FeedBoh t Ptinida)
TierreichBrockhaus 1882

Boh t Ptinida), kleine, ungefähr 4 mm lange, meist braune oder schwarze Käferchen mit kleinem, unter dem Halsschilde verborgenem Kopfe, —1 lügeldecken, feinen, fünfgliederigen Füßen, ehr starken Kiefern und fadenförmigen oder gekrümmten und gesägten Fühlern. Sie nagen und bohren besonders gern in Holz und trockenen Stoffen, wo auch ihre Larven sich finden, die kurz, dick, zusammengekrümmt sind, sehr kurze, starke Beine, einen harten Kopf und zerstreute Haare auf dem Körper besitzen. Es gebört dahin der Kammbohrkäfer (Ptilinus pectinicornis) mit geblätterten Fühlern, der in allen harten Nutzhölzern bohrt; der Werkholzbohrer (Anobium striatum) in weichem Laubholz, besonders in den Stielen von Handwerksgerät und Gartenwerkzeugen; die Totenuhr (A. pertinax), der sich bei Berührung tot stellt, gern in alten tannenen Brettern bohrt und dessen Aufklopfen mit dem Kopfe ein Geräusch ähnlich dem Ticken einer Uhr hervorruft; der Brotbohrer (A. paniceum), der besonders trockenen Kräutern in Apotheken und Herbarien nachgeht. Diese drei Arten haben kurze, fadenförmige Fühler, ehr lange dagegen hat der gemeine B. (Ptinus fur), er sich in alten Häusern vorfindet und besonders in Pelzwaren, Herbarien, Museen und gepolsterten Möbeln Schaden anrichtet. Man fängt die Käfer, indem man feuchte Lappen oder trockene Pflanzenstengel über Nacht auf den Boden legt. Sie sammeln sich darunter, sodaß man sie leicht töten kann. Bohrmuschel (Pholas), eine Gattung zweischaliger, zu den Blattliemern gehöriger Weichtiere, die sich in Schlamm, Holz und sogar in ziemlich harte Felsen einbohren und am Ende dieser selbstverfertigten Röhren sitzen bleiben. Die zarten, feinen, mit einem innern löffelförmigen Fortsatze versehenen Schalen sind ziemlich groß, klaffen weit vorn und hinten und sind auf dem Rücken durch zwei freie Schalenstücke vervollständigt, der Mantel bis auf eine vordere, runde offnung für den Fuß eschlossen und hinten in eine lange, doppelröhrige temröhre verlängert, der Fuß kurz, dick und rund nach vorn gerichtet. Durch beständige drehende Bewegungen der mit feinen Zähnchen und Zacken reihenweise ½ Schalen, die wie eine Raspel arbeiten, höhlen sie auf dieze K —1 ihre Röhren aus und können auf diese Weise Hafenbauten efährlich werden. Der Schleim, den sie durch beondere, streifenartig gestellte Zellen am Mantel und der Atemröhre absondern, leuchtet im Dunkeln. Bohrwinde (srz. vilebrequin, engl. handbrace), s. unter Bohrer. Bohrwurm (Teredo), auch Schiffs⸗ oder Pfahlwurm „ist eine der merkwürdigsten Muschelgattungen, mit cylindrischem, 13—16 em langem Körper, der nach vorn ein Paar gleichsam rudimentäre Schalen trägt, übrigens aber Kalk ausschwitzt und mittels desselben eine lange, in Holz ausgegrabene Röhre ausfüttert, in deren Mitte das Tier durch zwei zugleich am Mantel befestigte Stückchen, die Paletten, befestigt ist. Das Tier endet nach hinten in zwei lange 8 Ksn von denen die eine Atemröhre, die andere uswurfsröhre ist. Das Bohren selbst wird durch äußerst feine Zähnchen bewerkstelligt, welche an den rudimentären Schalen sich finden. Die Bohrwürmer vermehren sich äußerst schnell und kommen in den meisten Meeren vor; man kennt etwa zehn Arten; die bekannteste Art, Leredo navalis, greift die ungekupferten Schiffe, Holzdämme u. dgl. an, vermag sie ganz zu durchlöchern und hierdurch großen Schaden anzurichten. Der Kupferbeschlag der Schiffe ist lediglich des Pfahlwurms wegen allgemein eingeführt worden. Die Art ist um 1780 in Iouuu zuerst beobachtet worden, wo sie durch Zertörung der Seedämme ganze Provinzen in äußerste Gefahr brachte. Sie ist später seltener geworden, kommt aber immer noch häufig in Venedig, an den holländ., franz. und engl. Küsten sowie im Schwarzen Meere vor. Die Jungen werden in dem Mantel ausgebrütet, besitzen als Larven zwei große, sie deckende Schalen und schwimmen lebhaft mittels eines Wimpersegels umher, um sich eine Wohnstätte an unterseeischem Holz zu suchen, in das sie sich einbohren. Man sucht die Bauhölzer dadurch u schützen, daß man sie mit kurzen, breitköpfigen ägeln beschlägt, die sofort im Seewasser rosten und das Holz mit einer Rinde von Rost überziehen, welche der Wurm nicht angreift.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 3, S. 268Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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