Buche, k., ZBuchbaum, m., werden 2 Baumarten unserer Waldungen gen., die zwar beidezu der Familie der Becheraber zu verschiedenen Gattungen gehören. 1. Die eigentliche B., Rothbuche (Fagus), frz. hétre, fouteau, foyard, engl. béeech, span. roble, besitzt eirunde, schwachgezähnte Blätter und als Frucht eine in vier Klappen aufspringende Kapsel mitdreieckigen, braunen, glatten Samenkörnern, Buchechern od. Buchnüsse, Bucheln, frz. kaine, f., engl. beech-nut, gen. ) Das Holz unserer einheimischen Rothbuche, fagus sylvatica, hat hohen Werth als Brennholz; wegen seiner Sprödigkeit ist es beim Bauen nicht anwendbar, zu Landwirthschaftsgeräthen, zu Wagnerarbeiten, Maschinentheilen re. wird es dagegen viel verarbeitet. So fertigt man aus ihm gern das Radkreuz der Mühlräder. Die Rinde dient als Lohe zum Gerben. Das Holz geht in seiner Färbung vom Weißen ins Röthliche über, ist dicht, fest u. hart, läßt sich sehr glatt arbeiten und bekommt beim Austrocknen nicht leicht Risse. Man fällt es im Sommer, entrindet es möglichst bald u. zersägt es in Breter od. spaltet. es. Von Vortheil ist es, wenn man die Breter eine Zeit lang ins Wasser legt, hierauf beräuchert und dann wohl austrocknet. Das spezifische Gewicht ist trocken frisch 0,3 —0,7. Ueber die Merkmale der Gesundheit von Buchen s. d. Art. Bauholz B, b. Je nach dem Standort erhält das Holz wie der ganze Baum abweichende Eigenthümlichkeiten, u. man unterscheidet deshalb in verschiede. nen Gegenden Mast⸗, Ecker-⸗, Trog-, Sommer⸗, Winteru. Bergbuche. b) An der Südspitze Amerika's, in Pata-ft gonien u. Feuerland, wächst auch eine B., kagus antaretica, mit immerwährendem braunen Laub, u. weiter nördlich e) die Reulibuche, f. procera, in stattlichen Bäumen,“ die gutes Bauholz liefern. d) In den gemäßigten Theilen Australiens wird die F. Cunninghami, dort nativemyrtle genannt, gegen 60 n. hoch u. giebt hartes, polirbares Holz. ²) In Java finden sich mehrere Arten, k. argentea, javanica u. Tungurrut. f) Die chilenische Zuche, Roble, Coiguebaum (Fagus Dombepyi), hateinen schnurgeraden Stamm, der nicht selten 20 m. hoch astfrei ist. Ihr Holz ist in Chile als das beste Bauholz geschätzt, da es der Feuchtigkeit gut widersteht. Ebenso wird der Roble oft zu Kähnen ausgehöhlt, die 6—7 Mann tragen. — 2. Die Weißbuche, der Hornbaum, Carpinus, frz.charme, engl. hornbeam, eigentlich gar keine B. a) Die einheimische Weißbuche (Hainbuche, Hagebuche, Carpinus betulus), frz. Charmetbouleau, wird selten über 0,3½ m. dick und mäßig hoch. Ihre Früchte sind von flügelförmigen Deckblättern begleitet; die Blätter sind scharf doppeltsägezähnig. Das Holz ist sehr hart, fest, schwer, zähe, fein, kurzfaferig und von weißer Farbe; zu Heften, Hobelgestellen, Schrauben, Tafeln, Rollen u. dgl. ist es vorzüglich. Auf dem Thüringerwald bezeichnet man eine Form als Schwarzbuche u. giebt ihrem Holz zur Anfertigung von Handwerkszeugen den Vorzug. Zweckmäßig ist es, das Holz nach dem Fällen gleich zu bearbeiten, da es, wenn es sehr alt wird, kaum mit Säge u. Beil bearbeitet werden kann. Spezifisches Gewicht trocken 0/5, frisch ,831, also per obm. 750—810 g. Als Brennholz kommt das Weißbuchenholz der Rothbuche ziemlich gleich. Diese B. ist vortrefflich zur Anlage von lebendigen Hecken geeignet. b) Amerika besitzt die C. Américana. c) In Asien, Türkei, Ungarn, Krain u. am österreichischen Littorale wächst der morgenländische hornbaum, Carpinus Orientalis; er hat hartes, sehr geschätztes Holz. d) Die Hopfenbuche (OCarpinus ostrya); das Holz ist brauner und besitzt außerordentliche Festigkeit. Dem Rothbuchenholz durch Beizen Mahagonifarbe zu geben: 60 g. Drachenblut werden in Stücke gebrochen u. in 1 J. rektifizirten Weingeist gegeben; die Flasche setzt man an einen warmen Ort, schüttelt sie häufig um, und wenn die Auflösung erfolgt ist, kann die Beize gebraucht werden.