Feedbyzantinischer Baustil
BaukunstBau-Lexikon 1881

byzantinischer Baustil, m., frz. style byzantin, engl. byzantinée style, byzantian style. Noch über keine Stilbenennung ist wohl so viel gestritten worden, als über die Benennung byzantinisch. Manche haben dieselbe geradezu verworfen und das Vorhandensein eines Stils, dem sie zukäme, hinwegleugnen wollen, und das mag wohl blos eine unwillkürliche Reaktion gewesen sein, hervorgerufen dadurch, daß die andere Partei Alles, was zwischen dem römischen u. dem gothischen Stil liegt, byzantinisch nannte; die Reihenfolge der Stile s. Baustil. Wie dort D. II. 2. bereits gesagt, ging der byzantinische Baustil zu derselben Zeit aus römischen und orientalischen Elementen hervor, als der frühromanische aus dem lateinischen oder altchristlichen (s. d.) entstand, daß bei dem gemeinschaftlichen Ursprung des altchristlichen und des byzantinischen Stils manche Form in letzterem der entsprechenden in ersterem ähnelt, ist ganz natürlich, falsch aber ist die von Vielen darauf gegründete Folgerung auf innigsten Zusammenhang beider Stile. Während den alten Christen Italiens die römischen Prachtbauten aus der letzten Kaiserzeit in ihren nicht etwa reinen Formen als erstes Vorbild vor Augen lagen und dadurch die Form ihrer Gebäude sich bestimmte, fanden die Künstler in Byzanz, als Konstantin der Große seine Residenz dort aufschlug, eigentlich noch gar nichts vor; noch hatte die Kunst diese Stätte nicht geweiht, u. diese Aufgabe war den Christen vorbehalten. Leitend war dabei nur der Gedanke der Anbetung über den Gräbern, die Vermeidung vollständiger Nachahmung der antiken Tempelform u. die bei der unmittelbaren Nähe Asiens unabweisbaren orientalischen, bes. sassanidischen und tatarischen Einflüsse, welche denn auch ihre Wirkung nicht verfehlten. Im Anfang zwar wurden auch auf byzantinischem Gebiete einige Basiliken erbaut, aber bald siegte die Centralform, welche sich schnell in größter Manchfaltigkeit entwickelte; vielleicht trug auch der Holzmangel und die Furcht vor Feuersbrünsten mit dazu bei, daß man die Holzdecken verwarf u., auf den letzten Früchten römischer Technik fußend, den Kuppelbau vor allem ausbildete. Entsprach doch auch dieser am besten der innern Abgeschlossenheit und dem strengen Formenwesen des byzantinischen Kaiserreichs u. der unter seiner Aegide sich ausbildenden griechischen Kirchenverfassung. — Diese verlangte unter Anderm strenge Trennung der Geschlechter und sorgfältige Abschließung der Geistlichkeit von der Gemeinde. Beim Hinblick auf diese Elemente erscheint die Entstehung des byzantinischen Bau⸗ und Formengerüstes als eineganznatürliche. Um einen großen Mittelraum, mit hoher Kuppel bedeckt, reihen sich die Seitenschiffe und der hohe Chor; die Art und Weise aber, wie diese Anreihung bewirkt wird, ist sehr manchfach. Bei der von 527—542 unter Justinian durch Anthemios von Tralles und Isidor von Milet ausgeführten, 558 nach einem Erdbeben wieder hergestellten Sophienkirche in Konstantinopel, s. Fig. 1028 und 1029, sitzt die nochziemlich flache KuppelAmittels großer Bogen bbb u. nischenartiger Pendentifs οεσe auf 4 mächtigen Pfeilern; an die Mauerbogen bb aber lehnen sich in der Längenrichtung der Kirche große Halbkuppeln Alu. A, während an den anderen Seiten Seitenschiffe angelegt sind, die nur, soweit die Festigkeit es forderte, durch die genannten