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Bildende KunstBau-Lexikon 1881

Carton, m., frz. Carton, m., die Pappe, besond. aber: 1. überhaupt dickes Papier, Zeichenpapier, z. B. cartonivoire, Bristolpapier, Isabeypapier, Elfenbeinpapier etc.; 0. de collage, die geleimte Pappe; C.-paille, die StrohFpappe. — 2. s. v. w. Mappe. — 3. Vor⸗ oder Musterzeichnung auf starkem Papier, gewöhnlich blos mit schwarzer Kreide oder mit der Feder ausgeführt; häufig werden dieselben bei Ausführung der Malerei so benutzt, daß alle nicht zur Zeichnung gehörigen Theile weggeschnitten werden. Der Freskomaler bedient sich dann des C.s gleichsam als Schablone, indem er mit einem Stifte an den Umrissen hinfährt, um die Zeichnung in leichten Strichen genau auf die Wandfläche zu bringen; will er aber dieselbe Figur mehrmals benutzen, so wird der C. nicht ausgeschnitten, sondern an den Konturen durchstochen und dann mittels Kohlenstaubs auf die zu bemalende Wand aufgepudert, welches Verfahren man Cartoniren nennt. — 4. O. m. de montagne, das Bergpapier, fossile Papier. — 5. C. incombustible, auch carton-pierre, m., engl. C.-Pierre, die Steinpappe, Dachpappe. — 6. O.-relief, s. Papierstuck.

Illustrirtes Bau-Lexikon. Praktisches Hülfs- und Nachschlagebuch im Gebiete des Hoch- und Flachbaues, Land- und Wasserbaues, Mühlen- und Bergbaues, der Schiffs- und KriegsbaukunstHrsg. von Oscar Mothes, 4. Aufl., Leipzig und Berlin: Otto Spamer 1881–1884 · Bd. 2, S. 12Scan: Universitätsbibliothek Heidelberg · gemeinfrei

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