FeedSchnorr von Carolsfeld (Ludw. Ferd.)
Bildende KunstBrockhaus 1882

Schnorr von Carolsfeld (Ludw. Ferd.), deutscher Maler, Bruder von Julius S., geb. 11. Okt. 1789 zu Königsberg i. Pr., erhielt seine erste künstlerische Anleitung im väterlichen Hause und ging 1804 nach Wien, wo er die Akademie besuchte. Seine ersten Gemälde, wie des ritterlichen Jägers Liebeslauschen, Erlkönig, Loreley, gehörten der romantischen Richtung an, die er auch in seiner Freundschaft mit F. von Schlegel und durch seinen übertritt zur kath. Kirche bethätigte. Ruf erwarb ihm sein großes Olgemälde Faust, das sich seit 1821 in der Galerie des Belvedere zu Wien befindet. Von seinen neuern Werken sind zu erwähnen: die Jungfrau mit dem Kinde und dem kleinen Johannes (1828) in der Galerie des Belvedere; die Vereinigung der Tiroler durch Andr. Hofer (1830) im Ferdinandeum zu Innsbruck; das Porträt des Herzogs von Reichstadt (1832); eine zweite Darstellung aus Goethes Fausto, als Gegenstück zu der erwähnten, in der Galerie des Belvedere; Christus am GÖlberge und die Speisung des Volks (6m lang und 5 m hoch) bei den Mechitaristen in Wien, ein Altarbild für das Stift Lilienfeld. Er starb als erster Custos an der Galerie des Belvedere zu Wien 13. April 1853. Ait

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 14, S. 451Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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