Hauptpfeiler unterbrochen werden. Wir haben hier also einen Versuch voruns, die Centralkuppel mit der Basilikenanlage zu versöhnen. In anderen fast gleichzeitigen Bauten hat das Centralsystem gesiegt. Hier ziehen sich nämlich die Seitenräume in polygonem Gürtel um die Hauptkuppel herum, wie bei St. Vitale in Ravenna, 526—539 erbaut (Fig. 1030 u. 1031), und der 796 —804 erbauten Kaiserkapelle des Münsters zu Aachen, Fig. 1032 —1035, an welcher ravennatische Künstler u. Materialien verwendet wurden; anderwärts lehnen sich Halbkuppeln an 4 Seiten der Mittelkuppel an, wie bei St. Lorenzo in Mailand (Fig. 1036); od. sie ist von Nebenkuppeln umringt, welche mit ihr im Grundriß die Gestalt eines gleicharmigen griechischen Kreuzes bilden, wie in St. Marco zu Venedig (erbaut 1048—1071), s. Fig. 1037. Diese Grundform zeugt ebenfalls für das Bestreben, auf die Basilikenform zurückzukommen; die schwarz gedruckten Theile des Grund1037. Markuskirche in Venedig. risses gehören dem ersten Bau an, während die heller schraffirten Theile später angebaut sind: der Baptisteriumanbau bei A kann ebenfalls alt sein, ebenso der Kern der Pfeiler O, D, E, E. Bei B hat sich ein Eingang wie bei befunden, u. E sind Kanzeln, a, b u. Pendentifs etc. Bei noch anderen Bauten sind die Arme dieses Kreuzes nur als Lang⸗ u. Querschiffe gestaltet, wie bei der Theotokoskirche zu Konstantinopel, um 900 erbaut (Fig. 1038), immer aber die Zwickel zwischen denselben durch niedrigere Gewölbe als Seitenschiffe ausgebaut, über denen (bei dem Polygonbau über dem ganzen, die Hauptkuppel umgebenden Gürtel) sich Emporkirchen für die Frauen befinden. Das Sanktuarium, gewöhnlich in drei Nischen geschlossen, ward durch einen Lettner vom Hauptraum getrennt, welcher erst später zur Ikonostasis (s. d.) aufwuchs, in den älteren Bauten aber nicht hoch hinaufgeht, und so war ein Inneres geschaffen, welches bei aller Rücksicht auf die sondernden THEK Gebräuche und bei aller dadurch herbeigeführten vielgegliederten Gruppirung doch eine mächtig wirkende Einheit zeigte. Im Gegensatz zu den Basiliken des altchristlichen opel. des ganzen bhyzantinischen Staats- und Kirchenlebens, zeigte sich nun auch in Ausführung u. Formbildung. Die Ausführung zeigt bewundernswerthe Sicherheit in den Gesetzen der Statik und manchen großen Fortschritt in der Technik. Die Wölbungen ruhen nicht mehr wie bei den Römern auf massiven Wänden, sondern nur auf einzelnen Pfeilern u. werden eben sowohl durch den gegenseitigen Druck im Gleichgewicht gehalten als durch die Widerstandsfähigkeit der Pfeiler selbst. Was nun die Formbildung betrifft, so war diese, wie bei allen primitiven Stilen, der wahre Ausdruck der Gesamtanlage, die Aussprache des Grundgedankens. Ueberall war der Rundbogen das vermittelnde Elementzwischen Träger und Getragenem, ja meist vermied man sogar die Bedeckung der Wölbungen durch ein geradseitiges Dach u. ließ die Kuppeln sowie die Schilder der Kreuzgewölbe (als segmentförmige Giebel) äußerlich sichtbar, wie an der Theotokoskirche in Konstantinopel (Fig. 1039) u. an der Markuskirche in Venedig. Ueber dem scheitrechten Thürsturz erhob sich ein runder Entlastungsbogen (s. Fig. 1040, das Innere des von der Herzogin Gertrudis um 800 erbauten Oratoriums im Benediktinerkloster zu Cividale in Friaul). Die Bogenwölbungen wurden sehr nett u. akkurat ausgeführt u. alle Konstruktionen