bosseln, bosfen, bossiren, frz. bosser, engl. to boss, auch fälschlich boussiren od. gar pouffiren geschrieben: 1. im engeren Sinn Bilder aus einer weichen Masse, z. B. Thon, Gips od. Wachs fertigen; geschieht mittels verschieden geformter Boffirhölzer (s. d. Art. Modellirholz) oder Bosstreisen, frz. Ebauchoir, engl. embossing-iron, embossing-tree. Die Masse baut man erst mit den Händen auf dem Vossirstuhl, einem hohen Schemel mit drehbarer Platte, aus dem Gröbsten auf: s. modelliren. — 2. Im weiteren Sinn: halb oder ganz erhabene Bilder verfertigen, also auch Metall treiben, frz. bosseler, engl. to emboss. — 3. Bossiren, abspitzen, bespihen, frz. piquer, engl. to ax, to dress a quarry-stone, Bearbeitungsart für Bruchsteine, theils um Pflastersteine in etwas regelmäßige Form zu bringen, theils auch zu Herstellung von Bossagesteinen; dieselbe geschieht folgendermäßen: Mit einem achtpfündigen vierkantigen Bossirschlägel schlägt man zuerst die überstehenden Bossenkanten schräg ab und spitzt die dann innerhalb einer abgekanteten Fläche stehenden Bossen mit dem Bossirschlägel zu; die Spitze muß mit dem ersten Schlag einwärts geführt werden, um das Springen der Kanten zu verhindern; alle übrigen Schläge werden ebenfalls nach innen geführt. — 4. s. v. w. grob behauen im allgemeinen.