FeedBohrgezühe
TechnikBau-Lexikon 1881

Bohrgezühe, n., frz. outillage m. du foreur, outils m. pl. de pétardement, engl. boring-implements, boring-tools, pl. (Steinbr.); Gesamtheit der Werkzeuge zum Bohren der Steine. Man rechnet dazu die Bohrer, Bohrfäustel und Bohrkrätzer. Bohrküfer, m., lat. ptinioidea, auch Pochkäfer, Alopfkäfer gen. Diese in mehreren Gattungen vorkommenden sehr kleinen Käfer legen ihre Eier in altes oder auch frisch geschlagenes Holz; die daraus entstehenden Larven bohren sich ins Holzwerk ein und durchfressen dasselbe nach allen Richtungen; der Käfer läßt beim Herausbohren einen pickenden Ton hören, was Veranlassung zu manchem Aberglauben gab. Der Schaden, den diese Käfer im Holzwerk der Gebäude sowie auch in Möbeln anrichten, ist mitunter sehr bedeutend, bes. wo sie in größerer Menge vorkommen. Der Kammbohrer, Bucheubohrer (Ptilinus pectinicornis), Fig. 792 in vergrößertem Mäßstab und in natürlicher Größe (4nm. lang) dargestellt, liebt sestes Nutzholz: Eichen, Nußbaum, Ahorn. Der Nagebohrer, Werkholzuagekäfer (Anobium striatum), Fig. 793, greift jede Holzart an und ist der Hauptzerstörer der Möbel, Balken, Holzschnitzereien. Häufiges Reinigen, Firnissen, Bestreichen mit Vitriollösung und Sublimat werden als Schutzmittel empfohlen. Als Erzeuger des Pickens wird vorzüglich der Crotzkopf(Anobium pertinax, Todtenuhr), Fig. 794 als Käfer und Larve dargestellt, namhaft gemacht. Der gemeine Bohrkäfer od. Kräuterdieb (Ptinus fur) findet sich häufig in Wohnungen als Holzzerstörer. Man kann ihn durch feuchte Leinwand od. Pflanzenstengel wegfangen, die man abends in die Zimmer legt u. früh absucht. Abliothek Heidelberg Bohrklippe, k., Bohrzange, k., Zange, womit man zerbrochene Bohrer aus dem Bohrloch hebt; s. Bergbohrer und Erdbohrer. Bohrkrützer, m., Glückshaken, mn., frz. curette, f., engl. scraper, Eisen zum Reinigen des Bohrlochs; beim Bergbohrer und Erdbohrer (s. d.). Bohrknarre, f., s. v. w. Ratschbohrer, s. in d. Art. Bohrer D. 4. Bohrkopf, m., 1. s. v. w. Bohrschneide, Bohrklinge, Bohreisen. Außer den in den Art. Bohrer u. Bergbohrer bereits abgebildeten geben wir hier noch in Fig. 795 bis 799 einige Bohrklingen, und zwar in Fig. 795 einen Schraubenbohrer für weichen Boden, Sand, Lehm re., in Fig. 796 einen geraden, aber etwas konischen Hohlbohrer mit Zuspitzung, und in Fig. 797 einen Löffelbohrer, engl. duck-nose-bit, beide ebenfalls für weiche Massen, in Fig. 798 einen Kronbohrer neuerer Form u. in Fig. 799 einen verbesserten Meißelbohrer für hartes Gestein. — 2.frz. manchon, m., porte-lame, m., engl. chuck, cutterhead, cutter-block, boring-head, kropfförmige Verdickung der Bohrstange, um das Bohreisen darin zu befestigen. — 3. Auch Bohrscheibe genannt, frz. Chariot m. d'alésoir, engl. boxring-block, ähnliche Verdickung an den Röhrenbohrmaschinen. Fig. 795. Fig. 796. Fig. 797. Fig. 798. Fig. 799. Bohrkrückel, m., Krückelstück, n., frz. manivelle, f., engl. brace-head, Hebel zum Drehen des Bohrgestänges (s. d.). Bohrkurbel, k., frzfüt, m. engl. rank-brace, brace, Kurbel der Brustleier u. ähnl. Bohrer; s. O in Fig. 779 qu. D in Fig. 790 im Art. Bohrer. Bohrlappen, m. (Steinsprengen), Lappen, mit welchem ein Bohrloch vor dem Laden und nach dem Herausnehmen des Bohrmehls ausgetrocknet wird. Bohrloch, n., 1. auch Bohrung, Seele etc. genannt, frz. vide, m., Creux, m., Ame, f., engl. bore, hole, durch Bohren hergestellte Höhlung in Stein, Metall und Holz (auger-hole). — 2. frz. trou m. de mine, trou de pétard,

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 1, S. 447Scan: Universitätsbibliothek Heidelberg · gemeinfrei

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