sichtbar gelassen u. dadurch dem Ganzen der Charakter der Wohlüberlegtheit, Einfachheit und Solidität gegeben, welcher einen Eindruck schlichter, großartiger Würde beim Beschauer hinterläßt. Die eigentlichen Details, d. h. die rein verzierenden Formen, sind allerdings aus den römischen hervorgegangen, aber nicht ohne orientalischen u. klassisch-griechischen Einfluß, da ja im Anfang vielfach klassisch-griechische Reste zu Dekorationen der neuen Gebäude verbraucht wurden, wie 3. B. an der Kathedrale in Athen (Fig. 1041). Von vielen Detailbildungen im byzantinischen Stil gilt dasselbe wie in der altchristlichen Bauweise, z. B. von der Art, die Bogen aufzusetzen, und von den Säulen (vgl. d. Art. altchristliche Bauweise). Nur die Kapitälbildung ging noch einen Sche weiter; wo man noch die korinthische Dekorationswe anwendete, waren die unteren Blattreihen im Verhältnis sehr weit ausladend, die Voluten sehr klein u. zahlreich, der vertikal wirkenden Last entsprechend, nach oben, statt nach unten gewunden, od. die unteren Blattreihen lagen straff an und die Volute war mächtig groß und oft mehrfach verzweigt, aber nur schwach profilirt, eine Vorbereitung zum arabischen Kapitäl. Als aber der Stil sich stelbständig entwickelte, zeigten die Kapitäle häufig die Form eines nach unten abgerundeten Würfels od. einer umgekehrten, abgestutzten Pyramide mit manchfachen, oft durchbrochenen ornamentalen Arbeiten geziert. Die Würfelaufsätze über den Kapitälen (s. altchristlicher Baustil 3) wurden höher und hier u. da mit Reliefdarstellungen, seltener durch Glieder verziert. Beispiele byzantinischer Säulen, s. Fig. 1032 u. 1033 aus Aachen, Fig. 1042 aus St. Vitale in Ravenna, Fig. 1043 aus Treviso, Fig. 1044 u. 1045aus St. Fosca auf Torcello (von 970), Fig. 1046 von einem Privathaus in Venedig, Fig. 1047 aus der Markuskirche (von 1050). Das in dem Art. altchristliche Bauweise bei 6 Gesagte gilt ebenfalls in noch erhöhtem Maß für den byzantinischen Stil, ebenso das unter 8 u. 9 Gesagte. Die Hauptsimse und die häufig vorkommenden Kämpfer und Gurtsimse waren zwar in der Hauptsache nach römischen Mustern gebildet, doch spielten Viertelstab, Rundstab, Zahnschnitt- und Konsolenreihe eine bei weitem größere Rolle in der Gliederung, als Platte u. Karnies, welche für den weicher gebildeten Formensinn der Orientalen zu scharfeinschneidend wirkten. Wo der Karnies vorkommt, ist er immer mit stehenden Blättern besetzt (s. Fig. 1047), deren Spitzen weit überhängen und so die Wirkung eines weichen Zahnschnitts machen. Schräg stehende Platten, mit Ornamenten besetzt, Bogenfriese auf Konsolen, Zackenreihen etc. sind neue Gliederungen des byzantinischen Stils. So weich nun infolge orientalischer Einflüsse die Hauptbildung aller Details war, so scharf und akkurat war, wahrscheinlich infolge römischer Technik u. vorgefundener klassisch-griechischer Elemente, die Bearbeitung derselben. Von der Ausbildungsweise der Simse für Ziegelbau giebt Fig. 1048 vom Chor der Kirche St. Fosca auf Toreello einen deutlichen Begriff. Das größtentheils aus der umgebenden Natur entnommene Blattwerk ist sehr stilisirt, oft ohne Berücksichtigung der Bewegungen des Pflanzenlebens, aber doch mit tieferem Verständnis des Pflanzenorganismus entworfen (Fig. 1055), dabei aber mit großer Gewissen⸗ Fig haftigkeit ganz gleichmäßig über die zu verzierende Fläche verbreitet