, an der Seite in die Wand eingelegt u. mit Holznägeln auf den Grundbalken befestigt; vgl. Bartplanke. Am liebsten verwendet man dazu Eichenholz. — 4. (Schiffb.) s. Bodenrippe.

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 1, S. 427Scan: Universitätsbibliothek Heidelberg · gemeinfrei

Auf derselben Druckseite 5

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Technik 6