Castell, n., frz. chateau, m., engl. castle, lat. castelsum, I. festes Schloß, kleine Festung, welche für sich besteht, 3. B. als einziger Schutz eines Ortes etc., in dieser Hinsicht verschieden von Citadelle, welche ein Theil einer größeren Festung ist; vgl. d. Art. Burg u. OCastellum. — 2. C. bei Praetorium; 15 impluvium; 16 Ableitungskanäle für das Regenwasser des iapluvium; 17 puteal der Cisterne unter dem atrium; 18 Postament einer Statue; 19 u. 20 Zimmer, nach außen Thürme bildend; 21 Vertheidigungsthürme; 22 wahrscheinlich Abtritt od. Kloake; 23 u. 24 Bäckerei und Bad; 25 großes Bad, wahrscheinlich für die Soldaten; 26 Brunnen; 27 Puteal einer Cisterne; 28 Getreidemagazin; 29 moderner Eingang. Ein fast noch regelmäßigeres Beispiel ist die Saalburg bei Homburg. Diese bildet ein Rechteck von 200m. Länge u. 128 m. Breite. Die Umfassungsmauer ist 1½ m. stark in unregelmäßigen Bruchsteinen ausgeführt, auf der den Angriffen am meisten ausgesetzten Seite etwas dicker. Die Ecken sind abgerundet; die Höhe läßt sich nicht mehr bestimmen. Außerhalb befindet sich ein doppelter Graben, im Innern, dicht an der Mauer, ein erhöhter Wallgang von Zm. Breite, an dessen Fuß ringsum ein 8,m. breiter Weg, via angularis, führt. Auf einer der kurzen Seiten steht zwischen zwei nach innen springenden Thürmen die porta praetoria, ihr gegenüber die porta decumana, auf beiden Langseiten noch zwei Thore, porta principalis dextra u. sinistra. Von diesen Thoren aus schneiden zwei Straßen, die via praetoria u. via principalis, das Lager in vier rechteckige Räume, cornua, in welchen sich die Baracken u. Zelte der Truppentheile befanden. Der Theil nach der porta praetoria zu hieß praetentura, der andere retentura. Das auf einem freien Platz, principia, in der Mitte des Castells, doch etwas weiter nach der porta decu-⸗ mana zu, liegende praetorium hat nach der porta prae-⸗ toria hin kein Thor, sondern einen vorspringenden quadratischen Thurm. Genau im Durchschnittspunkt der Straßenachsen lag ein großer länglicher Raum, wahrscheinlich eine Halle, welche die eine Seite des inneren Hofes, impluvium, einnahm, an dessen anderer Seite, zwischen ihm und jenem Thurm, eine durch Säulen u. Statuen verzierte Halle stand, während an den beiden anderen Seiten die Wohnräume vertheilt waren. Außerdem sind Ruinen eines sacellum, eines Brunnens u. zweier allem Anschein nach zum Theil mit heizbaren Räumen versehener Gebäude erhalten. In der Spätzeit, wo sich die Römer fast lediglich auf die Defensive zu beschränken hatten, wählten sie schwer zugängliche Punkte zu Anlage der Castelle, u. es waren dann unregelmäßige Grundrisse nicht zu vermeiden. — 2. C. aquae, dividiculum, frz. chateau d'eau, engl. headreservoir, Hauptwasserbehälter bei den römischen Wasserleitungen. Von hier aus wurde das Wasser durch verschiedene Röhrengänge in verschiedene Richtungen geleitet. Diese Wassercastelle bestanden in einem thurmartigen Bau, in dessen oberem Theil das Bassin angebracht war, u. ihre Anlage batte hauptsächlich den Zweck, den Druck des Waffers möglichst hoch zu steigern. Die arabischen Wasserleitungen hatten dieselbe Vorrichtung.