u. ungemeiner, bis ins Kl liche gehender Akkuratesse ausgearbeitet u. geglättet. symbolischer Bedeutung) sehr häufig Bewegungen ungemein gravitätisch, was oft bis an das Naive streift, u. sehr selten naturgemäß, aber immer peinlich ausgearbeitet. Das Kreuz wird sehr häufig zwischen den Ornamenten angebracht; s. Fig. 1049, aus der Kirche zu Dana, u. 1050 aus Konstantinopel. Alle diese Eigenschaften Fig. 1043. Aus Treviso. zeigte der byzantinische Baustil bereits an seinen ältesten Werken, wenn auch wohl noch nicht alle so ausgebildet; leider ist uns von denselben sehr wenig geblieben. Den Glanzpunkt erreichte er um 540, nach Vollendung der Sophienkirche. Aber von da ab ging Reich, d. h. er erstarrte in sich, stereotyp, nur die unabwendbaren Fortschritte in der Technik führten einige im ganzen un-el wesentliche Veränderungen herbei; die Kuppeln wurden ei etwas höher, die Anzahl derselben hier u. da vermehrt etc., er bis endlich völlige Erstarrung des Stils eintrat. Falsch he ist die Annahme, er habe sich nicht fertig entwickelt, sei vielmehr in seiner Entwickelung durch den gothischen Stil ül Fig. 1043. Aus St. Fosca auf Torcello. Fig. 1045. Aus St. Fe gestört worden. Er erstarrte vielmehr, nachdem er einen zu! gewissen, ziemlich hohen, aber doch noch nicht vollständigen Di Grad der Entwickelung erreicht hatte. Das Innere ist voll⸗ als ständig durchgebildet, das Aeußere nicht. Daß ernichtdurch kön einen andern Stil in seiner Entwickelung gestört werden un konnte, liegt schon in dem Wesen des ganzen sorgfältig vor vielgegliederten byzantinischen Reichs, welches fremde the Einwirkungen konsequentzurückwies, dabei aber natürlich ver ben so wenig im ganzen und großen auf andere Reiche inwirken konnte, sondern nur in Einzelheiten; ebenso rging es dem byzantinischen Baustil. Obgleich an Neueit der Hauptform, Selbständigkeit der Durchbildung u. Vollkommenheit der Verwendung technischer Mittel weit ber der altchristlichen Bauweise stehend, war er doch viel osca auf Torcello. komplizirt, viel zu einseitig u. in sich abgeschlossen in seiner ispositon, viel zu unklar u.geheimnisvoll in seinen Details 8 daß er es hätte mit dieser seiner Schwester aufnehmen nnen; während daher jene ihre Haupidispositionen, die ibefangen aus allgemein christlichen Grundsätzen herrgegangen waren, allen späteren christlichen Stilen miteilte, ja selbst die Kunst des Islams sich denselben nicht rschließen konnte, mußte der byzant. Stil sich begnügen, iglit / mothes 18815d1/0574 als Spezialstil der griechischen Kirche fortgepflanzt zi werden, und nur Einzelheiten seiner Formgebung rc brechen sich Bahn über die Grenzen dieses Gebiets hinaus um zu den Gestaltungen der spätromanischen Bauweise u dadurch der gothischen, sowie auf der andern Seite zu dem ganzen Gewebe der arabischen Bauformen, ja selbst zu der Gestaltung der zweiten Art der arabischen Moscheen (s. S. 143), mehr oder weniger beizutragen. Nach Westen hin übte er einen Einfluß, welcher bald überschätzt, bald unverdient herabgesetzt worden ist. Bei ruhiger Vergleichung der betreffenden Bauformen unter genauer Berücksichtigung der Entstehungszeit u. der in dieser bestehenden kulturlichen und politischen Beziehungen sind wir zu dem Schluß gekommen, daß viele Einzelformen und technische Einzelheiten durch Ungarn u. Mähren nach Deutschland hereingebracht wurden, vermuthlich durch Steinmetzen, daß