FeedHolzwürmer
TierreichBrockhaus 1882

Holzwürmer nennen die Forstleute im allgemeinen alle Insektenlarven, welche in dem Holze, dem Splint und der Rinde lebender Bäume bohren und häufig durch massenhaftes Auftreten empfindlichen Schaden verursachen, indem sie das Absterben der Bäume und ganzer Waldungen bedingen. Da die bohrenden Larven und meist auch die Puppen im Holze selbst verborgen hausen und die Insekten im vollkommenen Zustande teils ebenfalls in Bohrgängen sich aufhalten, teils nur kurze Zeit im Freien leben, so ist begreiflicherweise die Macht des Menschen gegen diese Verwüstungen nur eine geringe und kann meistens nur darin bestehen, die angegriffenen Bäume zu fällen und Lockbäume herzurichten, nämlich Bäume im Safte zu fällen und eine Zeit lang liegen zu lassen, indem die meisten Arten lieber in schon angegriffenen Bäumen bohren, sich also in diese ziehen und dann mit dem Holze verbrannt werden können. Die Spechte sind die natürlichen Feinde dieser Tiere, welche sie aus Rinde und Holz heraushacken. Außerdem nennt man im gewöhnlichen Leben H. alle Larven und Insekten, die auch im trockenen Werkholze bohren. Alle diese H. gehören den Schmetterlingen, Hautflüglern und besonders den Käfern an. Unter den erstern sind die bekanntesten: die Weidenraupe (Cossus ligniperda) und die Raupen der Glasschwärmer (Sesia), beide mehr in weichen Holzarten, wie Weiden und Pappeln; unter den Hautflüglern oder Hymenopteren die weicheührr (. d.) und einige hummelartige Bienen, welche ihre Nester gern in trockenem Zimmerholz ausnagen, wie z. B. die Zimmermannsbiene (Xylocopa violacea); unter den Käfern sind es: die ganze Familie der Bohrkäfer (s. d.), der Borkenkäfer (s. d.), unter welchen auch namentlich die Verwüster der trockenen Hölzer sich finden: der Prachtkäfer (Buprestida), welcher besonders in südl. Gegenden häufig ist, und der Bockkäfer (s. d.); endlich die Larven der Schröter oder Hirschkäfer (. d.).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 9, S. 368Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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