ferner der allseitig anerkannte Einfluß byzantinischer Plastik u. Malerei in Deutschland auch auf architektonische Plastik und Malerei sich erstreckte; anderseits bahnte sich byzantinischer Einfluß einen Weg über Venedig, Ravenna nach der Lombardei, Süditalien, Sizilien; auch in Südfrankreich, in einzelnen Theilen Spaniens etc. zeigt sich solcher Einfluß, bald in Adoption einer byzantinischen HEIDELBERG O Universitu Kirchenanlage, bald in Anordnung byzantin. Konstruke. tionssystems, bald im Auftreten byzant. Detailformen. 5„Die Hauptzüge aber seiner Dispositionen pflanzten sich 1. nur auf dem Gebiet der griechischen Kirche fort, d. h. Arn menier, Mingrelier, die Donauvölker u. selbst die Völker am Kaukasus eigneten sich theils im 9., theils im 10.Jahrh. den b. Baustil an. Ueber die Resultate dieser Abzweigungen — vergl. armenische, mingrelische und serbische Bauweise. d Die Georgier blieben der byzant. Form treuer als die anderen diesen Stil adoptirenden Völker. Schon gegen Ende des 10. Jahrh. folgte Rußland ihrem Beispiel. Aber 1 diese Fortpflanzung führte keine weitere Ausbildung herg. Details zu Fig. 1051. bei; die russischen Kirchen zeigen noch mehr als ihre Vorbilder die byzantinische Starrheit, die enge Abgeschlossenheit, nur vereint mit noch größerem orientalischen Pomp im Innern u. am Aeußern; s. russische Bauweise. Was nun die Profanarchitektur des byzant. Stils betrifft, so ist uns leider davon sehr wenig erhalten. Nur in Venedig zeigen noch einige Paläste aus der Zeit des Baues der Markuskirche byzantinische Säulen und Bogen, sowie die symbolischen Thiere u. überhaupt byzantinische Details; s. Fig. 1051, Theil der Façgade; Fig. 1052, Kämpfer der oberen Pfeiler, Fig. 1053, Kämpfer der unteren Pfeiler vom Palast Loredan. Die Massendisposition dieser Fagaläßt sich eben nur sagen, daß dieselbe ebenfalls die an den Kirchen schon bemerkte Richtung nach vielfach gegliederter Anlage und reicher Dekoration im Innern befolgte und dabei große Einfachheit u. Solidität nebst strenger Abgeschlossenheit nach außen in der besseren Zeit bewahrte, später aber auch nach außen großen Prunk entfaltete und sogar durch Blendarkaden etc. wenigstens scheinbar die Abkleine Fenster nach außen. Paläf oder einen Balkon nach außen, behufs einer von da aus haltenden Ansprache an das Volk. Cisternen und Badeanlagen waren bei den Byzantinern Gegenstand großer Sorgfalt u. dadurch große Wasserleitungen bedingt. Die HbyzantinischenPriester fürchteten, ähnlich wie später die arabischen, durch Bildwerke das Volk zum Götzendienstzurückzuführen, und so konnte sich die byzant. Skulptur zu keiner großen Höhe aufschwingen, indem sie fast blos Ornamente u. symbolische Thiere, nur selten eine Porträtfigur für ein Grab, eine Maria oder einen Christus zu behandeln bekam. Anders war es mit der Malerei, bei der man weniger jene Gefahr fürchtete. Doch wurde sie bald Sklavin des starren Rituals u. lieferte nur lange, steife Figuren mit wenig Bewegung, reich gefältelter Gewandung u. strengen Gesichtszügen, in düsteren Farben auf Goldgrund, allerdings mit vorzüglicher Technik aufgetragen. Diese Gemälde sind entweder Freskobilder od. Mosaikbilder, indem überhaupt die Mosaik bei den

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 1, S. 558Scan: Universitätsbibliothek Heidelberg · gemeinfrei

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